Dieser Artikel beschäftigt sich mit den medizinischen Möglichkeiten der Früherkennung von Krankheiten. Diese Maßnahmen sind eine Form des Screenings.
Solche Maßnahmen werden gelegentlich auch als Vorsorgeuntersuchung bezeichnet. Dieser Begriff ist jedoch sachlich nicht korrekt. Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten werden als Prophylaxe oder Prävention bezeichnet. Ein klassisches Fachgebiet der Medizin, welches sich fast ausschließlich mit Vorsorge und Vermeiden von Erkrankungen befasst, ist zum Bsp. die Arbeitsmedizin.
Prinzipiell jedoch dürfen Möglichkeiten nicht zu Notwendigkeiten werden. Gerade beim Einführen einer Untersuchung als Reihenuntersuchung sind alle Vor- und Nachteile der Methode, sowie Möglichkeiten und Grenzen der Behandelbarkeit einer Erkrankung gründlich gegeneinander abzuwägen.
Bei der Beurteilung der Erfolge der Früherkennung ist eine unvermeidliche Schönfärbung von Erfolgsstatistiken zu berücksichtigen, die ihren Wert unterminiert:
Hierzu wird methodisch zuallermeist - statt einer Lebensverlängerungs-Statistik - leider die n-Jahres-Überlebensraten-Statistik herangezogen. Durch die Früherkennung wird der Zeitabstand von der (vorverlegten) Erst-Diagnose bis zum Tod des Patienten erheblich verlängert, oftmals über die Meß-Frist von n Jahren hinaus, so daß von dieser Patienten-Untergruppe auch solche, denen die Therapie kaum oder gar nicht hilft, jetzt unter "Erfolg" verbucht werden, obwohl sie kaum bzw. keinen Tag länger leben, als sie es ohne Früherkennung würden. Und gerade die unwirksamsten Therapien profitieren von diesem Schönfärbe-Effekt am meisten.
Jeder gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren hat das Recht, sich alle 2 Jahre "auf Herz und Nieren" prüfen zu lassen. Dazu gehören neben einer Anamnese (Befragung über die gesundheitliche Vorgeschichte, familiäre Krankheiten) die Ganzkörperuntersuchung (körperliche Untersuchung durch den Arzt einschl. Blutdruckmessung), eine Untersuchung des Blutzucker- und Cholesterinspiegels und eine Urinuntersuchung.
Dabei werden auffällige Befunde der weiteren diagnostischen Abklärung zugeführt, mit allen weiteren Konsequenzen (psychische Belastung, Biopsie)
Nicht alle Krankheiten werden mit den Vorsorgeuntersuchungen erfasst (falsch-negativ). Außerdem gibt es Fehlalarme (falsch-positiv).
Eine Maßnahme zur Früherkennung von Krebs ist keine Primärprophylaxe, so wie etwa das Zähneputzen Karies verhindert. Allerdings sind solche Maßnahmen einer der klassischen Bereiche der Vorsorgemedizin. Die Primärprophylaxe in der Krebsvorsorge findet unter anderem im Bereich der Lebensstiländerung statt, z.B. der Verzicht auf Tabakkonsum (Rauchen).
Einige Menschen glauben fälschlicherweise, ein Screening nach einem Krebs-Frühstadium sei eine Maßnahme der Vorsorge, da sie meinen, Krebs werde dadurch verhindert (Black et al. 1997). Mit Krebsvorsorge ist eigentlich das Screening nach Frühformen von Krebs gemeint, siehe Screening. * , *.
Eine diagnostische Methode kann zur Früherkennung bei scheinbar gesunden Personen dienen. Liegt schon ein Verdacht vor, kann nicht mehr von Früherkennung gesprochen werden; die (gleiche) Methode gilt dann als diagnostischer Test.
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"Früherkennung von Krankheiten".
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