Celestial_Equator.gif (englisch celestial equator) ist um ~23.5° zur Ebene der Ekliptik geneigt. Die Schnittpunkte sind die Äquinoktien]] Unter Äquinoktium oder Tagundnachtgleiche versteht man die Stellung, in der die Sonne während ihrer scheinbaren jährlichen Bewegung im Schnittpunkt von Ekliptik und Himmelsäquator steht.
Die beiden Punkte auf der Ekliptik, in denen sich die Sonne im Moment der Äquinoktien befindet, sind die Äquinoktialpunkte, die Beginn oder Ende einer Astronomischen Jahreszeit markieren:
Die mittleren Äquinoktialpunkte nennt man auch Widderpunkt und Waagepunkt.
Als Äquinoktium bezeichnet man auch den mittleren Frühlingspunkt selbst, die Lage des Frühlingspunkts (Positionsangabe) zu einem bestimmten Zeitpunkt, sowie jenen Zeitpunkt, für den die Lage des Frühlingspunkts festgestellt wird. In diesen Bedeutungen spielt der Begriff des Äquinoktiums eine wichtige Rolle bei der Definition astronomischer Koordinatensysteme, die den veränderlichen Frühlingspunkt als Koordinaten-Nullpunkt verwenden. Da er langfristig seine Position verändert, wird er als Äquinoktium des Datums oder als Standardäquinoktium mit einem Zeitbezug angegeben.
Zu diesem Zeitpunkt sind für alle Orte der Erde Tag und Nacht etwa gleich lang, daher der Name Tag-und-Nacht-Gleiche. Jahreszeiten99 DE2.jpg
Die mittleren Äquinoktialpunkte - die keine kurzperiodischen Bewegungen mitmachen – sind der Widderpunkt, nach dem Widder (Sternbild), als mittlerer Frühlingspunkt und der Waagepunkt, nach der Waage (Sternbild) als mittlerer Herbstpunkt.
Übliches Symbol für den Widderpunkt, der eine herausragende Bedeutung in der Himmelsmechanik spielt, ist oder ♈ (U+2648).
Er ist der Koordinatennullpunkt für ekliptikale Koordinaten und äquatoriale Koordinaten und etliche andere astronomische Grundgrößen. Seine englische Bezeichnung ist first point of aries.
Diese Zeitpunkte fallen bis auf wenige Sekunden mit den Zeitpunkten zusammen, in denen der Mittelpunkt der Sonnenscheibe den Himmelsäquator überquert, in denen die Sonne also von der südlichen zur nördlichen (ekliptikale Länge 0°) oder von der nördlichen zur südlichen Himmelshälfte (ekliptikale Länge 180°) überwechselt. Der geringe Zeitunterschied resultiert aus dem Umstand, dass es eigentlich der Schwerpunkt des Erde-Mond-Systems ist, der sich gleichmäßig in der mittleren Erdbahnebene um die Sonne bewegt, während die Erde selbst diesen Schwerpunkt umkreist (wahre Erdbahn) und sich in Regel etwas oberhalb oder unterhalb dieser Ebene befindet. Vom geozentrischen Beobachter aus gesehen läuft die Sonne daher nicht exakt auf der Ekliptik (sie hat eine ekliptikale Breite ungleich Null). Sie passiert deshalb nicht exakt durch Frühlings- und Herbstpunkt und überquert den Äquator bevor oder nachdem sie die eklipikale Länge dieser Punkte erreicht. Diese Zeitdifferenz macht ein paar Sekunden aus.
Auf der Nordhalbkugel beginnt mit der März-Tagundnachtgleiche der Frühling und mit der September-Tagundnachtgleiche der Herbst. Auf der Südhalbkugel beginnt mit der März-Tagundnachtgleiche der Herbst und mit der September-Tagundnachtgleiche der Frühling.
Zu den Tagundnachtgleichen sind überall auf der Erde Tag und Nacht (ungefähr, siehe unten) gleich lang, weil jeweils die Hälfte der täglichen Sonnenbahn (dem Tagbogen) oberhalb bzw. unterhalb des Horizonts liegt. Überall auf der Erde geht die Sonne fast genau im Osten auf und im Westen unter.
