François Bayrou (* 25. Mai 1951 in Bordères bei Lourdes) ist ein führender französischer Politiker, Vorsitzender der UDF, Mitvorsitzender der EDP.
Bayrou ist der Sohn eines Kleinbauern. Er studierte zunächst Klassische Literatur an der Universität von Bordeaux und ging dann an die Elitehochschule École Normale Supérieure in Paris.
Politisch stieg er in der bürgerlich-liberalen Union pour la Démocratie Française (UDF) auf, wo er zunächst Deputierter des Départements Pyrénées-Atlantiques war. Er ist geprägt von einer christlich-demokratischen Haltung und ist praktizierender Katholik.
1979-1981 war er hoher Verwaltungsbeamter im Landwirtschaftsministerium von Pierre Méhaignerie, danach war er für den Senatspräsidenten Alain Poher tätig, 1984-1986 Berater von Pierre Pflimlin, als dieser Präsident des Europaparlaments war und 1986-1993 Präsident der Ständigen Gruppe im Kampf gegen den Analphabetismus.
Nach dem Wahlsieg der Rechtsliberalen unter Edouard Balladur berief dieser Bayrou am 29. März 1993 als Minister für nationale Bildung in sein Kabinett. In seiner Amtszeit sorgte er für eine umfassende Überprüfung der Situation der Schüler und Lehrer in Frankreich. Er behielt sein Ministeramt auch, nachdem 1995 Alain Juppé neuer Ministerpräsident wurde, der für eine Erweiterung des Ressorts um den Bereich der Forschung sorgte.
Bayrous Bestreben war es auch, in der politischen Mitte eine Kraft zu schaffen, die stark genug wäre, um den Gaullisten auf der rechten Seite gleichberechtigt gegenüberzutreten. Sein Ministeramt hatte er bis zum 4. Juni 1997 inne, sein Nachfolger wurde Claude Allègre.
Seit 1998 ist er Parteivorsitzender der UDF. Bayrou selbst kandidierte auf einer UDF-Liste 1999 für die Europawahl, die über 9% erreichte und als deren Vertreter er Abgeordneter in Straßburg wurde.
2002 wird er als Kandidat bei den französischen Präsidentschaftswahlen, bei denen er mit 6,8% an vierter Stelle landete.
2002 kam es zur Spaltung der liberalen Mitte, als ein Teil sich dem Plan einer starken rechten Partei unter Jacques Chirac öffnete, der in Form der UMP verwirklicht wurde, während Bayrou der UDF die Eigenständigkeit bewahren wollte.
2002 gab er auch sein Mandat als Europaabgeodneter auf, um Mitglied der französischen Nationalversammlung zu werden. Bei den regionalwahlen in Aquitaine musste er allerdings eine herbe Niederlage gegen den Kandidaten der UMP einstecken; dagegen konnte die UDF bei den Europawahlen des gleichen Jahres 12% der Stimmen verbuchen.
In Europafragen spricht er sich gegen den Beitritt der Türkei zur EU und für die Annahme des europäischen Verfassungsentwurfs aus.
Bayrou schrieb u.a. eine Biographie über König Heinrich IV. von Frankreich. Er ist verheiratet und hat sechs Kinder.
Mann | Franzose | Politiker (Frankreich) | Geboren 1951
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