Das Nordische Folkeboot ist ein kleines, einfaches aber seetüchtiges Segelboot, speziell konstruiert für die Ostsee. Es bietet Platz für eine Crew von 2-4 Personen und eignet sich sowohl zum Fahrtensegeln wie auch für sportliche Regatten.
In Schweden wird das Folkeboot auch mit Spinnaker gesegelt.
Der klassische Folkeboot-Rumpf ist hölzern geklinkert beplankt. Ursprünglich wurden nur in Skandinavien einheimische Hölzer verwendet, inzwischen findet auch das im Bootsbau typische Mahagoni Verwendung. Seit 1976 werden Rümpfe auch aus GFK gefertigt, auch bei Booten aus GFK wird jedoch die klassentypische Klinkerbeplankung abgebildet.
Zum Folkeboot gehört gemäß der Klassenvorschriften ein verleimter Holzmast, erst seit 2001 sind auch Aluminiummasten zugelassen.
Keiner der Vorschläge konnte überzeugen. Nach den vier besten Vorschlägen konstruierte TORD SUNDÉN den Prototyp einer neuen Einheitsklasse die im Frühjahr 1942 auf den Namen Folkeboot getauft wurde.
Das Boot brach zunächst völlig mit den von luxuriösen Rennyachten geprägten Zeitgeschmack. Das für damalige Verhältnisse hohe Freibord und das den Decksprung ausgleichende hohe Süll entsprachen nicht dem Zeitgeschmack. Das Plattgattheck mit angehängtem Ruder war ein deutlicher optischer Gegensatz zum eleganten überhängenden klassischen Yachtheck.
Die ausgezeichneten Segeleigenschaften des Folkebootes und die Sicherheit im tiefen Cockpit auch bei erheblicher Lage überzeugten jedoch genauso wie der Preis von rund 3.500 Kronen. Die erste Großserie von 60 gebauten Booten war schon durch Vorbestellungen ausverkauft.
Das Folkeboot diente als Vorlage für verschiedene Nachbauten und Modifikationen, die das Boot eleganter oder komfortabler gestalten sollten. Bei einige Nachbauten wurde die Klinkerbeplankung durch einen Karweelverband ersetzt, zum Beispiel bei dem Nachbau der Potsdamer Buchholzwerft, der 1964 zum ersten Mal in Westdeutschland gezeigt wurde und mit einem „Kampfpreis“ von 19.400 DM aufwartete.
Während Rumpf und Kajüte ursprünglich fast außschließlich aus einheimischen Hölzern gebaut wurden, gewannen im Laufe der Zeit Mahagoni und Teak an Bedeutung - vor allem als Material für Auf- und Ausbauten. Seit 1976 werden Folkeboote auch in Kunststoff gebaut. Dabei müssen Gewicht und Gewichtsverteilung sowie Form der Holzboote eingehalten werden; Kunststoff- und Holzboote segeln noch heute direkt auf Regatten gegeneinander.
Als Weiterentwicklung des Folkebootes kann das 1966 ebenfalls von SUNDÉN vorgestellte Internationale Folkeboot, eine komfortablere und überarbeitete Version des Folkebootes betrachtet werden, das sich vor allem durch die glatte Außenhaut von seinem Vorbild unterscheidet. Die Verwendung der Bezeichnung Internationales Folkeboot wurde SUNDÉN wegen der Verwechslungsgefahr gerichtlich untersagt. Die Bootsklasse heißt daher heute einfach IF-Boot.
Seit 1994 werden in Dänemark Folkeboote gebaut, die keine Kajüte besitzen. Als Material für den Rumpf wird ausschließlich GFK verwendet. Diese offenen Folkeboote oder auch F-Boote werden aufgrund der guten Segeleigenschaften des Folkeboots meist zu Schulungszwecken eingesetzt. Ihr Rumpf entspricht der Originalform, die Folkeboottypische Klinkerbeplankung wurde auch hier im GFK-Rumpf abgebildet.
Die wichtigste Regatta der Folkebootklasse ist der Goldcup, der abwechselnd in dänischen, schwedischen und deutschen Gewässern ausgetragen wird.
Die Größte zusammenhängende Folkebootflotte der Welt ist in Berlin beheimatet.
Das Segelzeichen für Boote der Folkebootklasse ist ein F.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Folkeboot".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world