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Ursprünglich war ein Flohmarkt ein Markt auf dem gebrauchte Gegenstände zum Spaß und frei von Erwerbsdruck von Privatleuten an andere Privatleute verkauft wurden. Heute sind Flohmärkte sehr organisiert und werden in großer Zahl von professionellen Verkäufern zum Feilbieten ihrer Waren benutzt. Große und kleine Veranstalter erschließen immer neue Parkplätze, Uferstraßen und Brachflächen und verlangen teilweise hohe Standmieten. Vor allem durch diesen Expansionsdrang haben sich Flohmärkte weit verbreitet. Auch die anhaltend stagnierende Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage tut ihr Übriges und treibt neue Käufer wie Verkäufer auf die Märkte.

Seinen Namen verdankt der Flohmarkt spätmittelalterlichen Kleidergaben der Fürsten. Einmal dem Volk überlassen, wurde mit diesen Kleidungsstücken gehandelt. Dabei wechselte auch der eine oder andere Floh den Wirt.

Es gibt noch Flohmärkte, auf denen Neuware nicht oder nur sehr eingeschränkt zugelassen ist. Außerdem gibt es Themenflohmärkte: Handwerkermärkte, Antikmärkte, Schallplatten- und Spielzeugbörsen. Über Termine und Themen informieren einschlägige Flohmarktzeitschriften, die auf fast jedem großen Flohmarkt ausgerufen werden.

Im Angebot vieler Flohmärkte überwiegt dagegen heutzutage die Neuware. Das Spektrum erstreckt sich dabei von abgelaufenen Lebensmitteln über Handyzubehör bis zu Textilien, wobei es sich überwiegend um Ware minderer Qualität handelt. Trotzdem findet sich auch heute noch das ein oder andere Sammlerstück unter dem oft vorhandenen Ramsch. Urtümliche Flohmärkte mit echten Schätzen findet man heute noch am ehesten in Kleinstädten oder auf dem Land, unter Schirmherrschaft der Kommune, von Vereinen oder Gemeinden.

Durch die Internet-Auktionsplattform eBay hat sich in den letzten Jahren die Akzeptanz von Gebrauchtwaren erhöht. Andererseits bleiben durch diesen neuen Handelsweg viele interessante Dinge dem realen Flohmarkt vorenthalten.

Überregional bekannt sind der Bonner Rheinauenflohmarkt mit einer Standfront von ca. 4 km Länge und der Vohwinkeler Flohmarkt in Wuppertal-Vohwinkel unterhalb der Schwebebahn mit ca. 300.000 Besuchern im Jahr, welcher als größter Eintages-Flohmark der Welt gilt. Deutschlands größter Flohmarkt ist der Trempelmarkt in Nürnberg. International bekannt war der Londoner Flohmarkt in der Petticoat Lane.

Eine Alternative zum Besuch von Flohmärkten ist u.a. der Umsonstladen (gemischte Waren), in dem nicht getauscht, sondern nur verschenkt wird. Viele Secondhandläden liegen preislich meist deutlich höher, vor allem im Mode-Bereich.

Der größte Flohmarkt gemessen an Standkilometern findet immer am ersten Samstag im Oktober in Tostedt statt. Er hat eine Länge von ca. 10 km.

Der Flohmarkt am Hohen Ufer in Hannover ist der älteste Flohmarkt in Deutschland.

Literatur


  • Sebastian Münz, Flohmarkt - Märkte,Menschen,Waren, Zweite, erweiterte Auflage, Mai 2005, ISBN 3-9308304-3-4
  • Ingrid Hinterecker, Trödler Tandler Flohmarktstandler, Wien 2001, Löcker Verlag, ISBN 3-85409-324-1
  • Der Second Hand-Markt, Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin

Siehe auch: Sammeln, Antiquität

Feste und Brauchtum | Volksfest

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