article

Focke-Wulf Fw 190F.jpg | FockeWulf_Fw190.jpg Fw 190 ist die Typbezeichnung der Flugzeugreihe Focke-Wulf Fw 190 "Würger".

Entwicklung


Die von Diplomingenieur Kurt Tank entwickelte Focke-Wulf Fw 190 hatte am 13. Mai 1939 ihren Erstflug mit dem Prototyp V1 in aller Öffentlichkeit auf dem Zivilflughafen Bremen. Der ebenfalls mit dem BMW 139 Sternmotor ausgerüstete zweite Prototyp V2 flog erstmals im Dezember 1939, ging aber bereits nach 50 Flugstunden zu Bruch. Kurze Zeit später wurde vom Reichsluftfahrtministerium der Bau weiterer Prototypen untersagt bis der eigentlich vorgesehene BMW 801 Sternmotor verfügbar wird. Diese Zeit wurde vom Entwicklerteam für weitere Überarbeitungen des Entwurfs verwendet: Die Pilotenkabine wurde etwas nach hinten versetzt, um hohen Innentemperaturen entgegenzuwirken und die Spannweite wurde von 9,5 m auf 10,5 m vergrößert, um die Flugeigenschaften zu verbessern. Der Mitte 1940 daraus entstandene dritte Prototyp V5g besaß endlich den BMW 801C Sternmotor und konnte im Winter 1940/1941 mit den anderen 35 Vorserienmaschinen Fw 190A-0 zur Luftwaffen-Erprobungsstelle Rechlin überführt werden, wo sie eine ausgiebige Testphase durchliefen. Nach dem Erlangen der Einsatzreife wurden die ersten Serienmaschinen Fw 190A-1 ab Juni 1941 an die Luftwaffe ausgeliefert. Die Grundbewaffnung bestand aus vier 7,92 mm MG 17 (je zwei oberhalb des Triebwerks und in den Flügelwurzeln synchronisiert durch den Propellerkreis schießend) und zwei 20 mm Kanonen MG FF (Außenflügel). Nach 102 gebauten Fw 190A-1 erschien im August 1941 die optimierte Fw 190A-2 (Ersatz der beiden MG 17 in den Flügelwurzeln durch 20 mm-Kanonen MG 151/20E) als erste Großserienversion, von der rund 950 Maschinen gebaut wurden. Die Fertigung erfolgte nun nicht mehr ausschließlich bei Focke-Wulf sondern auch bei Auftragsfertigern wie AGO in Oschersleben, Arado in Brandenburg oder (später) Fieseler in Kassel.

Die Bewaffnung von zwei MG und vier Kanonen wurde über den weiteren Lebenslauf des Musters beibehalten (obwohl Piloten oft die äußeren MG FF zwecks Gewichtsersparnis nicht installieren ließen), ab der A-6 wurden lediglich die MG FF im Außenflügel durch MG 151/20E und ab der A-7 die 7,92 mm MG 17 durch 13 mm MG 131 ersetzt.

Einsatz


Im Spätsommer 1941 kam die Fw 190A an die Front und erwies sich sofort in Geschwindigkeit, Rollrate und Feuerkraft der Me 109 überlegen, die allerdings nach wie vor über eine bessere Steigleistung, größere Kurvenwendigkeit und überlegene Höhenleistungen verfügte.

Die Fw 190A war bei ihrer Einführung den alliierten Jägern leistungsmäßig weit überlegen. Der Standardjäger der RAF, die Spitfire V, wurde so weit übertroffen, dass die Verluste der RAF stark anstiegen und die RAF in eine Krise stürzte. Im August 1942 wurde als Reaktion auf die Fw 190A der höchstzulässige Ladedruck der Spitfire V von +12 lbs/sqin auf +16 lbs/sqin erhöht, was für niedrige Kampfhöhen eine bedeutende Leistungssteigerung bedeutete. Trotzdem konnte die Spitfire V die Leistung der Fw 190A nicht erreichen. Für Tiefflugeinsätze wurde daher eine Version des Merlinmotors mit verkleinertem Kompressorrad hergestellt, die auf Kosten der Höhenleistung eine nochmals verbesserte Leistung in niedriger Höhe erzielte und so zumindest in niedrigen Flughöhen mit der Fw 190A gleichziehen konnte.

