Francis Ford Coppola(CannesPhotoCall).jpg in Cannes, 2001]]
Francis Ford Coppola (* 7. April 1939 in Detroit, Michigan) ist ein US-amerikanischer Regisseur und Produzent. Mit den weltweiten Erfolgen von Der Pate, dessen Nachfolgern, und Apocalypse Now zählt er zu den bedeutendsten Filmschaffenden des amerikanischen Kinos.
Coppola engagierte sich häufig um kritische Distanz zu Hollywoods Filmindustrie und gründete infolgedessen im Jahr 1969 das unabhängige Filmstudio American Zoetrope.
Im Alter von zehn Jahren erkrankte Coppola während eines Ausflugs der Pfadfinder an Polio, wodurch sich eine Lähmung seiner linken Körperhälfte einstellte. Die folgenden neun Monate im Bett verbringend, schaute Coppola häufiger Fernsehen und führte seine ersten Marionettenspiele zur Unterhaltung anderer vor. Coppola akzeptierte die Tatsache, dass er nie wieder laufen könne, sein Vater jedoch besorgte ihm einen Physiotherapeut, mit dessen Hilfe sich Coppolas Zustand allmählich so verbesserte, dass er wieder in der Lage war die Schule zu besuchen. Nachdem sich Coppolas Gesundheitszustand nahezu vollständig erholte, bekam er von seinen Eltern eine Super-8-Kamera geschenkt, mit der er seine ersten Filmerfahrungen machte.
Nach seinem Abschluss erhält Coppola einen Platz für ein Stipendium in der Hofstra University, wo zuvor bereits sein Bruder studierte. Dort belegte Coppola verschiedene Theaterseminare und inszenierte erste Bühnenauftritte. Einen Film, der Coppola zu dieser Zeit inspirierte und beeindruckte, war Sergei Michailowitsch Eisensteins Zehn Tage, die die Welt erschütterten (1927).
Nach dem Studium im Jahr 1959 entschloss sich Coppola auf der Filmhochschule University of California, Los Angeles weiterzustudieren. Während des Studiums traf Coppola auf den unabhängigen Autorenfilmer Roger Corman und wurde zu dessen Assistenten. Er half Corman bei der Produktion seiner Kurzfilme und nahm dabei die Aufgaben eines Schriftstellers, Produktionsassistenten, Tonmeisters und Regisseurs war und eignete sich somit praktische Erfahrungen im Filmbereich an. Während seiner Studienzeit war er auch an Produktionen mehrerer kleiner Horror- und Erotikfilme beteiligt. Sein Regiedebut gab Coppola 1961 mit dem Western Das gibt es nur im Wilden Westen, danach drehte er 1963 den Horrorfilm Dementia 13. Das Drehbuch dieses schwarz-weiß-Films, der von einem Serienkiller handelt, schrieb Coppola selbst. Dementia 13 wurde mit einem Budget von rund 20.000 US-Dollar in Irland gedreht. Seine Filmstudien auf der University of California, Los Angeles beendete Coppola im Jahr 1968 mit der besten Note seines Jahrgangs.
Bis zum Ende der Dreharbeiten waren Coppola und Lucas gute Freunde geworden. Der Regisseur ließ Lucas wissen, dass er plane einen Road-Movie nach der Vorlage einer eigenen Kurzgeschichte namens Echoes zu drehen. Liebe niemals einen Fremden erzählt die Gechichte einer schwangeren Frau, die ihren Ehemann eines Nachts verlässt und sich mit einem Tramper auf eine ziellose Reise begibt. Dabei wollte Coppola selbst zusammen mit Lucas während einer Odyssee von New York nach Nebraska den Film drehen, möglichst unabhängig von Hollywoods Filmstudios. Da Lucas zu dieser Zeit sein eigenes Projekt mit THX 1138 beginnen wollte, machte Coppola Lucas ein Angebot. Er versprach, eine absprache mit Warner Bros.-Seven Arts zu treffen, derzufolge Lucas vom Studio dafür bezahlt würde, ein Drehbuch für THX 1138 zu schreiben. Somit konnte Lucas ihn als Assistenten bei Liebe niemals einen Fremden begleiten und während der Reise gleichzeitig an THX 1138 arbeiten.
Coppola, der sich schon längere Zeit von Hollywoods Filmindustrie abwenden wollte, schlug Lucas vor, ein unabhängiges Studio zu gründen. Nach einer Tagung mit dem Filmemacher John Korty, der von seiner dritte Produktion in seinem eigenen Studio berichtete, beschlossen Lucas und Coppola das Studio Korty Films zu besichtigen. Coppola schaute sich noch andere unabhängige Studios an. So besichtigte er eine kleine Firma namens Lanterna Films in Dänemark und bekam ein Zoetrop als Andenken an seinen Besuch geschenkt. Bald darauf bestellte er zusammen mit Lucas hochwertige Filmausrüstung und kümmerte sich um Räumlichkeiten, die er 1969 in San Francisco gefunden hatte. Seinem Studio gab er den Namen American Zoetrope.
Finanzielle Gewinne erzielt er vor allem mit seinem Weinanbaugebiet.
Francis Ford Coppola gewann bisher insgesamt fünf Oscars bei vierzehn Nominierungen. Er erhielt die Auszeichnung 1971 für das Drehbuch für (das nicht von ihm inszenierte) Patton, 1972 für das Skript zu Der Pate sowie 1975 für Produktion, Regie und Drehbuch für Der Pate II. Coppola produzierte zahlreiche Kinofilme anderer Regisseure, darunter George Lucas' American Graffiti (1973) und Akira Kurosawas Kagemusha (1980) sowie Godfrey Reggios Koyaanisqatsi (1983) und Tim Burtons Sleepy Hollow (1999).
Francis Ford Coppola ist der Onkel des amerikanischen Schauspielers Nicolas Cage und Vater der Regisseure Sofia Coppola (Lost in Translation) und Roman Coppola (Musikvideos) sowie Bruder der Schauspielerin Talia Shire. Sein ältester Sohn, Gian-Carlo, kam 1986 bei einem Bootsunfall ums Leben.
Mann | US-Amerikaner | Italo-Amerikaner | Filmregisseur | Filmproduzent | Drehbuchautor | Oscarpreisträger | Oscarpreisträger | Oscarpreisträger | Geboren 1939
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