Zwischen den Äquinoktien liegen die Sonnenwenden, also die Zeitpunkte, in denen die Sonne ihren größten Abstand vom Himmelsäquator erreicht und senkrecht über den Wendekreisen der Erde steht. Äquinoktien und Sonnenwenden stellen den Beginn der jeweiligen astronomischen Jahreszeiten dar.
Definitionsgemäß geht die Sonne bereits dann auf, wenn ihr oberer Rand die Horizontlinie überschreitet (siehe Aufgang (Astronomie)), also eine kurze Zeitspanne bevor ihr Mittelpunkt über den Horizont tritt. Abends ereignet sich der Sonnenuntergang eine kurze Zeitspanne nachdem der Sonnenmittelpunkt unter den Horizont gesunken ist, nämlich dann, wenn der letzte Sonnenstrahl des oberen Sonnenrandes erlischt (jeweils etwa 1°, 4 Zeitminuten). Auch die Lichtbrechung, die eine scheinbare Anhebung der Sonnenscheibe um etwa 0,5° am Horizont bewirkt, verursacht eine kleine Verlängerung des lichten Tages gegenüber der Nacht. Tag und Nacht sind daher zum Zeitpunkt der Tagundnachtgleichen nicht wirklich streng gleich lang. Der Begriff Tagundnachtgleiche hat sich dennoch eingebürgert; er stammt aus der sphärischen Astronomie, in der atmosphärische Einflüsse und die Ausdehnung der Sonnenscheibe ignoriert werden und beschreibt den Umstand, dass Tagbogen und Nachtbogen eines auf dem Himmelsäquator stehenden Punktes (wie z. B. des Sonnenmittelpunktes zur Tagundnachtgleiche) gleich lang sind.
| Frühlingstagundnachtgleiche | ||
|---|---|---|
| 2003 | 21. März | 02:00 MEZ |
| 2004 | 20. März | 07:47 MEZ |
| 2005 | 20. März | 13:33 MEZ |
| 2006 | 20. März | 19:25 MEZ |
| 2007 | 21. März | 01:07 MEZ |
| 2008 | 20. März | 06:48 MEZ |
Die Zeit zwischen zwei Frühlingstagundnachtgleichen definierte früher ein tropisches Jahr. Dessen genaue Definition ist heutzutage aber anders festgelegt.
Für viele Naturvölker war und ist die Frühlingstagundnachtgleiche eines der zentralen Feste des Jahres.
| Herbsttagundnachtgleiche | ||
|---|---|---|
| 2003 | 23. September | 12:47 MESZ |
| 2004 | 22. September | 18:30 MESZ |
| 2005 | 23. September | 00:23 MESZ |
| 2006 | 23. September | 06:03 MESZ |
| 2007 | 23. September | 11:51 MESZ |
| 2008 | 22. September | 17:44 MESZ |
Weitere Details zum Datum der Tagundnachtgleichen siehe im Artikel Jahreszeiten.
Der Frühlingspunkt (auch Widderpunkt) ist der Punkt auf der imaginären Himmelskugel, bei dem die Sonne auf ihrer auf diese Kugel projizierten Bahn, der Ekliptik, auf dem Weg von Süden nach Norden den Himmelsäquator durchschneidet (Rektaszension = 0h).
Dementsprechend ist der Herbstpunkt (auch Waagepunkt) der Punkt auf der imaginären Himmelskugel, bei dem die Sonne auf ihrer auf diese Kugel projizierten Bahn den Himmelsäquator auf dem Weg von Norden nach Süden durchschneidet (Rektaszension = 12h).
Im Winkel von 90° zum Frühjahrspunkt und Herbstpunkt liegen jeweils der Sommerpunkt (Rektaszension = 6h) und der Winterpunkt (Rektaszension = 18h), in denen die Sonne bei der Sonnenwende steht.
Der Präzessionsbewegung überlagern sich zusätzliche periodische Einflüsse; sie werden verursacht von der Schiefe der Umlaufbahn des Mondes, die um 5° 9' gegen die Ekliptik geneigt ist, der sich kontinuierlich verschiebenden Knotenlinie der Mondumlaufbahn und periodischen Schwankungen in der Verlagerung der Rotationsachse der Erde. Diese verschiedenen periodischen Schwankungen, die die Erdachse zusätzlich zur Präzession ausführt, werden in der Astronomie unter dem Begriff Nutation zusammengefasst. Die Drift der Äquinoktialpunkte entlang der Ekliptik erfolgt daher nicht völlig gleichmäßig, sondern mit periodisch leicht schwankender Geschwindigkeit.
