Der Flughafen Köln/Bonn „Konrad Adenauer“, auch Flughafen Köln-Wahn oder neuerdings Köln Bonn Airport genannt, ist ein deutscher Verkehrsflughafen und liegt am südöstlichen Stadtrand von Köln und zu einem kleinen Teil im Rhein-Sieg-Kreis. Das Flughafengelände wird vom Naturschutzgebiet Wahner Heide umschlossen, wird diesem aber nicht zugerechnet.
Das Angebot an Flugzielen lässt sich auf vier wesentliche Bereiche aufteilen:
Insgesamt werden 139 Flugziele in 38 Ländern angeboten. Continental Airlines bedient seit 11. Mai 2006 täglich New York Newark an und hat damit nach 15 Jahren die ersten Linienflüge in die USA ab Köln/Bonn aufgenommen. Obwohl Köln/Bonn in den 60er Jahren als Interkontinentalflughafen geplant wurde, werden Langstreckenflüge in der Regel nur saisonweise zu Urlaubsdestinationen angeboten. Ab Oktober 2006 soll allerdings die brasilianischen BRA Flüge nach Rio de Janeiro anbieten. Ausserdem soll Oasis Hong Kong Airlines als neuer Low-Cost Langstreckenanbieter den Köln Bonn Airport ab Ende 2006 mit Hongkong verbinden.
Zu den bedeutendsten Fluggesellschaften gehören die beiden Low-Cost Airlines Germanwings und Hapag-Lloyd Express (HLX) sowie die Deutsche Lufthansa, deren Flüge zum Großteil von Partnerunternehmen wie Lufthansa CityLine durchgeführt werden. Weitere Flüge werden von Gesellschaften wie Air Berlin, LTU, Condor und Hapagfly, aber auch von diversen kleineren Unternehmen und vielen ausländischen Fluglinien angeboten.
Das Luftfracht-Unternehmen UPS nutzt Köln/Bonn als seinen Europa-Hub.
Im Jahre 2004 war er der viertgrößte Flughafen in Deutschland – im Frachtbereich die Nummer 2, bei den Passagierzahlen die Nummer 7. Für eine Rangliste europäischer und deutscher Flughäfen siehe unter Flughafen. Neben Leipzig/Halle und dem Flughafen Hahn ist Köln/Bonn einer der wenigen deutschen Flughäfen ohne Nachtflugverbot. Außerdem verfügt man hier über große Reserven an deutscher Luftverkehrskapazität. Aus diesem Grund haben viele Expressdienste wie UPS, FedEx, DHL und Lufthansa Cargo Köln/Bonn als wichtige Basis gewählt und nutzen den Flughafen als Luftfahrt-Drehkreuz. So starten und landen hier auch nachts Frachtmaschinen im Minutentakt. Erst 2015 muss erneut über die Nachtflugregelung verhandelt werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz von der englischen Armee ausgebaut und eine Bahn mit 1.866 m Länge angelegt. Ab 1949 gab es Gespräche, den Flughafen auch zivil zu nutzen, um Köln und die neue Bundeshauptstadt Bonn anzuschließen, was aber nur in sehr geringem Umfang geduldet wurde.
1954 wurde die 2.460 m lange Querwindbahn (07/25) fertiggestellt.
1957 wurde der Flughafen in zivile Verwaltung übergeben. Das Abfertigungsgebäude war ein einfacher Bau am westlichen Ende der Querwindbahn, dessen üppige Blumenbeete den Beinamen "Flower Airport" bescherten.
Nach der Fertigstellung der großen Bahn 1961, die eine Länge von 3.800 m hat, fand der erste Langstreckenflug ab Köln/Bonn statt.
1965 begann mit der Grundsteinlegung für das neue Terminal und dem Bau des Radarturmes der Ausbau im Nordwest-Teil.
1968 wurde die Flugsicherung mit dem neuen Tower eingeweiht, 1970 das heutige "Terminal 1" eröffnet.
1978 stieg die Abfertigungskapazität auf 2 Millionen Menschen.
1981 wurde der erste Tower abgerissen, 1984 der „Flower Airport“.
1983 Pfingsten besuchte eine NASA-Delegation Köln/Bonn mit dem Space Shuttle „Enterprise“. Mehr als 300.000 Besucher beobachteten die Landung, bzw. besichtigten die Raumfähre, die auf dem Rücken einer Boeing 747 montiert war.
1986 entschied sich UPS bei der Einrichtung ihres Europa-Drehkreuzes für den Flughafen Köln/Bonn. Mit TNT richtete 1988 ein weiterer Fracht-Carrier seinen Europa-Hub in Köln ein.
1991-1994 entstand der heutige Tower neben dem Gebäude der Flugsicherung.
1994 wurde er in „Flughafen Köln/Bonn – Konrad Adenauer“ umbenannt.
1996 übernahm Köln/Bonn nach einem Großbrand am Flughafen Düsseldorf fast den gesamten Verkehr. Bau und Eröffnung von Terminal West, Errichtung einer zusätzlichen Etage und Kanzel auf dem Dach der Halle B-C für die neue Vorfeldkontrolle.
