Floyd Patterson (* 4. Januar 1935 in Waco, North Carolina; † 11. Mai 2006 in New Paltz, New York), war ein amerikanischer Boxweltmeister im Schwergewicht.
Er wuchs in schwierigen sozialen Verhältnissen in Yonkers (New York City) auf und kam als Jugendlicher mit dem Gesetz in Konflikt. Er begann mit dem Boxen in einer Besserungsanstalt, wo ihn der legendäre Trainer Cus D'Amato entdeckte.
Patterson gewann mit 17 Jahren bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki die Goldmedaille im Mittelgewicht, wenig später wechselte er ins Profilager.
Am 30. November 1956 errang er in Chicago den durch den Rücktritt des ungeschlagenen Meisters Rocky Marciano (genau wie Patterson 84 Kg schwer) vakanten Weltmeistertitel im Schwergewicht durch einen KO-Sieg in der fünften Runde über die Halbschwergewichtslegende Archie Moore. Patterson, damals erst 21 Jahre alt, war damit der bis dahin jüngste Schwergewichtsweltmeister. Der 20jährige Mike Tyson brach seinen Rekord dann im November 1986 (allerdings wurde Tyson vorerst nur nach WBC Version anerkannt, unumstrittener Weltmeister wurde er im August 1987 mit 21 Jahren).
In seiner zweiten Titelverteidigung trat er am 22. August 1957 gegen Pete Rademacher in dessen Profidebüt an. Es war das erste und bisher einzige Mal, dass jemand in seinem ersten Kampf um einen Weltmeistertitel boxen durfte. Rademacher hatte im Jahr zuvor bei den Olympischen Spielen des Jahres 1956 in Melbourne die Goldmedaille im Schwergewicht gewonnen und anschließend vollmundig behauptet, dass er fähig wäre, in seinem ersten Profikampf Weltmeister zu werden. Patterson ließ sich vom großen Medienrummel provozieren und gab Rademacher die Titelchance. Im Kampf gelang Rademacher zwar in der zweiten Runde ein Niederschlag, jedoch musste er selbst insgesamt sechs Mal zu Boden und verlor schließlich durch KO in der sechsten Runde.
1959 ließ er sich am 26. Juni in New York auf einen Kampf gegen den Schweden Ingemar Johansson ein. Der Außenseiter schickte Patterson jedoch überraschend mit einem gewaltigen rechten Cross in der dritten Runde zu Boden. Nach sechs weiteren Niederschlägen endete der Kampf für Patterson in der 3. Runde. Er verlor seinen Titel durch technischen KO.
Im Rückkampf gegen Johansson am 20. Juni 1960, wiederum in New York, holte sich Patterson durch KO-Sieg in der fünften Runde den Titel zurück. Dies war vor ihm noch keinem ehemaligen Schwergewichtsweltmeister gelungen, bis dahin hatte die Regel „They never come back“ gegolten. Auch in der anschließenden dritten Begegnung konnte er sich gegen Johansson durchsetzen.
Patterson verteidigte in der Folge seinen Titel, bis er am 25. September 1962 in Chicago gegen Sonny Liston in der ersten Runde KO ging. Der direkte Rückkampf brachte das gleiche Resultat. Am 20. November 1965 boxte er in Las Vegas das erste Mal gegen Muhammad Ali, der seinen gegen Sonny Liston gewonnenen Titel aber durch technischen KO in der zwölften Runde verteidigte.
Nachdem Ali 1967 der Weltmeistertitel aberkannt wurde, fand ein Ausscheidungsturnier um den vakanten Titel statt, an dem auch Patterson teilnahm. Er scheiterete hierbei jedoch im Viertelfinale knapp nach Punkten gegen Jerry Quarry , war wieder zwei Mal am Boden. Trotz dieser Niederlage erhielt er ein Jahr später eine weitere Chance, um den Titel zu boxen, er verlor hierbei jedoch mit 6 zu 9 Runden - allerdings umstritten - gegen Jimmy Ellis.
Pattersons letzter Kampf fand am 20. September 1972 in New York gegen Muhammad Ali um den Nordamerikanischen Schwergewichts-Titel statt. Floyd verlor durch technischen KO in der siebten Runde.
Floyd Patterson bestritt in seiner Karriere 64 Kämpfe, in denen er 55 mal siegreich blieb, achtmal verlor und einmal ein Unentschieden errang. Der körperlich vergleichsweise schmächtige Patterson (ca. 85 kg) war bekannt für seine überfallartige Angriffstaktik, bei der er den Gegner förmlich ansprang und einen linken Haken versuchte ins Ziel zu bringen. Dies war der von D'Amato entwickelte „Peek-a-boo“-Stil.
Pattersons Adoptivsohn Tracy Harris-Patterson gewann in den 90'er Jahren den WBC-Titel im Halbfedergewicht, sowie den IBF-Titel im Halbleichtgewicht.
Floyd Patterson litt zuletzt an Prostatakrebs und Gedächtnisverlust bedingt durch eine Alzheimererkrankung. Er verstarb am 11. Mai 2006 im Alter von 71 Jahren in seinem Haus in New Paltz, einem Dorf nördlich von New York.
Mann | US-Amerikaner | Boxer (USA) | Olympiasieger (Boxen) | Weltmeister (Boxen) | Geboren 1935 | Gestorben 2006
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