Der SC Fortuna Köln ist ein Kölner Fußball- und Handballverein. Er ist nach dem 1. FC Köln der erfolgreichste Fußballverein aus Köln.
Die Fortuna Köln blieb in all den Jahren ein über die Stadtgrenzen hinaus wenig Resonanz findender Südstadtclub mit ziemlich schwachem Zuschauerzuspruch und konnte die dominierende Stellung des 1. FC Köln in der Stadt niemals ernsthaft gefährden. Einige der größten Momente in der Vereinsgeschichte resultierten nichtsdestotrotz aus den sehr wenigen Lokalderbys mit dem großen Rivalen (insgesamt nur zehn Pflichtspiele in über fünfzig Jahren: vier im Pokal, sechs in Liga). 1983 unterlag eine couragierte Fortuna im DFB-Pokalfinale in Müngersdorf gegen einen schwachen FC mit 0:1, das Publikum feierte die unglücklichen Verlierer. In der Saison 1998/99 bot sich erneut die Chance einer Änderung der Verhältnisse, als der FC in die Zweite Liga abstieg. In beiden Lokalderbys dieser Saison wurde der FC in dessen jeweils ausverkaufem Müngersdorfer Stadion klar besiegt (4:2 und 3:0). In der Endabrechnung gelang der Wachwechsel jedoch nicht: Fortuna Köln war am vorletzten Spieltag der Saison 1998/99 noch einen Platz vor dem großen Rivalen aus der Stadt, am Ende jedoch vier Plätze dahinter. Der FC stieg in der Saison 1999/2000 in die 1. Bundesliga auf und die Fortuna aus der 2. Fußball-Bundesliga ab.
In dieser Situation zeigte sich wieder, dass der Verein finanziell fast ausschließlich von seinem Vorsitzenden und Mäzen Jean Löring abhing. Selbst in der einzigen Erstliga-Saison 1973/74 hatte der Verein finanziell Pech: Das Müngersdorfer Stadion wurde neu gebaut und deshalb mussten die Heimspiele der Fortuna und des 1. FC in der viel kleineren Radrennbahn stattfinden, was sich auf der Einnahmenseite beider Vereine deutlich bemerkbar machte. 26 Jahre schaffte es Löring, den kleinen Verein in der zweiten Bundesliga zu halten. 2001 jedoch war Löring Pleite, kurz darauf erkrankte er schwer; im März 2005 starb er an Krebs. Auch dem Verein ging es ohne den langjährigen Mäzen nicht mehr gut: Fortuna Köln stürzte bis in die viertklassige Oberliga ab und musste dort während der Saison 2004/2005 den Spielbetrieb aus finanziellen Gründen einstellen, nachdem die Mannschaft in der gesamten Hinrunde nur drei Punkte auf ihr Konto gebracht hatte. Der vorerst letzte Auftritt in der Oberliga war eine 0:5 Niederlage bei der U23-Mannschaft von Alemannia Aachen, bevor sich der Verein im Januar 2005 vom Spielbetrieb zurückzog.
In einem Fax an den Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband teilte der Vorstand des Fortuna Köln den sofortigen Rücktritt der 1. Mannschaft vom Spielbetrieb der Oberliga Nordrhein mit. Der Spielbetrieb von den anderen Mannschaften wie Jugendabteilung, 2. Mannschaft, 3. Mannschaft, Damenmannschaft und Handballabteilung blieben von dem Rücktritt ohne Folgen.
Der anfängliche Insolvenzplan fand keine Mehrheit in der Gläubigerversammlung. Erst eine große Spendenaktion und ein Benefizspiel gegen den 1. FC Köln (10:0 für den 1. FC vor 6.350 Zuschauern) brachten die vorerst ausreichende Summe von 35.000,- € zusammen. Somit ist der Spielbetrieb der Fortuna, deren Jugendabteilung mit 500 Spielern, 25 Mannschaften und 90 Trainern sowie Betreuern eine der größten Jugend-Fußballabteilungen in ganz Deutschland ist, vorerst gerettet und wird unter dem Präsidenten Egbert Bischoff fortgesetzt. In der Saison 2005/06 spielt die 1. Mannschaft in der Verbandsliga Mittelrhein und hat mit im Schnitt 400 Zuschauern mehr Zuschauer als so mancher Regionalligist. Mit einem 7. Platz zum Saisonende konnte der freie Fall der letzten Jahre gestoppt werden.
Die Fortuna ist der Verein mit den meisten Zweitligajahren (26) und führt die Ewige Zweitligatabelle momentan an. Daran dürfte sich in absehbarer Zukunft auch nicht viel ändern, denn außer Alemannia Aachen (Vorsprung der Fortuna: 189 Punkte) haben alle derzeitigen Zweitligisten einen großen Abstand.
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