Die Fränkische Saale ist ein Zufluss des Mains in Unterfranken. Unterfranken ist einer der drei fränkischen Regierungsbezirke im Norden des deutschen Bundeslandes Bayern.
Länge & Einzugsgebiet
Die Fränkische Saale ist 136 Kilometer lang. Ihr Wassereinzugsgebiet beträgt ungefähr 2700 km
2.
Flusslauf
Fränkische Saale Morlesau.jpg
Die Fränkische Saale entspringt in
Unterfranken im
Grabfeld bei
Bad Königshofen. Dort liegt ihre gefasste Quelle 1,7 Kilometer östlich von
Alsleben (einem Ortsteil von
Trappstadt) an der Straße nach
Gömpertshausen unterhalb des 390 Meter hohen
Kapellenbergs. Von dort aus fließt ihr Wasser zumeist in südwestlicher Richtung entlang des Südostrandes der
Rhön durch die unten genannten Orte, um bei
Gemünden in den Main zu münden.
Kilometrierung
Die Kilometrierung der Fränkischen Saale erfolgt von der Mündung in den Main (Saalekilometer 0,00, Mainkilometer 211,0) zur Quelle (Saalekilometer 136,0).
Ökologie
Die Fränkische Saale wurde Jahrhunderte lang von Menschen im Interesse einer intensiveren Nutzung des Saaletals umgestaltet. Der Flusslauf wurde begradigt, indem man
Mäanderbögen durchstach. Die Breite des Flusses wurde auf weiten Strecken vereinheitlicht. Auwälder wurden gerodet und die Ufer befestigt,
Wassermühlen,
Kleinkraftwerke und
Stauwehre wurden errichtet, ehemalige
Überschwemmungszonen bebaut.
All dies hat die ökologische Funktionsfähigkeit des Flusses stark beeinträchtigt. Uferverbau und Wehre verändern die Fließgeschwindigkeit und Durchgängigkeit, zerstören die Einheit von Fluss und Aue und begünstigen verheerende Hochwasser. Seit einigen Jahren versuchen Projekte des Wasserwirtschaftsamts Schweinfurt durch Rückbau von Uferbefestigungen, Bachumgehungen von Wehren und Aufforstung von Auwäldern der Fränkischen Saale ihre alte ökologische Funktion zum Teil zurück zu geben.
Hochwasser
Besonders betroffen von regelmäßigen Überschwemmungen der saalenahen Ortskerne sind
Bad Kissingen,
Wolfsmünster und
Gemünden, wie die Hochwassermarken an historischen Gebäuden bezeugen. Bad Kissingen erlebt nicht selten Überschwemmungen mehrmals in einem Jahr.
Pegelmessungen
Pegelmessungen finden in Bad Kissingen (Pegel Prinzregentenbau) und Wolfsmünster (Pegel Saalebrücke) statt. Die Messstände werden durch das Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt veröffentlicht.
Geschichtliches
Frühe Schifffahrt
Bis ins 14. Jahrhundert haben Fränkische Saale und ihre Zuflüsse deutlich mehr Wasser geführt als heute, da damals die Höhen ihres Zuflussgebiets wie
Rhön und
Grabfeld dichter von Laubwäldern bestanden waren, und die humosen Böden Niederschlags- und Bodenwasser gleichmäßiger abgegeben konnten. Der normale Wasserstand der Saale entsprach einem durchschnittlichen Hochwasser heutiger Zeit, sodass die Uferlandschaften nass bis sumpfig waren. Bis auf den üblichen
Treidelpfad waren die Saaleauen- und Wiesen kaum passierbar. Es war unmöglich, mit Fuhrwerken oder gepanzerten Reitern außerhalb fester Wege zu verkehren. Erschwerend kam hinzu, dass man den Fluss nicht an beliebiger Stelle überqueren konnte. Es gab nur wenige Brücken und Furten. Dass die Fränkische Saale schon 790 schiffbar gewesen sein muss, belegt eine Eintragung
Einhards in die
Reichsannalen aus diesem Jahr. Wie der Schreiber
Karls des Großen vermerkte,
(...) fuhr der König (Karl) zu Schiff auf dem Rhein hinauf nach dem Palast, den er zu Salz in Deutschland, an der Fränkischen Saale erbaut hatte und kehrte dann wieder auf demselben Fluss zu Tal nach Worms zurück (...). Karl der Große hatte bereits 777 seinen saalfränkischen Besitz
Hammelburg und die gesamte Gemarkung dem
Kloster Fulda übereignet, dem es dadurch möglich war, an der
Furt bei Hammelburg jeden Schiffsverkehr zwischen Orten oberhalb und unterhalb der Stadt zu unterbinden oder
Zölle zu erheben
Die Saalebrücke bei Hammelburg
Bis zur Erbauung der Saalebrücke 1221 ermöglichte nur diese Furt eine Querung der Fränkischen Saale vor den Toren Hammelburgs. Die stark befestigte, zum Gebiet des Klosters Fulda gehörende Stadt kontrollierte die hier verlaufende wichtige
Fernstraße von
Italien über
Augsburg,
Schwaben,
Würzburg nach
Kassel, sowie die
Niederlande und die
Nordseehäfen. In der Mitte der fünfbogigen steinernen Brücke hat als Vorposten ein
Wehrturm gestanden. Ein weiteres Bollwerk, die am linken Saaleufer aufragende
Schloss Saaleck, ebenfalls zu Hammelburg gehörend, schützte den Übergang von Süden her. Ohne Erfolg versuchten die Truppen des Würzburger
Fürstbischofs Hermann von Lobdeburg mehrmals in den Jahren 1224 – 1265, Saalburg, Brücke und Stadt einzunehmen. Auch weitere Versuche seiner Nachfolger schlugen fehl. Dieser Streit ist erst nach gut zweihundert Jahren durch ein Mandat des
Kaisers Maximilians und endgültig durch einen Entscheid des
Reichskammergerichts von 1552 zu Gunsten Fuldas ausgegangen. Die getroffenen Regelungen hatten bis zur Eingliederung Hammelburgs in das
Königreich Bayern 1816 Bestand. Danach wurde der Torturm auf der Saalebrücke geschleift.