Um die Spitfire auch in größeren Höhen konkurrenzfähig zu machen, wurde als Notlösung die Spitfire IX aus dem Flugwerk der Spitfire V mit einem Merlin-61-Motor mit Zweistufen-Zweiganglader entwickelt. Der Merlin-61-Motor war aber auf so große Flughöhen ausgerichtet, dass die zunächst in nur geringer Stückzahl hergestellte Spitfire IX in niedrigen und mittleren Höhen immer noch nicht mit der Fw 190A mithalten konnte. In großen Höhen war die Spitfire IX der Fw 190A dafür allerdings deutlich überlegen. Erst die Einführung der Spitfire LF IX mit Merlin-66-Motor, gesteigertem Ladedruck und für mittlere Höhen geänderter Auslegung brachte die Spitfire später in den selben Leistungsbereich wie die Fw 190A.

Im weiteren Verlauf des Krieges wurden die Leistungen der Fw 190A auch von Mustern wie z. B. der Republic P-47, der North American P-51 sowie der Jakowlew Jak-3 erreicht oder übertroffen. Die Höhenleistung der Fw 190A blieb aufgrund des für mittlere Höhen optimierten BMW 801 Doppelsternmotors unbefriedigend. Die mit dem Jumo 213A ausgerüstete "Langnase" Fw 190D-9 übertraf die Fw 190A, war aber oberhalb der Volldruckhöhe des Jumo 213A von 5,5 - 6,8 km den amerikanischen Jägern unterlegen, die wie die P-51D aufgrund des Einsatzes von Zweistufenladern Volldruckhöhen von 7,3 km erreichten oder, wie im Fall der P-47D aufgrund der Verwendung von Turboladern diesen Wert sogar noch deutlich übertrafen.

Erst spätere Untervarianten der Fw 190D sowie die aus der Fw 190D abgeleitete Ta 152H hatten dank der mit einem Zweistufen-Zweigang-Lader ausgerüsteten Jumo 213E/F überlegene Höhenleistungen. Diese Typen wurden wegen der geringen Produktionsrate der Jumo 213E/F-Motoren allerdings nicht in nennenswerter Stückzahl eingesetzt.

Die Fw 190D-9 und auch die Ta 152H wurden oft nicht mehr gegen Bomberverbände bzw. deren Begleitschutz eingesetzt sondern durften/mussten (als die besten verfügbaren Kolbenjäger) Jagdschutz über den Flugplätzen der Me 262 fliegen, die in der Start- und Landephase besonders verwundbar war.

Die Focke-Wulf 190 war ein Mehrzweck-Jagdflugzeug, das als

eingesetzt wurde.

Zu den im Einsatz verwendeten Außenlasten gehörten Bomben, Zusatztanks und seltener auch Raketen. Als Torpedobomber wurde die Fw 190 erprobt, aber nie eingesetzt.

Die Fw 190A avancierte, neben der Bf 109, zum zweiten in Großserie produzierten (~20.000 Exemplare) Jäger Deutschlands im Zweiten Weltkrieg und wurde in vielen Rollen eingesetzt, z.B. in Gestalt der Fw 190F als Ersatz für die Schlachtflieger Hs 123, Hs 129 und Ju 87 .

Die Bordkanonen in der Flügelwurzel waren vom Typ MG 151/20E mit elektrischer Zündung, um das synchronisierte Durchschießen des Propellerkreises zu ermöglichen. Nicht alle Fw 190A waren mit Waffen in den Außenflügeln ausgestattet. Abgesehen von der MG-Bewaffnung früher Versionen wurden bis zur Fw 190A-5 Außenflügelkanonen vom Typ MG FF/M verwendet, ab der Fw 190A-6 solche vom Typ MG 151/20E. Die Verwendung einer Waffe mit elektrischer Zündung diente hier nur dazu, jede Möglichkeit zur Verwechslung elektrisch und mechanisch gezündeter Patronen von vornherein auszuschließen.

