Löss (früher Löß) ist ein durch den Wind (Flugsand) abgelagertes Sediment, das aus der Zerstörung anderer Gesteine hervorgegangen ist (klastisches Gestein).
In Westeuropa tritt Löss sehr verbreitet mit Mächtigkeiten bis zu 40 m auf.
Lössgebiete werden in Süddeutschland auch als Gäulandschaften, in Norddeutschland als Börden bezeichnet. Volkstümliche Bezeichnungen für Löss in Südwestdeutschland (Ortenau, Kaiserstuhl) sind u. a. auch Leimen oder Mergel. Geologisch gesehen sind Mergel jedoch tonhaltige Karbonate.
In Polen setzt sich diese aus Deutschland hinüber reichende Zone in Schlesien und Kleinpolen fort. Hier schließen sich die Schwarzerdegebiete der Ukraine an.
In Österreich ist die größte Verbreitung des Sediments im Weinviertel im nordöstlichen Niederösterreich zu finden. In Oberösterreich wurde im letzten Glazial entlang von Donau und Inn ebenfalls Löss abgelagert. Der in der südöstlichen Steiermark abgelagerte Staublehm wird zu den lössähnlichen Sedimenten gezählt. Die mächtigsten Lössdecken findet man in Ostasien, insbesondere in China. Entlang des Huang He (= Gelber Fluss) steht Löss in Decken von bis zu 400 m an.
Für zahlreiche Pflanzen und Tiere ist Löss von großer Bedeutung. Beispielsweise findet sich eine enorme Anzahl von Bienen- und Wespenarten, die in Lösswänden ihre Nester anlegen.
Es wird empfohlen, den Löss bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden in Wasser aufgelöst in kleinen Mengen zu schlucken. Heilerde bindet den Überschuss an Magensäure und Gallensäuren. Dies lindert die Magenbeschwerden und erhöht den Schutz der Schleimhaut des Magens vor aggressiven Substanzen. Auch Durchfallerkrankungen können mit Löss behandelt werden. Im Darm können außerdem schädliche Stoffe bzw. Stoffwechselbakterien durch Heilerde gebunden werden, was zur allgemeinen Darmsanierung beiträgt. Heilerde bindet Skatol, das ein giftiges Abbauprodukt des Nahrungseiweißes darstellt. Auch bestimmte Eiweißkörper, die von schädlichen Darmbakterien ausgeschieden werden und die normale (physiologische) Darmflora schädigen, können von Heilerde absorbiert sowie adsorbiert werden. Dadurch wird die Gesundung der Darmflora gefördert.
Äußerlich angewendet lindert Heilerde Akne, Entzündungen, Haut-, Muskel- und Gelenkbeschwerden.
In der kosmetischen Haut- und Schönheitspflege hat Heilerde einen festen Platz, da sie der Haut ein frisches und schönes Aussehen verleihen soll.
Dies hat für die Landwirtschaft große Vorteile, denn Löss ist sehr fruchtbar und mit einfachem Werkzeug zu bearbeiten. Andererseits waschen die wenigen, aber heftigen Regenfälle den Löss von den Hängen und erodieren das Bergland. Dieser Vorgang wird insbesondere durch die Tatsache begünstigt, dass auch in Gelände mit starkem Gefälle Ackerbau betrieben wird. Zusammen mit der durch landwirtschaftliche Nutzung verursachten Verdichtung wird die Erosion so maßgeblich verstärkt.
Die erodierten Materialien gelangen in den Gelben Fluss (chinesisch: Huangho), der seinen Namen von den mitgeführten Sedimenten hat. Kein Fluss führt mehr Sedimente mit sich: Es sind fast 40 Kilogramm pro Kubikmeter Wasser. Der mitgeführte Schlamm lagert sich im Flussbett ab. Auf Grund dieser Sedimentation erhöht der Gelbe Fluss sein Flussbett und muss durch Deiche eingedämmt werden. Bei Kaifeng und Zhengzhou liegt der Wasserspiegel des Gelben Flusses schon zehn Meter über dem Umland.
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