Es gibt drei verschiedene Arten von Tanzformationen im Tanzsport nach dem Welttanzprogramm: Standard-, Latein- und Zehn-Tänze-Formationen. Ein Formationsteam besteht aus mindestens sechs und maximal acht Paaren, also max 16 Tänzern. Ein Turnier wird in der Regel mit acht Paaren bestritten.
Die Wertungsrichter achten auf:
Die Musik darf bei Standard- und Lateinturnierformationen maximal sechs Minuten lang sein. Sie besteht aus Einmarsch, Hauptteil und Ausmarsch, wobei nur der Hauptteil in die Wertung eingeht. Der Hauptteil muss zwischen 3 und 4 1/2 Minuten lang sein.
In der Regel ist die Musik ein Arangement von bekannten Musikstücken, die durch Bearbeitung an den jeweiligen Tanz angepasst werden. Jede Formationsmusik hat ein Thema, wie z. B. der Name einer Musikgruppe von der die Stücke stammen oder ein Thema wie „Werbung“, „Swing“ oder „Cuba“. Ein- und Ausmarsch sind nur dazu da, das Publikum auf das jeweilige Thema einzustimmen. Die einzelnen Teile werden durch ein akustisches Signal, meist durch einen Gongschlag, voneinander getrennt.
Zusätzlich zu den üblichen Figuren eines Tanzes gibt es spezielle, die nur in Formationsdarbietungen vorkommen. Dazu gehören bei Lateinformationen neben sonstigen Effekten das Roundabout, auch als Wanderroundabout und mit Bodenwischer, die zwölfach Pirouette, Lankenaus, die sog. Velbertrose und Potstirrer, deren gute Ausführungsqualität sich nicht besonders auf die Platzierung auswirken sollten, jedoch sehr publikumswirksam sind. Auch sind im Ein- und Ausmarsch Hebefiguren erlaubt (neuerdings allerdings nur im Paar als Pas de Deux).
Acht Paare, eine Idee - ein Thema, eine Musik - eine Choreographie, Teamgeist und Trainingsdisziplin - fünf Turniere, super Stimmung, Leistung, Hoffnung - Erfolg oder Tränen.
So könnte man in aller Kürze das Formationstanzen beschreiben.
Wer einmal die Faszination des Teamsports Formationstanz mit all seinen Emotionen erlebt hat, den lässt sie so schnell nicht wieder los.
Geboren in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts aus der Idee der „Pattern Dances“, die zunächst in nur einem Tanz und meist mit vier Paaren Bilder auf die Tanzfläche zeichneten, entwickelte sich eine eigenständige Disziplin des Tanzsports, die spätestens mit Einführung der offiziellen Weltmeisterschaften im Jahre 1973 auch in Deutschland unaufhaltsam zu wachsen begann.
Heute tanzen Wettkampfformationen - getrennt nach den Turnierarten in der Standard- und in den Lateinamerikanischen Tänzen - in der Regel mit acht Paaren (Die Tanzsportordnung (TSO) lässt sechs bis acht Paare zu) und zeigen alle fünf, mindestenz jedoch vier, Tänze der jeweiligen Sektion.
Stete Erfolge der Spitzenteams des DTV sorgten in den 90er Jahren für einen Boom, in dessen Folge mittlerweile etwa 170 Mannschaften die Turniere von der Landesliga bis zur 1. Bundesliga in den Standard- und Lateinformationen bestreiten.
Neue Musikideen sowie die ständige Weiterentwicklung der Bild-, und Schrittchoreographien bedeuten eine permanente Herausforderung von Saison zu Saison.
Die Spannung über die neuen Programme wie auch die Frage, welche Mannschaft in diesem Jahr die Nase vorn haben wird, eilt dem ersten Turnier der Saison lange voraus.
Bei Mannschaften, Trainern, Fans und Zuschauern. Bis die Emotionen dann frei werden, nach der Wertung beim ersten Turnier - und dann immer wieder.
(von Markus Sónyi, Choreograph)
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