Frýdlant (deutsch Friedland in Böhmen) ist eine Stadt mit 7.608 Einwohnern (2005) an der Wittig (Smeda) in Tschechien. Sie gehört zum nordböhmischen Okres Liberec und liegt in 295 m ü.M. nördlich des Isergebirges.
Geschichte
Die Gegend um Friedland war Teil des Besitzes der Bischöfe von Meißen um
Seidenberg. 1278 wurde die Herrschaft Seidenberg nach Friedland verlegt und bis 1551 gehörten Schloss und Herrschaft den Herren von
Bieberstein, dann war die Region bis 1620 im Besitz der Herren von Redern. Diesen wurde die Herrschaft im Zuge der
katholischen
Gegenreformation Böhmens entzogen und
Albrecht von Wallenstein bekam sie von Kaiser
Ferdinand II. geschenkt; zugleich wurde ihm der Titel eines Herzogs von Friedland verliehen. Damit erfolgte auch die Trennung der Standesherrschaft Friedland-Seidenberg.
Die Stadt Friedland (Isergebirge) hatte am 1. Dezember 1930 6314 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 5829 und am 22. Mai 1947 4308 Bewohner.
Aufgrund der Beneš-Dekrete wurden 1945 die deutschen Bewohner enteignet und vertrieben.
Ortsteile
Zur Stadt gehören die Ortsteile
- Albrechtice u Frýdlantu (Olbersdorf) mit Filipov (Philippsberg)
- Frýdlant mit Hág (Hag) und Údolí (Jäckelsthal)
- Větrov (Ringenhain) mit Dolní Větrov (Niederringenhain) und Horní Větrov (Oberringenhain).
Sehenswürdigkeiten
Burg und Schloss Friedland
Die Burg Friedland entstand wahrscheinlich Mitte des
13. Jahrhunderts. Zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern, denen die Burg gehörte, zählten die Herren
von Dubá, Bieberstein und Redern.
In dem ältesten Burgmuseum Mitteleuropas können Möbel, Glas, Porzellan und insbesondere Waffen von der Hussitenzeit bis zum
19. Jahrhundert besichtigt werden.
Kirche der Kreuzfindung
Die Kirche (tschechisch
Kostel Nalezení sv. Kříže) wurde in den Jahren
1549-
1551 erbaut. In deren Kapelle befindet sich die Gruft der Familie von Redern aus dem Jahr
1566.
Rathaus
Das Rathaus in Friedland wurde in den Jahren
1893-
1896 im Stile der
Neorenaissance vom
Wiener Architekten
Franz Neumann erbaut. Im 2. Stock befindet sich ein Stadtmuseum.
Weihnachtskrippe Bethlehem
Die Friedländer Weihnachtskrippe wurde von Gustav Simon (1873-1953) in 60-jähriger Bauzeit geschaffen. Sie befindet sich am Rande der Innenstadt, etwas versteckt auf der Zahradní, einer Seitengasse, im Haus Bethlehem (Betlém). Das kleine Fachwerkhaus ist gleichzeitig eines der ältesten Bauwerke von Frýdlant.
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Kirche der Heiligen Maria Magdalena (tschechisch Kostel sv. Maří Magdaleny, orthodox)
- Pestsäule (erbaut im Jahre 1899)
- Aussichtsturm (21 Meter hoher ehemaliger Wasserturm auf dem Resselhügel aus gebranntem Ziegel)
Weblinks
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