1998 stellte TNT den Betrieb am Flughafen Köln/Bonn ein, um nach Lüttich umzuziehen. Eröffnung von Parkhaus 2.
1999 Eröffnung von Parkhaus 3.
2000 wurde für 325 Mio. Euro „Terminal 2“ fertiggestellt, Baubeginn der Eisenbahnanbindung, Abriss des Towers von 1968.
2002 starteten die Billigflieger Germanwings und Hapag-Lloyd Express, Umbenennung in „Köln Bonn Airport“ und Einführung eines neuen Corporate Designs.
2004 wurde bei einem Unfall im Terminal 2 ein 18 Monate altes Kind in einer Drehtür eingeklemmt und tödlich verletzt, anschließend wurden alle Drehtüren stillgelegt und gegen Schiebetüren ausgetauscht. Im Juni wurde der Flughafenbahnhof als Teil der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main fertiggestellt, EasyJet eröffnet drei Routen nach Großbritannien, im Dezember wird die Erweiterungshalle „Starwalk“ eingeweiht.
2006 Am 23.06.2006 wurden erstmals in der Geschichte des Flughafens mehr als 40.000 Passagiere an einem Tag abgefertigt.
Der Auftrag für den Flughafen Köln Bonn wurde dem Architekten Paul Schneider-Esleben direkt von der nordrhein-westfälischen Landesregierung erteilt, nachdem dieser den Großen Kunstpreis des Landes gewonnen hatte. Schneider-Esleben konzipierte für Köln/Bonn einen fünfeckigen Parkplatz mit einem zentralen Turm, durch den die Frischluft für die Klimaanlage angesaugt wird, sowie einem als Teich angelegten Rückkühlbecken zwischen der Zu- und der Ausfahrt. Der Platz wurde an drei Seiten vom Hauptgebäude mit den Bauteilen A, B/C und D umschlossen, an deren Ecken jeweils ein Gang zu einem der sternförmigen Satelliten auf dem Vorfeld führt. Im Erdgeschoss befindet sich der Bereich für ankommende Passagiere mit einer eigenen Vorfahrt, im 1. Obergeschoss die Haupthalle mit Verkaufsschaltern und die Satelliten, in denen auch die Gepäckabfertigung und Sicherheitskontrolle durchgeführt wird, darüber, in einem Zwischengeschoss, ein Transitgang, die übrigen Etagen wurden für das Besucherrestaurant und die Aussichtsterrassen sowie Büroräume genutzt. Terminal.jpg Wichtige Kriterien beim Entwurf des Abfertigungsgebäudes waren kurze Wege vom Parkplatz zum Flugzeug wie auch beim Transit, eine großzügige, kreuzungsfreie Straßenführung und überschaubare Wege im Gebäude. Einen teleskopartigen Tunnel als Wetterschutz auf dem Weg zum Flugzeug hatte man erstmals 1936 in London-Gatwick am "Bienenstock"-Terminal ausprobiert, sie hatten sich in Europa aber noch nicht allgemein durchgesetzt. Genf-Cointrin war 1968 der erste europäische Flughafen mit sogenannten Vorfeld-Satelliten, die man vom Hauptgebäude aus durch einen Fußgängertunnel erreichen konnte, der jedoch als unpraktisch empfunden wurde, zumal Flugzeuge nicht an die Satelliten andocken konnten und Passagiere beim Einsteigen weiterhin dem Wetter ausgesetzt waren.
Wesentliches Merkmal der Anlage war die dezentrale Abfertigung direkt am Flugzeug statt in einer zentralen Halle. Jede der sechs Abfertigungspositionen an einem Satelliten besaß eigene Check-In Schalter, dahinter einen eigenen Warteraum mit Sicherheits-und Passkontrollstelle, Toiletten und Fluggastbrücke. Ankommende Passagiere gelangten entweder auf gleicher Ebene in die Halle und von dort zur Gepäckausgabe im Erdgeschoss oder, falls es sich um einen internationalen Flug handelte, über eine Treppe zum darüberliegenden Transitgeschoss, einem balkonartigen Netz von Verbindungsgängen zwischen den Warteräumen, auf dem sich auch die Duty-Free Shops und der Zugang zum Transitrestaurant befanden. (Die Treppe zum Restaurant ist heute noch sichtbar in der Halle B-C zwischen Burger King und dem Zeitschriftenladen, wird aber schon lange nicht mehr benutzt). Die seinerzeit innovative Wegführung trennte den Flugscheinverkauf in der Halle vom Check-In in den Satelliten, machte separate Gebäudeflügel für nationalen und internationalen Verkehr überflüssig und die Fehlleitung von Gepäckstücken und Passagieren fast unmöglich, da der Check-In direkt vor dem Flieger stattfand.
