| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Forst.png | Karte_forst_lausitz_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Brandenburg |
| Kreis: | Landkreis Spree-Neiße |
| Geographische Lage: | |
| Höhe: | 77 m ü. NN |
| Fläche: | 110,59 km² |
| Einwohner: | 22.694 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 205 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 03141–03149 |
| Vorwahl: | 03562 |
| Kfz-Kennzeichen: | SPN |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 71 076 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Promenade 9 03149 Forst |
| Website: | forst-lausitz.de |
| Bürgermeister: | Dr. Gerhard Reinfeld (CDU) |
Forst (sorb. Baršć) in der Niederlausitz ist die Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße. Die Stadt liegt östlich von Cottbus an der Neiße. Am gegenüberliegenden polnischen Ufer liegt der ehemalige Stadtteil Berge, er heißt heute Zasieki und gehört zur Gemeinde Brody (Pförten). Forst ist der einzige Ort der Lausitz mit dem Namenszusatz Lausitz, andere Orte benennen in ihren Namenszusätzen den Teil der Lausitz explizit, z. B. Weißwasser/Oberlausitz und Spremberg/Niederlausitz.
Südlich des sorbischen Dorfes Altforst mit der Marienkirche bildete sich wohl um 1150 am Übergang der wichtigen West-Ost-Straße von Halle nach Glogau (Salzstraße) über die Neiße eine Kaufmannssiedlung mit Nikolaikirche, woraus sich seit etwa 1265 die regelmäßig angelegte, im 14. Jahrhundert erstmals als solche bezeichnete Stadt entwickelte, für deren Gedeihen später auch die Nord-Süd-Straße von Guben in die Niederlausitz an Bedeutung erlangte. Der Rat konnte die Niedergerichte erwerben. 1352 bekam Katharina von Ileburg von Friedrich III. von Meißen die Herrschaft Forst verliehen.
Seit 1380 saßen auf der Burg westlich des Mühlgrabens die Biebersteiner als Vasallen des Markgraftums Niederlausitz, zumeist in Verbindung mit der Herrschaft Pförten, die in der Landesverfassung eine bevorzugte Stellung innehatte. Sie blieben dort bis zum Aussterben der Adelsfamilie mit Ferdinand II. 1667. Im Jahre 1428 bestätigten Ulrich, Wenzel und Friedrich von Bieberstein die Stadtrechte. 1626 besetzte im Dreißigjährigen Krieg der Feldherr Wallenstein mit seinen Truppen Forst. Mit der Niederlausitz fiel die Stadt 1635 an das Kurfürstentum Sachsen.
Das seit 1418 privilegierte Tuchmacherhandwerk prägte die Wirtschaft der Stadt, es erhielt seit 1628 Zuzug durch Tuchmacher aus den Niederlanden sowie den schlesischen Orten Lissa, Meseritz und Fraustadt, so dass 1695 die Innung 50 Meister zählte. 1704 nahm Herzogin Luise-Elisabeth von Sachsen-Merseburg ihren Witwensitz in Forst. 1746 erwarb Graf Heinrich von Brühl die Herrschaft Forst und vereinigte sie wieder mit Pförten. 1748 verheerte ein großer Brand die Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte nach Plänen von Brühl und Baumeister Knöfel. Nach 1750 richtete der Graf als Besitzer von Forst eine Tuch- und Leinenmanufaktur im Jahnschen Schloss ein. 1763 wurde Graf Heinrich von Brühl unter dem Taufstein der Stadtkirche beigesetzt.
1815 kam Forst durch den Wiener Frieden an Preußen und wurde dem brandenburgischen Kreis Sorau im Regierungsbezirk Frankfurt zugeteilt. 1821 errichtete der Kaufmann Jeschke auf dem Schlossgrundstück die erste Spinnfabrik. 1832 erschien die erste Forster Zeitung. 1837 erfolgte die Vereinigung der Stadt- und Amtsgemeinde. Die Herstellung von Buchskin seit 1840 und die Einführung der Dampfmaschine 1844 ließ Forst zu einer der bedeutendsten Textilstädte werden ("deutsches Manchester").
1863 nahm die Gasfabrik ihren Betrieb auf, 1888 eröffnete der städtische Schlachthof und 1903 das Wasserwerk. 1875 wurde das Dorf Altforst eingemeindet. 1880 entstand das Gymnasium und 1891 die Webschule. 1897 wurde Forst Stadtkreis. Im gleichen Jahr suchte ein verheerendes Hochwasser die Stadt heim. Die Einwohnerzahl stieg mit der Industrialisierung von 2.600 im Jahre 1830 auf 32.000 im Jahre 1900. 1872 entstand die Bahnverbindung nach Cottbus und Sorau, 1891 nach Weißwasser, 1904 nach Guben. Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich die ersten Parteien (1871 der örtliche Sozialdemokratische Arbeiterverein und die Ortsgruppe der SDAP).
1922 wurde die Große Neißebrücke errichtet und 1932 begann man mit der Regulierung des Flusses. 1937 feierte die Stadt das 450jährige Bestehen der Königskompanie der Forster Schützengilde. Am Ende des Zweiten Weltkrieges eroberten in der Zeit vom 16. bis 18. April 1945 sowjetische Truppen Forst. Nach Beendigung der Kämpfe lagen 85 Prozent der Stadt in Trümmern. Die Gebiete rechts der Neiße (Stadtteil Berge) wurden unter polnische Verwaltung gestellt, die Einwohner vertrieben.
1952 erhielt Forst den Status einer Kreisstadt. In den 1970er und 1980er Jahren wurden zahlreiche neue Gebäude in der Innenstadt errichtet. Mit der Wende in der DDR im Jahre 1989 begann eine Neustrukturierung der kommunalen Infrastruktur. 1993 wurde Forst Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße. 2002 erfolgte die Eröffnung der deutsch-polnischen Grenzbrücke Forst - Zasieki ("Brücke der europäischen Union"). 2004 erhielt Forst den Titel "Rosenstadt".
Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei 1820 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1820 | 2.600 |
| 1. Dezember 1875 ¹ | 14.131 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 16.124 |
| 1. Dezember 1885 ¹ | 18.641 |
| 1. Dezember 1890 ¹ | 23.075 |
| 2. Dezember 1895 ¹ | 25.700 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 32.075 |
| 1. Dezember 1905 ¹ | 33.757 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 33.875 |
| 1. Dezember 1916 ¹ | 29.359 |
| 5. Dezember 1917 ¹ | 27.019 |
| 8. Oktober 1919 ¹ | 32.216 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 35.864 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 37.720 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 44.802 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1. Dezember 1945 ¹ | 24.416 |
| 29. Oktober 1946 ¹ | 29.829 |
| 31. August 1950 ¹ | 30.475 |
| 31. Dezember 1955 | 29.661 |
| 31. Dezember 1960 | 28.695 |
| 31. Dezember 1964 ¹ | 29.860 |
| 1. Januar 1971 ¹ | 29.134 |
| 31. Dezember 1975 | 27.774 |
| 31. Dezember 1981 ¹ | 27.013 |
| 31. Dezember 1985 | 26.509 |
| 31. Dezember 1988 | 26.676 |
| 31. Dezember 1990 | 25.679 |
| 31. Dezember 1995 | 25.701 |
| 31. Dezember 2000 | 24.309 |
| 30. Juni 2005 | 22.694 |
Außerdem findet im August traditionell das Wasserturmfest statt.
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"Forst (Lausitz)".
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