Flussterrassen sind geomorphologische Formen, die weite Landschaften auf allen Kontinenten prägen und für die Anlage zahlreicher Siedlungen wichtig waren.
Flussterrassen entstehen durch den fluviatilen Transport von Gesteinstrümmern in niederschlagsreichen Zeiten und die darauffolgende Ablagerung als zusammenhängende Sedimentschichten auf einer oder beiden Seiten des Flusses.
In Europa entstanden die größten Flussterrassen während der Eiszeiten bzw. durch den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten (etwa von Saale zu Eem) während des Pleistozäns. Bisweilen kommt es auch heute noch zur Bildung neuer Terrassen, z.B. in flachen Gebieten bei Überschwemmungen, im Bergland bei wasserreichen Wildbächen oder beim Abgang großer Muren.
Wenn die Gletscher am Wechsel zur Warmzeit schmelzen, bringt das Schmelzwasser das Geröll aus dem Gebirge. Wenn sich im Mittel- oder Unterlauf des Flusses seine Fließgeschwindigkeit verringert, kann das Wasser größeren Kies nicht mehr weitertransportieren und das Geröll lagert sich in Form von Flussterrassen wieder ab.
Diese Terrassen verlieren im allgemeinen an Umfang oder Mächtigkeit, je näher der Fluss seiner Mündung kommt. Der Grund dafür ist, dass die Korngröße der fluviatilen Sedimente entlang des Flusslaufes immer mehr abnimmt und sich die feinsten Teilchen hauptsächlich erst im Flussdelta oder im Meer ablagern.
Die zeitliche Einordnung ist aufgrund der tektonischen Geschehnisse im Wiener Raum und aufgrund fehlender Datierungmöglichkeiten für fluviatile Sedimente im Zeitrahmen des Quartärs noch fraglich.
Meistens werden diese Terrassen wegen der Erosion mit zunehmendem Alter immer verwaschener, also schwerer erkennbar.
In der Geologie, der Hydro- bzw. Limnologie und der Geotechnik stellen die Flussterrassen eine gute Möglichkeit dar, die früheren Gewässerverhältnisse zu rekonstruieren sowie Schlüsse auf Durchlässigkeit, auf Grundwasser und auf die Festigkeit des Bodens zu ziehen.
Sie lassen oft auch Rückschlüsse auf die Talformen und die Einzugsgebiete früherer Zeiten zu, sowie auf die Fließrichtungen, Wasserscheiden und die meteorologischen und biologischen Verhältnisse der Eiszeiten.
In Gebirgsländern treten neben den Flussterrassen eine Reihe anderer Terrassenformen auf, die vielfach ebenfalls auf die Eiszeiten zurückgehen. Solche Formen sind unter anderem die Talschultern von U-förmigen bzw. Trogtälern und einige Arten von Moränen.
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