Das Gebäude besteht zu weiten Teilen aus unverputzten Betonplatten und wirkt bei der Anfahrt wie ein fensterloses Gebirge. Tatsächlich werden die großen Fensterflächen der Haupthalle von außen lediglich durch die Brüstungen der balkonartigen Gänge auf der Zwischenetage verdeckt, von innen hatte man einen sehr guten Ausblick auf das Vorfeld, Lichthöfe neben den Treppenhäusern sorgen für zusätzliches Tageslicht. Von den ursprünglich 4 geplanten Satelliten wurden allerdings bei der Eröffnung nur die beiden mittleren gebaut.
Der Rohbau wurde so dimensioniert, dass im Kellergeschoss eine Endhaltestelle für Züge in Größe einer Straßenbahn untergebracht werden konnte, Planungen für einen Anschluss an die damalige Köln-Bonner Eisenbahn oder eine Alwegbahn wurden jedoch mangels Bedarf nicht weiter verfolgt. Auch eine mögliche dritte Parkplatzebene wurde nie realisiert.
1989/90 Umbau der Halle A in einen Check-In-Bereich für die Lufthansa mit Senator- und Frequent Traveller Lounge. Gepäcksortierhalle in Leichtbauweise auf dem Vorfeld A, Abfertigung mit Vorfeldbussen. Umbau der Halle D in einen Check-In-Bereich für Charterflieger. 1996 wurde auf der ehemaligen Besucherterrasse auf dem Dach der Halle B-C eine zusätzliche Etage und eine Kanzel für die neue Vorfeldkontrolle errichtet. Das Rückkühlbecken der Klimaanlage, der „Teich“ zwischen der Zufahrt zum Parkdeck, wurde trockengelegt und vorübergehend luftgekühlte Wärmetauscher darin aufgestellt, im Rahmen der Bauarbeiten für den Bahnhof und Parkhaus 2 wurde es mit der Zufahrt abgerissen.
Seit Eröffnung des neuen Bereich D im "Terminal 2" gehört die ehemalige Halle D im Terminal 1 zum Bereich C. Ab 2001 wurden die Check-In Anlagen im Satelliten C abgebaut, der Check-In wurde zentral an den Schaltern C7-C10 durchgeführt. 2004 werden mit den Schaltern im Satelliten B die letzten dezentralen Abfertigungseinrichtungen abgebaut, der Check-In erfolgt zentral für Lufthansa in der Halle A und für Germanwings an neuen Schaltern in der Halle C am Übergang zum Terminal 2. Die Schalter C7-C10 werden aufgegeben, da sie nicht an eine automatische Gepäcksortieranlage angeschlossen sind.
Im Dezember 2004 eröffnet, nach knapp einjähriger Bauzeit, die neue Halle „Starwalk“ zwischen den Satelliten B und C, um auch im Terminal 1 die gleichen Einkaufsmöglichkeiten wie im Terminal 2 zu bieten und zusätzliche Busgates zu schaffen. Zu der gläserne Halle mit einem Tonnendach aus Blech führt eine Brücke in der Mitte der Halle B-C, in der auch die Sicherheitskontrollen durchgeführt werden, weitere Brücken führen zum Satelliten B (zwischen den Gates B5 und B6) und C (zwischen C1 und C2). Die Fluggastbrücken B6 und C1 mussten abgebaut werden, da sie nach dem Umbau in Innenhöfen liegen würden, am Starwalk wurde Platz für drei neue Fluggastbrücken geschaffen, aber bisher (Stand 2005) aus Kostengründen keine montiert.
Im Februar 2005 verklagte Prof. Schneider-Esleben, der Architekt des Terminal 1, die Flughafengesellschaft, weil er sein architektonisches Urheberrecht durch den Starwalk missachtet sah. Für 175.000 Euro trat er der Flughafengesellschaft die Rechte an dem Bauwerk ab.
Nur auf der Abflugebene sind alle Abschnitte durchgehend verbunden, auf den übrigen Etagen muss man zwischen den Terminals das Gebäude verlassen.
Die Erscheinung der Wegweiser und Hinweisschilder wurde mehrfach geändert. Im Terminal 1 war die Beschilderung zunächst noch nicht einheitlich, überwiegend wurden silberne Aluminiumschilder mit schwarzen Großbuchstaben eingesetzt oder die Bezeichnungen der Flugsteige mit schwarzer Farbe auf den Beton gestrichen. Es folgten die international üblichen gelben Leuchtschilder mit schwarzer Schrift und einfachen Symbolen, wie sie von Andreu und Frutiger 1974 für Paris-Roissy entworfen wurden. Im Terminal 2 wurden 2000 modernere Schilder mit gelber Schrift auf dunkelblauem Hintergrund und mit überarbeiteten Symbolen eingesetzt, bevor 2003 im Rahmen der neuen Corporate Identity eine Schriftart ähnlich der OCR-A und bunte, teilweise abstrakte Symbole eingeführt wurden. Die neue Schrift wurde in großen halbtransparenten Folienbuchstaben auf die Fassade des Terminal 2 aufgebracht, erwies sich dort allerdings als schlecht lesbar. Es folgten Tests mit verschiedenfarbigen Folien (vier große gelbe "t" am westlichen Ende von Terminal 2) und Leuchtbuchstaben. 2005 wurden im Terminal 1 Wegweiser im neuen Design montiert.
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