Der Flughafen Frankfurt am Main (auch bezeichnet als Rhein-Main-Flughafen) ist der größte deutsche Flughafen und als Frankfurt-Flughafen ein eigenständiger Stadtteil der Stadt Frankfurt am Main. Rund 68.000 Menschen (Stand Mitte 2006) arbeiten auf dem Flughafen.
Die Bezeichnung „Frankfurt“ wird ebenfalls vom rheinland-pfälzischen Flughafen Frankfurt-Hahn, an dem die Fraport AG neben den deutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen ebenfalls beteiligt ist, getragen. Inzwischen muss sich der Flughafen im Hunsrück, der vorwiegend von Billigfliegern wie Ryanair angeflogen wird, nach Gerichtsurteil jedoch Frankfurt-Hahn nennen. Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist Mannheim-City Airport (ca. 60 km Luftlinie).
Im Unterschied zum nächstkleineren Flughafen Amsterdam hat er nicht sechs, sondern nur drei Startbahnen: Zwei parallele 4000 Meter lange Start- und Landebahnen und die ebenfalls 4000 Meter lange Startbahn West. Im Gegensatz zu Amsterdam können alle drei Bahnen zwar nicht unabhängig voneinander, jedoch zumindest gleichzeitig benutzt werden.
Siehe auch Flughafen#Verkehrsaufkommen
Nach Kriegsbeginn 1939 starteten am 9. Mai 1940 erstmals deutsche Bomber mit Ziel Frankreich. In dem vom 23. August bis 24. November 1944 existierenden KZ Walldorf, südlich des heutigen Flughafengeländes, verrichteten jüdische Zwangsarbeiterinnen Bauarbeiten für den Flughafen. Schätzungsweise 2000 Bomben fielen im Verlauf des Krieges auf das Rollfeld. Zudem sprengten deutsche Truppen mehrere Gebäude.
Am 26. Juni 1948 begann die Berliner Luftbrücke. Neben Hamburg und Hannover war die Frankfurter Rhein-Main Air Base Hauptbasis der alliierten Flugzeuge. Da die stetigen Starts und Landungen der Rosinenbomber der ersten Bahn stark zugesetzt hatten, wurde mit dem Bau einer zweiten Start- und Landebahn am 28. April 1949 begonnen. Am 12. Mai 1949 beendeten die Sowjets die Blockade, die Luftbrücke wurde jedoch noch bis zum 30. September 1949 weitergeführt.
Am 27. Mai 1950 wehte erstmals die Bundesflagge über dem Flughafengebäude, der Flughafen wurde bereits wieder von elf Fluggesellschaften angeflogen. In Folge eines vorausgegangenen Architektenwettbewerbs entschied eine Kommission im Juni 1951 über einen Ausbau des Flughafens inklusive eines neuen Terminals, aus Geldmangel verschwanden die Ausbaupläne jedoch zunächst in der Schublade. Am 10. Mai 1952 wurden auf dem Flughafen erstmals ein Instrumentenlandesystem (ILS) sowie ein Drehfunkfeuer (VOR) installiert. Nach der Gründung der Bundesanstalt für Flugsicherung am 23. März 1953 nahm am 1. Juli erstmals eine deutsche Flugsicherungsleitstelle ihren Dienst auf.
Am 1. März 1955 landete erstmals wieder eine Maschine der Deutschen Lufthansa auf dem Flughafen. Am 5. Mai erhielt die Bundesrepublik Deutschland wieder ihre (nahezu) volle Souveränität und somit auch ihre Lufthoheit zurück.
Auf der Vorstandssitzung der Flughafen Frankfurt/Main AG (FAG) am 15. Juli 1955 wurden die Besitzanteile der Gesellschaft neu geregelt: Das Land Hessen erhielt 45,242 Prozent, die Stadt Frankfurt 28,891 Prozent, der Bund 25,867 Prozent (im Vergleich dazu 2005: Land Hessen 31,94 Prozent, Stadtwerke Frankfurt Holding GmbH 20,40 Prozent, Bundesrepublik 18,27 Prozent, die restlichen 29,39 Prozent sind in Streubesitz).
Vom 9. bis 10. Juli 1956 starteten von dem von den US-Luftstreitkräften genutzten militärischen Teil des Flughafens während der Zeit des Kalten Kriegs Aufklärungsflüge in die Sowjetunion. Der US-Geheimdienst CIA leitete die von einem U-2 Flugzeug durchgeführten Beobachtungsmissionen zu Raketen- und Radarstützpunkten in Litauen, Weißrussland und auf der Krim.
Am 1. August 1958 wurde die neue Empfangsanlage Ost (Architekten: Alois Giefer und Hermann Mäckler) in Betrieb genommen, die sich bereits vier Jahre später als zu klein erwies. Bereits 1960 war der Flughafen mit 81.000 Starts und Landungen der größte in Deutschland und nach London der zweitgrößte in Europa. Dies bedeutete 2,2 Millionen Fluggäste, 46.500 Tonnen Luftfracht sowie 12.000 Tonnen Luftpost. 1962 wurde entschieden, eine neue Empfangsanlage, das Terminal Mitte zu bauen sowie eine dritte Startbahn anzulegen. Zumindest die Bauarbeiten für das Terminal (wieder von den Architekten Alois Giefer und Hermann Mäckler) begannen am 16. Juni 1965, das zur seinerzeit größten Baustelle Europas wurde.