Nicht mit dem Äquinoktium verwechselt werden darf der Begriff der Epoche. Die Epoche bezeichnet den tatsächlichen Zeitpunkt einer Beobachtung oder eines Vorgangs, das Äquinoktium das Koordinatensystem, in dem gemessen wird. Beispiel: der Stern Arcturus hat zu verschiedenen Epochen die folgenden auf verschiedene Äquinoktien bezogenen äquatorialen Koordinaten Rektaszension und Deklination:
| Epoche | Äquinoktium | ||
|---|---|---|---|
| J2000.0 | des Datums | J2050.0 | |
| 1. Januar 2000 | 213,9153° / 19,1824° | 213,9153° / 19,1824° | 214,5019° / 18,9522° |
| 12. August 2028 | 213,9061° / 19,1665° | 214.2418° / 19,0346° | 214,4928° / 18,9363° |
| 1. Januar 2050 | 213,8992° / 19,1546° | 214,4860° / 18,9244° | 214,4860° / 18,9244° |
Die Änderung der Koordinaten für verschiedene Epochen aber dasselbe fixe Äquinoktium (J2000.0 oder J2050.0) spiegelt die Eigenbewegung des Sterns wider. Die Verschiedenheit der Koordinaten für dieselbe Epoche aber unterschiedliche Äquinoktien ist auf die Präzession zurückzuführen. Die im Äquinoktium des Datums gegebenen Koordinaten beinhalten den Einfluss sowohl der Eigenbewegung als auch der Präzession.
Für Berechnungen ist es oft vorteilhaft, den periodischen Einfluss der Nutation auf die Bewegung des Äquinoktiums zu ignorieren und sich auf ein fiktives gleichmäßig bewegtes Äquinoktium zu beziehen (die Nutation muss dann natürlich nachträglich auf die Resultate wieder addiert werden). Es handelt sich dann um das mittlere Äquinoktium, während das wahre Äquinoktium den Einfluss der Nutation enthält.
Die genaue Lage des Äquinoktiums muss ebenso wie die Lage des Äquators und der Ekliptik durch Beobachtung bestimmt werden. Dazu wird gelegentlich geeignetes Beobachtungsmaterial besonders sorgfältig ausgewertet. Das Ergebnis ist z. B. ein Sternkatalog, dessen Koordinatenangaben möglichst genau die Position der Sterne bezüglich des gesuchten Äquinoktiums angeben. Diese Koordinaten verkörpern das Koordinatensystem für den praktischen Gebrauch und stellen ein Fundamentalsystem dar, auf das sich andere Positionsmessungen beziehen können. Werden z. B. die Koordinaten eines Sterns bestimmt, indem sein Abstand von geeigneten Fundamentalsternen gemessen wird, so beziehen sich seine gefundenen Koordinaten automatisch auf das Äquinoktium des Fundamentalsystems. Das Äquinoktium, das aus Katalogpositionen abgeleitet wird (als Schnittpunkt des Stundenkreises der Rektaszension Null mit dem Äquator), ist das Katalogäquinoktium. Das vom Fundamentalsystem verkörperte Äquinoktium fällt aufgrund unvermeidlicher Messungenauigkeiten nie völlig exakt mit dem tatsächlichen Äquinoktium zusammen. Bei hohen Genauigkeitsansprüchen ist daher der Katalog anzugeben, auf dessen Katalogäquinoktium sich die Messungen beziehen. Wird das Äquinoktium ausschließlich aus Planetenbeobachtungen abgeleitet (der Drehimpulsvektor der Erdbewegung steht beispielsweise senkrecht auf der Ekliptikebene und erlaubt diese zu bestimmen), so erhält man ein dynamisches Äquinoktium.
Astronomisches Koordinatensystem | Astronomischer Zeitbegriff
Равноденствие | Equinocci | Rovnodennost | Jævndøgn | Equinox | Ekvinokso | Equinoccio | Võrdpäevsus | Équinoxe | Equinoccio | נקודת השוויון | Napéjegyenlőség | Equinoxo | Equinozio | 分点 | dorduncte | Lygiadienis | Equinox | Równonoc | Равноденствие | Ekinoks | 春分
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