Eine Flugsimulation stellt den Flug in einem Flugzeug oder Raumschiff wirklichkeitsgetreu nach. Flugsimulationen sind ursprünglich zur Ausbildung der Besatzungen entwickelt worden, mit Einführung der Heimcomputer und Personal-Computer sind aber auch Programme entwickelt worden, die primär Unterhaltungszwecken dienen und zu den Computerspielen zählen.
Der Link Himmelsnavigations-Trainer von 1941 war ein Simulator für die Ausbildung von kompletten Bomber-Besatzungen für Nachtflug-Einsätze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ähnliche Simulatoren für die Ausbildung Besatzungen von Verkehrsflugzeugen eingesetzt. 1948 produzierte Curtiss-Wright den ersten solchen Simulator für die Boeing B-377 Stratocruiser.
Später wurde die Simulator-Technologie weiterentwickelt, um auch eine wirklichkeitsgetreue Sichtflug-Simulation zu ermöglichen. Die Sicht aus dem Cockpit konnte dabei z. B. durch eine über einem Geländemodell entlangfahrende Fernsehkamera erzeugt werden. Eine ähnliche Technologie ermöglichte die Simulation von Landeanflügen, indem eine Kamera Bilder von einer auf einem Fließband gezeichneten Landebahn ins Cockpit übertrug. Auch andere Techniken wurden eingesetzt: z. B. wurde in einem Luftkampf-Simulator die Silhouette eines um alle Achsen beweglich aufgehängten Flugzeugmodells mit einem Projektor eine das Simulator-Cockpit umgebende Kuppel projiziert, um das feindliche Flugzeug darzustellen, das von einem anderen Piloten in einem zweiten gleichartigen Simulator gesteuert wurde.
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Mit der Einführung leistungsfähiger Digitalcomputersysteme wurde schließlich auch die Bilderzeugung vom Computer übernommen siehe CGIVS. Während im Zivilbereich von Hydraulikstempeln bewegte, vollbewegliche Simulatoren (Hexapode) üblich geworden sind, benutzt das Militär typischerweise feststehende Cockpits, simuliert die auf den Piloten einwirkenden Fliehkräfte aber durch Aufblasen seines Druckanzuges und der Sitzkissen.
Für die Ausbildung eingesetzte professionelle Simulationen sind oft für einen bestimmten Ausbildungszweck gebaut und zeichnen sich durch hohe Detailgenauigkeit für diesen Zweck aus. Dafür vernachlässigen diese Procedure Trainer bewusst Aspekte des Fluges, die nicht dem erklärten Ausbildungszweck entsprechen.
Die Verwendung solcher Simulatoren zu Übungszwecken in IFR-Lehrgängen und für Musterlizenzen erfolgt derzeit noch ohne offiziellen Segen des Luftfahrtbundesamtes.
Der für den Apple II entwickelte Flight Simulator von Sublogic war einer der ersten Heimcomputer-Flugsimulatoren mit Grafikfähigkeiten, die eine Simulation des Sichtfluges ermöglichten. In den frühen 1980ern wurde er auf viele Heimcomputer sowie für die Personal-Computer (PC) portiert, später von Microsoft aufgekauft und unter dem Namen Microsoft Flight Simulator bis heute weiterentwickelt.
Der Microsoft Flight Simulator versucht, alle Bereiche der zivilen Luftfahrt abzudecken.
Eine der ersten militärischen Flugsimulationen auf dem PC, die viele-gegen-viele Luftkämpfe erlaubte, war Their Finest Hour von LucasFilm Games, das die Einschränkungen der Rechenleistung durch die Darstellung aller Flugzeuge als Bitmaps überwand.
Red Baron von Dynamix, eine Simulation von Jagdflugzeugen des Ersten Weltkrieges, war die erste Simulation, die auch alle anderen Flugzeuge in fließend dargestellter Vektorgrafik auf den Bildschirm brachte.
Gunship von Microprose, eine Simulation des Kampfhubschraubers AH-64 Apache, war eine der ersten Hubschraubersimulationen mit realistischem Flugmodell.
Air Warrior von Kesmai, eine Simulation von Flugzeugen des Zweiten Weltkrieges, war die erste Online-Flugsimulation und eines der ersten Online-Action-Spiele. Alle Flugzeuge in der Air Warrior Online-Arena wurden von menschlichen Spielern gesteuert, es gab mit wenigen Ausnahmen keine computergesteuerten Gegner. Air Warrior hat das Genre der Online-Flugsimulationen bis heute geprägt.
Flight Unlimited von Looking Glass, eine Simulation moderner Kunstflugzeuge, war die erste PC-Flugsimulation mit einem Flugmodell, das sechs Freiheitsgrade zulässt. Diese Technik wird auch bei professionellen Simulationen eingesetzt. Der Name bezieht sich auf die Kombination der freien Beweglichkeit des Flugzeuges entlang der drei Hauptachsen sowie der freien Drehbarkeit um die gleichen drei Achsen. Damit ist eine realistische Simulation in allen Situationen, also auch von Kunstflugmanövern mit asymmetrischen Strömungsabriss etc., möglich.
X-Plane von Austin Meyer, eine Simulation der zivilen Luftfahrt, zeichnet sich dadurch aus, dass die Flugeigenschaften der simulierten Flugzeuge in Echtzeit aus ihren physikalischen Eigenschaften wie Masse, Form, Profil und Schub errechnet werden. Damit ist es möglich, auch Flugzeugtypen zu simulieren, von denen keine präzisen Leistungsdaten bekannt sind oder die nie gebaut worden sind. X-Plane wird von Privatpersonen und kleineren Luftfahrtfirmen teils sogar zur Simulation von sich in der Entwicklung befindlichen Flugzeugprojekten verwendet. Ähnlich wie der Microsoft Flugsimulator deckt auch X-Plane weite Bereiche der zivilen Luftfahrt ab.
FlightGear ist der bekannteste freie Open Source-Flugsimulator und steht unter der GNU General Public Licence.
Zur Simulation des Luftraums und der gemeinsamen Nutzung (mittels virtueller Fluglotsen) hat sich die International Virtual Aviation Organization (IVAO) gebildet.
Cockpit-Simulatoren für Simulationen zu Unterhaltungswecke (Homecockpits) verbessern das Simulationserlebnis und erhöhen ähnlich wie bei Simulationen zu Ausbildungszwecken den Realismus bei der Bedienung des simulierten Flugzeuges. Anders als die Standard-Bedienelemente sind Homecockpits bisher nicht kommerziell erhältlich, sondern werden von engagierten Bastlern mit handwerklichen Mitteln für die eigene Verwendung gebaut. Wie im professionellen Bereich können Homecockpits typneutral sein oder bestimmten Flugzeugtypen so genau wie möglich nachgebildet werden.
Militärische Luftfahrsimulationen gehörten zu den Pionieren der Echtzeit-Multispieler-Online-Spiele. Air Warrior begründete dieses Genre und definierte bis heute verwendete Spielstrukturen.
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