Parallel zum drastischen Anstieg der Flugbewegungen stieg jedoch auch der Unmut der Flughafenanwohner über den zunehmenden Lärmpegel. Hinzu kamen die Einwände gegenüber den Planungen einer dritten Startbahn in Nord-Süd-Richtung, die zu einem immensen Holzeinschlag im den Flughafen umgebenden Waldgebiet führen würde. AirportFrankfurt terminal1.jpg
Im März 1973 kam es zum Planfeststellungsverfahren über die neue Startbahn West. Zwischenzeitlich war der Flughafen mit 30.000 Beschäftigten 1979 zum größten Arbeitgeber Hessens geworden. Am 21. Oktober 1980 entschied der Hessische Verwaltungsgerichtshof für den Bau der neuen Startbahn West, die ersten Baumaßnahmen begannen am 2. November 1981. Es entbrannte ein massiver Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern des Projektes, der neben ungezählten Verletzten auch zwei Tote unter den eingesetzten BGS-Polizisten forderte. Die neue Startbahn 18 West wurde am 12. April 1984 dem Verkehr übergeben.
Am 19. Juni 1985 wurde der Flughafen Ziel eines Bombenattentats. Ein zurückgelassenes Gepäckstück explodierte im Abflugbereich der Halle B. AirportFrankfurt terminal2.jpg
Widerstand gegen die neue Landebahn besteht seitens des US-Chemiekonzerns Celanese, dessen Tochtergesellschaft Ticona GmbH unweit des geplanten Standortes für die neue Landebahn eine Fabrik zur Herstellung von Chemikalien betreibt DER SPIEGEL 21/2006, S. 48.
Da der Flughafen sehr hoch ausgelastet ist, ist der Anteil der sog. Billigfliegern relativ gering. Diese nutzen als Alternative den Flughafen Frankfurt-Hahn.
Daneben besitzt sie zahlreiche Auslandsbeteiligungen. Am 15. Juni 2006 erhielt sie den Zuschlag für die bulgarischen Flughäfen Bourgas und Varna.
Die erneuten Flughafenausbaupläne finden seit Ende der 1990er Jahre teilweise Widerstand in der Bevölkerung (4), die Flughafen-Ausbaugegner haben sich als politische Partei formiert und sind sogar in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vertreten, auch die Frankfurter Grünen lehnen den Ausbau des Flughafens strikt ab. Hauptargument der Ausbau-Gegner ist der steigende Fluglärm, der laut einer Studie der WHO bei vielen Menschen das Risiko an Allergien, Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Migräne zu erkranken, um 50 Prozent erhöht. Weiterer Streitpunkt ist die durch den Ausbau bedingte Abholzung von 400 Hektar Waldfläche. Nach Ansicht der Ausbau-Gegner bedeute ein erhöhter Flugverkehr auch größere Schadstoff- und Kohlendioxid-Emissionen. Auch zweifeln viele an der Jobprognose (Fraport prognostiziert 100.000 neue Arbeitsplätze). Zudem wird das Chemiewerk "Ticona", welches in der Nähe der neuen Startbahn liegen würde, von den Ausbau-Gegnern als empfindliches Risiko bei einem Flugzeug-Absturz angesehen. Gutachter des Flughafens bezeichnen das Risiko als "berechenbar", Gutachter des TÜV Pfalz sehen hingegen ein "erhöhtes Risiko".
Die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern über den Rhein-Main-Flughafen wurde 2002 von einem Grenzcamp zum Thema gemacht. (5) Ferner wird der Frankfurter Flughafen immer wieder zum Ziel der Proteste hessischer Flüchtlingsinitiativen. Über den Flughafen werden jährlich 30.000 Flüchtlinge abgeschoben, mehr als über jeden anderen deutschen Flughafen.
Der Frankfurter Flughafen stand 2004 mehrfach wegen diverser Sicherheitslücken in der Kritik. Unter anderem gelangten Reporter des ZDF unkontrolliert in sensible Sicherheitsbereiche (6). Beim Hauptzollamt Frankfurt am Main-Flughafen, das als Behörde der Bundeszollverwaltung für die zollrechtlichen Personen- und Gepäckkontrollen zuständig ist, kam es in der so genannten "Flughafen-Affäre" seit März 2004 immer wieder zu öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen Zollbeamten und Amtsleiter Hartmut Neßler, dem eine zu bürokratische Amtsführung vorgeworfen wird (7). Im Vordergrund standen in der Vergangenheit regelmäßig unbesetzte Einreisekontrollstellen und die Einschränkung von Zollkontrollen. Zuletzt flammte der Konflikt im Mai 2006 wieder auf, nachdem eine Dienstgruppe der Passagierkontrolle einer rivalisierenden Schicht in der Presse vorwarf, zu lasch zu kontrollieren und strafrechtliche Ermittlungsverfahren nicht ordnungsgemäß zu bearbeiten (8).
Kritiker und Befürworter des erneuten Ausbaus des Flughafens Frankfurt hatten im Vorfeld der formalen juristischen Verfahren die Gelegenheit, ihre Positionen in einem Mediationsverfahren darzustellen und abzustimmen. Das Mediationsverfahren schloss mit der Benennung konkreter Empfehlungen: Kapazitätserweiterung durch Ausbau bei gleichzeitiger Optimierung des vorhandenen Systems, einem Anti-Lärm-Pakt, einem strikten Nachtflugverbot und der Fortführung der im Mediationsverfahren begonnenen Gespräche im sogenannten Regionalen Dialogforum.
Die Fluggäste können das Terminal mittels der so genannten SkyLine wechseln, eine Hochbahnlinie, mit Haltestellen in Terminal 1A (nur für Fluggäste, national, Schengen und international), 1B (auch für Besucher) und Terminal 2DE
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