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Als 877 (später DB Baureihe VT 04), auch Fliegender Hamburger genant, wurde der erste Dieselschnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn (DRG) bezeichnet. Mit ihm wurde ab 1933 zwischen Berlin und Hamburg die damals weltweit schnellste Zugverbindung hergestellt.

Daten und Entwicklung


Der aus zwei zusammengekoppelten Wagen bestehende Triebzug mit der damaligen Betriebsnummer 877a/b wurde im Februar 1932 bei der Waggon- und Maschinenbau AG Görlitz (WUMAG) von der DRG bestellt. Ausgeliefert wurde er Ende 1932 und abgenommen im Februar 1933.

Neu am "Fliegenden Hamburger" waren die Stromlinienform, die in Windkanalversuchen entwickelt wurde, die Leichtbauweise und der dieselelektrische Antrieb. Jeder der beiden Wagen hatte einen Maybach-Zwölfzylinder-Dieselmotor mit daran angeschlossenem Gleichstrom-Generator und elektrischen Tatzlager-Fahrmotoren. Mit einer Leistung von 2 x 410 PS (2x302 kW) wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreicht.

Der Zug war mit einer Knorr-Druckluftbremse und einer Magnetschienenbremse ausgerüstet, mit denen er aus einer Geschwindigkeit von 160 km/h innerhalb einer Strecke von 800 Meter zum Halten gebracht werden konnte.

Der Triebzug hatte 98 Sitzplätze in zwei Großraumwagen-Abteilen und ein viersitziges Büffet. Der "Fliegende Hamburger" war der Prototyp für die weiteren Schnelltriebwagen der DRG Baureihe 137 149 bis 152 „Hamburg“, sowie die Ableitungen „Leipzig“, „Köln“ und „Berlin“.

Als Zeichen seiner Exklusivität wurde er wie die Wagen des „Rheingold-Zuges“ cremefarben und violett lackiert.

Die Erfolge dieses Schnelltriebwagens und seiner Schwester-Baureihen führten dazu, daß 1935 von den Henschel-Werken der stromlinienverkleidete und dampflok-betriebene "Henschel-Wegmann-Zug" mit vergleichbaren Leistungen für den Schnellverkehr zwischen Berlin und Dresden entwickelt wurde.

Einsatz bei der Deutschen Reichsbahn


Ab 15. Mai 1933 verkehrte der Triebzug planmäßig zwischen Berlin Lehrter Bahnhof und Hamburg Hauptbahnhof. Für die 286 km lange Strecke benötigte er 138 Minuten, eine Zeit, die erst 64 Jahre später im Mai 1997 von einem ICE-Zug der Deutschen Bahn AG wieder erreicht wurde.

Verbleib nach Beginn des Zweiten Weltkriegs


Im Zweiten Weltkrieg wurde der Triebwagen abgestellt.

Ab 1945 wurde der Triebwagen von der französischen Besatzungsmacht als Reisezug eingesetzt und 1949 von Frankreich an die Deutsche Bundesbahn zurückgegeben, die ihn unter der Bezeichnung VT 04 000 führte. Er wurde in roter Lackierung bis 1957 eingesetzt. Eine Triebwagenhälfte ist heute im Verkehrsmuseum Nürnberg ausgestellt, eine Garnitur der Bauart Hamburg (VT 04) steht im Hauptbahnhof Leipzig.

ICE


Bis zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 trug eine ICE-Verbindung zwischen Berlin und Hamburg den Namen Fliegender Hamburger. In der internen DB-Zeitung erschien am 1. April 2005 als Aprilscherz die Meldung, der Fliegende Hamburger werde als Unterstützung der ICE-Verbindungen wieder eingesetzt, wobei das Farbkleid bereits an das ICE-Schema angepasst wurde, was auch auf einer Fotomontage zu sehen war.

Briefmarke


Anlässlich der Ausstellung 100 Jahre Eisenbahn in Nürnberg gab die Deutsche Reichspost 1935 eine 25 Pf Briefmarke mit dem Bild des Fliegenden Hamburgers heraus.

Modelleisenbahn


Im Fachhandel sind Modelle dieses Triebwagens erhältlich.


Berühmter Zug | Triebfahrzeug (Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft) | Triebfahrzeug (Deutsche Bundesbahn)

DRG Class SVT 877

 

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