Bei Flintenmunition handelt es sich um Patronennmunition für Flinten. Meistens sind es Schrotpatronen oder Patronen mit Flintenlaufgeschossen.
Auf der Bodenkappe ist eine Hülse aus Pappe oder Kunststoff aufgesetzt. Am oberen Ende der Patrone ist diese Hülse sternförmig zusammengefaltet oder aber über einer Papp- oder Kunststoffscheibe umgebördelt.
Aufbau_Schrotpatrone_L.jpg In der Bodenkappe befindet sich die Treibladung aus Nitrozellulosepulver. Es werden nur sehr offensiv abbrennende Sorten verwendet. Darüber befindet sich ein Pfropfen aus Kork, Filz oder Kunststoff. Ein Kunststoffpropfen ist oft nach oben als Korb ausgeformt, wenn er für die Verwendung in Schrotpatronen gedacht ist. Zwischen den Propfen und dem Hülsenende befindet sich dann das Projektil bzw. die Projektile.
Das Flinten-Kaliber 12 z.B. besagt, dass der Durchmesser des Laufs einer Patrone dem Durchmesser einer Bleirundkugel entspricht, von der zwölf gleichgroße Stück aus einem englischen Pfund Blei (453,6 Gramm) gegossen wurden. Dementsprechend ist das Flinten-Kaliber 20 kleiner als das Kaliber 12. Hier die Durchmesser der gängigsten Flintenkaliber:
Kaliber Durchmesser 12 = 18,53 mm 16 = 16,84 mm 20 = 15,63 mm 24 = 14,71 mm
Die effektive Reichweite einer Schrotladung ist eher gering (ca. 40 m) und hat eine große Streuung, die den Vorteil einer großen Flächenabdeckung hat. Ab einer gewissen Entfernung besteht die tödliche Wirkung nicht in der Verletzung, sondern im Auslösen eines nervlichen Schocks durch das Auftreffen vieler Projektile auf verschiedene Stellen des Körpers.
Mit Schrotpatronen geschossen wird hauptsächlich bei der Jagd auf Kleinwild. Im Militärischen sowie bei Polizeikräften wird sie nur zum Nahkampf eingesetzt, z. B. im Häuser- oder Straßenkampf. Beim Einsatz gegen Demonstranten werden häufig statt der Bleischrote auch Gummikugeln bzw. Schrote in kleinen vernähten Säckchen verschossen, die nicht tödlich wirken sollen und die Wirkung von Faustschlägen aufweisen.
Beim Wurfscheibenschießen ist die Bleischrotmenge bei einigen Disziplinen auf 24 g bzw. 28 g, unter anderem aus Gründen des Umweltschutzes, begrenzt; die Bleischrote haben hier einen Durchmesser von 2 mm (Skeet) bis 2,5 mm (Trap), bei jagdlichen Patronen liegt die Bleischrotmenge sonst bei 32 g bis 40 g und die jagdlich genutzten Durchmesser der Schrote reichen von 2 mm (Kaninchen) bis 4 mm (Dachs). Gröbere Schrote, so genannte Posten, sind in Deutschland zur Jagd verboten. Sie wurden früher zur Jagd auf Rehwild und Wildschweinfrischlinge verwendet.
Als massive Blei- oder Weicheisenzylinder mit einem Gewicht von über 30 g haben sie trotz einer relativ geringen Geschossgeschwindigkeit eine hohe kinetische Energie, die sie durch die weichen Materialien schnell an das Ziel abgeben.
Da ein Flintenlaufgeschoss nicht durch Züge, wie bei einem Büchsenlauf vorhanden, stabilisiert werden kann, bedient man sich einer "Pfeilstabilisierung" in dem man den Schwerpunkt des Geschosses nach vorne verlagert. Jagdlich werden Flintenlaufgeschosse auf Entfernungen von 30-50 m verwendet, wobei mit einem Streukreis von ca. 10 cm zu rechnen ist .
Flintenlaufgeschosse werden vor allem sehr gerne bei der Jagd auf Sauen (Wildschweine) eingesetzt aber auch auf Rehwild. Wildschwein und Reh gehören zum Schalenwild, das in Deutschland nicht mit Schrot bejagt werden darf. Mit dem Flintenlaufgeschoß hat der Jäger hingegen die Möglichkeit anläßlich der Jagd auf Kleinwild auch Schalenwild (sofern freigegeben) zu bejagen.
Flintenlaufgeschosse werden teilweise auch von Sicherheitskräften eingesetzt. Gegen Schutzwesten haben sie eine relativ hohe Wirkung. Zwar durchschlagen sie diese oft nicht, aber beim Auftreffen wird die Weste so weit eingedrückt, daß trotzdem innere Verletzungen hervorgerufen werden.
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