Technische Daten


Focke-Wulf Fw 190A-3 (1942)

  • Spannweite: 10,51 m
  • Länge: 8,85 m
  • Höhe: 3,95 m
  • Tragfläche: 18,3 m²
  • Motor: BMW 801D-1 Doppelsternmotor mit ca. 1.700 PS in Meereshöhe
    • die ersten A-3 noch mit dem schwächeren BMW 801C-1/-2 (1.560 bzw 1.600 PS)
  • Fluggewicht: 3.446 kg
  • Flächenbelastung: 190 kg/m²
  • Höchstgeschwindigkeit: 642 km/h in 6.000 m Höhe
  • Gipfelhöhe: 10.300 m
  • Steigfähigkeit: ca. 1.250 m/min
  • Reichweite: 1.036 km
  • Bewaffnung:
    • zwei 7,92 mm MG 17 (je 900 Schuss)
    • zwei 20 mm MG 151/20E (je 250 Schuss)
    • zwei 20 mm MG FF/M (je 90 Schuss)

Focke-Wulf Fw 190A-8 (1944)

  • Spannweite: 10,51 m
  • Länge: 9,00 m
  • Höhe: 3,95 m
  • Tragfläche: 18,3 m²
  • Motor: BMW 801D-2 Doppelsternmotor mit ca. 1.730 PS (2.000 PS Sonder-Notleistung mit MW-50)
  • Fluggewicht: 4.400 kg
  • Flächenbelastung: 239 kg/m²
  • Höchstgeschwindigkeit: 685 km/h mit Sonder-Notleistung sonst 656 km/h
  • Gipfelhöhe: 11.400 m
  • Steigfähigkeit: ca. 1.100 m/min
  • Reichweite: 800 km (ohne Zusatztank)
  • Bewaffnung:
    • zwei 13 mm MG MG 131 und vier 20 mm MG 151/20E
    • Alternativ zwei 30 mm MK108 in den Außenflügeln statt der dortigen zwei MG 151/20E

Focke-Wulf Fw 190D-9 (1944-45)

FW190-D9.jpg | Focke-Wulf Fw-190 D-9.jpg
  • Spannweite: 10,51 m
  • Länge: 10,19 m
  • Höhe: 3,35 m
  • Tragfläche: 18,3 m²
  • Motor: Junkers Jumo 213A V12-Motor mit 1.750 PS * (2.100 PS Sonder-Notleistung mit MW-50)
  • Fluggewicht: 4.295 kg
  • Flächenbelastung 234 kg/m²
  • Höchstgeschwindigkeit: 705 km/h in 5.500 m (Sonder-Notleistung), 678 km/h in 6.600 m (Notleistung)
  • Gipfelhöhe: 12.000 m
  • Steigfähigkeit: 1.280 m/min
  • Reichweite: 837 km (ohne Zusatztank)
  • Bewaffnung:
    • Zwei 20 mm MG 151/20E und zwei 13 mm MG131
    • Optional Einbau von zwei MG151/20E oder MK108 im Außenflügel (selten)

* Viele Fw 190D-9 wurden mit einem Rüstsatz zur Ladedrucksteigerung nachgerüstet der die Leistung ohne Zusatzeinspritzung von hochwertigem C3-Treibstoff oder MW-50 (Methanol-Wasser Gemisch) auf 1.900 PS brachte.

Andere Versionen


  • Fw 190B: Versuch eines Höhenjägers mit aufgeladenem BMW 801 Motor, nur Prototypen
  • Fw 190C: Versuch eine Höhenjägers mit DB 603A V12-Reihenmotor, nur Prototypen
  • Fw 190F: gepanzerter Jagdbomber bzw Schlachtflieger
  • Fw 190G: Jagdbomber mit erhöhter Reichweite durch größere interne Tankkapazität und externe Zusatztanks
  • Ta 152: Weiterentwicklung der Fw 190D zum Schlachtflieger Ta 152C bzw Höhenjäger Ta 152H
-> Die Jagdbomber basierten erst auf per Umbausatz modifizierten Serienmaschinen Fw 190A-4 bzw A-5, spätestens seit der Fw 190A-6 wurden sie gleich am Band als Jagdbomber gebaut. Auch für diese umgebauten Maschinen wurde später die Kennung F bzw G verwandt: Zum Beispiel wurden aus den 190A-5/U3 die 190F-2 und aus den 190A-4/U8 die 190G-1

Weblinks


Siehe auch


Militärischer Flugzeugtyp | Flugzeuge des Zweiten Weltkrieges

Focke-Wulf Fw 190 | Focke Wulf Fw-190 | Focke-Wulf Fw 190 | Focke-Wulf FW 190 | Focke-Wulf Fw 190 | フォッケウルフFw190 | Focke-Wulf Fw 190 | Focke-Wulf Fw 190 | Focke-Wulf Fw 190 | Focke-Wulf Fw 190 | Focke-Wulf Fw 190 | Focke-Wulf Fw 190

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Focke-Wulf Fw 190".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld