FSC-logo.png | Fsc-zertifizierung.jpg)]] Forest Stewardship Council (FSC) ist ein System zur Zertifizierung von Holz-Produkten (Forstzertifikat). Es wurde zur Sicherung der nachhaltigen Waldnutzung gegründet. Die Bewirtschaftungsstandards sollen dabei zu einer sozialverträglichen, umweltfreundlichen und ökonomisch tragfähigen Waldwirtschaft führen.
Besondere Unterstützung erhalten Wälder wie der Tropische Regenwald und der Boreale Nadelwald, welche stark gefährdet sind.
Die weltweit gültigen Standards umfassen auszugsweise:
Maßgebliche Gründer und Unterstützer sind die großen Umweltschutzorganisationen WWF, Greenpeace, NABU, BUND. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden bereits mehr als 25 Millionen ha Waldland nachhaltig nach den Regeln des FSC bewirtschaftet.
2006 haben erstmals auch 32.000 Hektar Bundeswald in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern das Gütesiegel des FSC erhalten.
Die Regelung der Prozentkennzeichnung wurde eingeführt, um der vielschichtigen Produktion von Holzprodukten Rechnung zu tragen und auch den Absatz von FSC-Holz aus Gebieten mit vielen kleineren Forstbetrieben zu ermöglichen.
In der WWF Wood Group befinden sich die Handelshäuser, die Produkte mit dem FSC-Gütesiegel anbieten.
FSC ist in einem 3-Kammern-System organisiert: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Einem Beschluss muss jede Kammer zustimmen. Damit haben auch die Umweltschutzorganisationen sowie soziale Gruppen (wie indigene Völker oder Gewerkschaften) die Möglichkeit direkter Einflussnahme und ihre Position kann nicht überstimmt werden. Ebenso gilt dies natürlich für Wirtschaftsinteressen.
Es gilt: „Der Verein strebt an, Entscheidungen im Konsens zu treffen.“ (Satzung § 5 (5)) Es wird nach einem 3-Kammerprinzip abgestimmt. Jede der drei Kammern hat zehn Stimmen in der Vollversammlung.
Entscheidungen sind gültig, wenn
Danach können die in der Wirtschaftskammer vertretenen Waldeigentümer überstimmt werden. In der Wirtschaftskammer sind auch die (ggf. auf FSC spezialisierten) Zertifizierer vertreten - mit vierfacher Gewichtung gegenüber dem privaten Waldbesitz (der in Deutschland einen Anteil von 46% der Waldfläche einnimmt). Der private Waldbesitz umfasst in Deutschland das Eigentum vom urbanen Wald über den Bauernwald bis hin zum Großprivatwald oder dem von den Nachfolgegesellschaften der Treuhandanstalt verwalteten Wald, mit zum Teil völlig gegenläufigen Interessen und wirtschaftlichen Zwängen und - nicht zuletzt - sehr differenzierter Effektivität der Interessenvertretung. Den Privatwald gibt es nicht.
Das hinsichtlich der Interessen und der Effektivität der Vertretung letzterer sehr heterogene Eigentum von 46% der Waldfläche Deutschlands erhält 1/52 des Stimmrechts in einer von drei Kammern. Der gesamte Waldbesitz Deutschlands erhält 12/52 Stimmen in einer von drei Kammern.
Notwendigkeit von weltweitem Einsatz
In Zentraleuropa bestehen erhebliche Akzeptanzprobleme bei den Waldeigentümern, nicht zuletzt aufgrund der dort seit Jahrhunderten bestehenden (seit jeher das Eigentum einschränkenden) Forstgesetzgebung. Zudem sind jene neben Lohnnebenkosten und anderen Auflagen maßgeblich von naturgegebenen standörtlichen Bedingungen beeinflussten Ertragslage der jeweiligen Betriebe abhängig. Da Holz auf einem internationalen Markt gehandelt wird und für den Verbraucher die geographische Herkunft nicht nachvollziehbar ist, kann ein Holzzertifizierungssystem nur weltweit angelegt sein. Ein Zertifizierungssystem für Holz soll gut wirtschaftende Waldbetriebe vor der Konkurrenz mit Holz aus illegalem Einschlag oder aus Produktionen mit unverantwortlichen Standards schützen.
FSC ist von der Systematik her zielführend für große wie für kleine Forstbetriebe. In Zentraleuropa sind die gesetzlichen Restriktionen derartig, dass zur Erreichung des FSC-Bewirtschaftungsstandards nur ein vergleichsweise geringer Aufwand betrieben werden muss. In anderen Gebieten, in denen die gesetzliche Kontrolle weniger stark und verantwortungsvolles Wirtschaften unbekannt sind, haben Forstbetriebe einen vergleichsweise hohen Aufwand um ihre Waldwirtschaft auf FSC-Niveau zu heben.
Wirtschaftliche Interessen scheinen nicht irrelevant (in Süddeutschland sollen auch Douglasienbetriebe nach FSC zertifiziert worden sein).
Vorwürfe, wie von der britischen Umweltorganisation Rainforest Foundation (*), nach denen das Öko-Siegel auch an Unternehmen vergeben wurde, die in Einzelfällen in schwere Menschenrechtsverletzungen verstrickt waren, wurde von der FSC entgegnet, dass zum Zeitpunkt der Menschenrechtsverletzung die entsprechenden FSC-Zertifikate bereits entzogen oder beendet waren. Auch steht das Zertifizierungssystem aktuell in der Kritik, Plantagenholzflächen zu zertifizieren, die auf vor 1993 (Gründungsjahr des FSC) abgeholzten Urwaldflächen angelegt wurden. Die Abholzung der Urwälder war ein verurteilenswerter Akt, so dass die Zertifizierung von Plantagenflächen als nicht gerechtfertigt erscheint. Plantagen, die auf Flächen entstanden sind oder entstehen, wo Urwald nach 1993 abgeholzt wurde, können per se das FSC-Zertifikat nicht erhalten.
Pestizideinsatz
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