Frömmigkeit (griech. ευσεβεια - des Menschen Liebe zu Gott) bezeichnet das richtige, oft vorbildliche religiöse Verhalten des Menschen, seine Gesinnung und sein Handeln in der Beziehung zu Gott. Der fromme Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass sein Denken und Tun wahrhaftig sind, dass sie im Einklang mit seiner Person und Persönlichkeit stehen. Wenn das nicht der Fall ist, aber versucht wird den Eindruck von Frömmigkeit zu erreichen, spricht man von Frömmelei, Bigotterie und Scheinheiligkeit. "Fromm" wird auch definiert als: dem Leben, unberechenbarem, bis hin zu Synchronizitäten gegenüber erwartungsvoll, vertrauend, hoffend...
Das Phänomen Frömmigkeit findet sich in jeder Religion. Man kann zwischen innerer mystischer und expressiver ekstatischer Frömmigkeit unterscheiden.
In der Regel drückt sich Frömmigkeit einerseits religiös in Gebet, Opfer, der (regelmäßigen) Teilnahme an religiösen (Kult)Handlungen, und andererseits praktisch in respektvollem und barmherzigem Umgang mit den Lebenden und Toten aus. Die Stärke der religiösen Ausübung und die Anforderungen an den einzelnen Gläubigen können stark variieren.
Bereits im antiken Rom umfasst die "pietas" die äußere kultische Handlung und die ihr zugrunde liegende innere Gesinnung. (Cicero: De domo sua)
Im Alten Testament macht die Gottesfurcht den Kern der Frömmigkeit aus. Scheu vor dem strafenden, zürnenden Gott und Jubel über sein Erbarmen kennzeichnen die innere Haltung Israels im Alten Testament. Abraham gilt als der Idealtypus der israelitischen Frömmigkeit, die aus der Bewährung in der Tat gepaart mit Demut und Gottvertrauen besteht und in völlige Hingabe mündet.
Im späteren Judentum ist der Frömmigkeitsbegriff eng mit dem Begriff der Gesetzestreue verbunden, was bedeutet, dass der fromme Jude sich an die Vorschriften und Gesetze seiner Vorväter, in erster Linie, wie sie in den fünf Büchern Mose festgehalten sind, hält. z. B. den Sabbat einzuhalten, die Reinheitsgebote genau zu beachten, zu fasten, Almosen zu geben usw. Dieser Frömmigkeitsbegriff, den die Pharisäer vertraten, führte -- falsch verstanden -- zur Gesetzes-Frömmigkeit, die aus rein formalem Gehorsam bestand, und durch deren Einhaltung sich gewisse Menschen berechtigt fühlten, Gott gegenüber auch Ansprüche zu stellen. Allerdings wird so eine Haltung von fast allen jüdischen Autoritäten abgelehnt -- das Einhalten des Gesetzes ist ihnen zwar in der Tat sehr wichtig, ersetzt aber keineswegs die nötige innerliche Haltung zu Gott.
Im Ostjudentum der frühen Neuzeit entwickelte sich die ekstatische Frömmigkeit des Chassidismus.
Bereits seit der Veräußerlichung des Christentums der Alten Kirche galt vor allem das von der "Welt" abgewandte zurückgezogene Leben z. B. im Kloster als Ausdruck tiefer Frömmigkeit und erst im Laufe der Zeit erweiterte sich das Verständnis der Frömmigkeit dahin, dass jeder Gläubige als fromm gelten kann, ohne dass seine Frömmigkeit an bestimmte äußere Gegebenheiten, z. B. das Leben im Kloster, gebunden sein musste.
Seit der Aufklärung wird, vorwiegend im Protestantismus, immer mehr die "Innerlichkeit" betont, das religiöse Gefühl des einzelnen Gläubigen, der auch im "stillen Kämmerlein" seine Frömmigkeit leben kann, wird wichtig. Hieraus entstand im 18. Jahrhundert die große Bewegung des Pietismus, die in ihren Anfängen ganz von dieser persönlichen, privaten Frömmigkeit geprägt war. Jeder muss vor sich selbst und seinem Schöpfer vertreten, wie intensiv und wahrhaftig er seinen Dienst für Gott und die Menschen versieht. Im 19. Jahrhundert wird Frömmigkeit noch weiter verengt als "Bestimmtheit des Gefühls", so Schleiermacher.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frömmigkeit der einzelnen Gläubigen sehr unterschiedlich sein kann, dass sie sich aber immer auf Gott, seine Schöpfung und Gnade und auf seinen Sohn, Jesus Christus, bezieht und die Teilhabe an der christlichen Gemeinschaft beinhaltet.
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