1945, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, sprengten deutsche Pioniere Teile der romanischen Bogenbrücke. Die Schäden unterbrachen zwar den Verkehr, waren aber nicht so schwer, als dass man die Brücke nicht hätte wieder herstellen können. Stattdessen entfernte man die Reste des historischen Bauwerks und führte 1952 einen völligen Neubau in Stahlbetonbauweise aus. In elegantem Bogen schwingt sich seitdem die Nachfolgerbrücke vor Hammelburg über die Saale.
Zuflüsse
In die Fränkische Saale fließen unter anderen diese
Zuflüsse:
Orte an der Fränkischen Saale
Folgende Orte und Städte werden von der Fränkischen Saale durchflossen:
Burgen und Schlösser im Saaletal
Im Saaletal liegen einige sehenswerte Schlösser und Burgen:
Brücken über die Saale
Saaletalbahn.JPG
Wichtige Flussüberquerungen sind:
- bei km 108.3 Autobahnbrücke der A 71 bei Hollstadt
- bei km 108,0 Straßenbrücke der B 279 bei Hollstadt
- bei km 99,8 Eisenbahnbrücke der Hauptstrecke Schweinfurt – Schmalkalden
- bei km 96,5 Straßenbrücke der B 19 bei Bad Neustadt
- bei km 60,4 Straßenbrücke in Bad Kissingen
- bei km 51,5 zwei Straßenbrücken bei Euerdorf
- bei km 44,2 Eisenbahnbrücke der Saaletalbahn bei Trimberg
- bei km 41,5 Straßenbrücke am Ortsende von Elfershausen
- bei km 41,0 Autobahnbrücke der A 7 Kassel-Würzburg
- bei km 32,8 Straßenbrücke der B 287 in Hammelburg-Fuchsstadt
- bei km 29,8 Straßenbrücke der Umgehung Hammelburg
- bei km 26,4 Straßenbrücke in Hammelburg
- bei km 20,0 Straßenbrücke in Morlesau
- bei km 17,1 Ponton-Brücke Roßmühle bei Weikersgrüben
- bei km 15,0 Straßenbrücke in Michelau
- bei km 9,8 Straßenbrücke bei Schonderfeld
- bei km 7,9 historische Straßenbrücke in Wolfsmünster
- bei km 4,0 Fußgängersteg bei Kloster Schönau
- bei km 0,6 zwei Straßenbrücken in Gemünden
- bei km 0,1 Eisenbahnbrücke der Main-Spessart-Bahn Würzburg-Frankfurt am Main in Gemünden
Stauwehre
Fraenkische_Saale_Rossmuehle.jpg
Zahlreiche Stauwehre finden sich im Lauf der Fränkischen Saale, ursprünglich gebaut, um Wassermühlen anzutreiben, heute teilweise zur Stromerzeugung genutzt. Alle Wehre sind mit
Fischtreppen versehen:
- bei km 58,5 Wehr bei Bad Kissingen
- bei km 50,5 Wehr Karwinkelsmühle
- bei km 48,0 zwei Wehre bei Aura
- bei km 43,8 Wehr bei Trimberg
- bei km 41,9 Wehr Saalemühle bei Elfershausen
- bei km 38,5 Wehr bei Langendorf
- bei km 37,7 Wehr bei Westheim
- bei km 36,8 Wehr Fuchsstätter Mühlen
- bei km 29,1 Wehr Herrenmühle Hammelburg
- bei km 28,1 Wehr ehemaliges Kraftwerk des Klosters Altstadt (Hammelburg)
- bei km 27,6 Wehr Schloss Saaleck
- bei km 24,1 Wehr Rödermühle
- bei km 22,5 Wehr Neumühle, Kraftwerk
- bei km 17,0 Wehr Roßmühle, Kraftwerk
- bei km 7,7 Wehr Wolfsmünster
- bei km 4,0 Wehr Kloster Schönau
- bei km 1,5 Wehr Gemünden (verfallen)
Wasserwandern
Trotz der vielen Wehre ist die Fränkische Saale bei
Kanufahrern als langsam fließender und verträumter Wanderfluss beliebt. Sie darf von Bad Neustadt bis Gemünden zwischen 7 und 21 Uhr von Booten bis 6 Meter Länge befahren werden.
Rafting,
Floßfahrten und das Zusammenkoppeln von Booten sind nicht erlaubt. Die Wehre sind bis auf wenige Ausnahmen nicht befahrbar und müssen umtragen werden.
Die Saaletalbahn
Entlang der Fränkischen Saale verläuft die
Saaletalbahn genannte Bahnlinie von Bad Kissingen über Hammelburg und Gräfendorf nach Gemünden.
Literatur
- Rhönklub e.V. (Hg.) Durch die Rhön, Verlag Parzeller, Fulda 2001, ISBN 3-7900-0327-1
Weblinks
Fluss in Bayern | Bayern | Nebenfluss des Mains
Fränkische Saale
http://www.gasthaus-wolz.de