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Flatulenz (v. lat. flatus „Wind, Blähung“) bezeichnet die Aufblähung des Magens bzw. des Darms durch normalerweise bei der Verdauung gebildete Gase (z.B. Methan, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und andere Gär- bzw. Faulgase) mit zum Teil reichlichem Abgang von Darmgasen. Sitzen diese Darmgase fest, kann es zu schmerzhaften Bauchkrämpfen kommen.

Die Flatulenz ist abzugrenzen gegen eine übermäßige Gasansammlung im Verdauungstrakt ohne wesentlichen Abgang von Darmgasen, die als Meteorismus bezeichnet wird.

Ursachen


Das Auftreten einer Flatulenz wird vor allem durch die Ernährung bestimmt. Eine deutliche Steigerung der Gasproduktion kann z. B. durch Hülsenfrüchte bewirkt werden, da sie Trisaccharide enthalten, die vom Dünndarm nicht verwertet werden können und sich erst im Dickdarm durch die Darmflora zersetzen. Auch bei Milchallergie (Unverträglichkeit gegenüber Kuhmilcheiweiß), Histamin-Intoleranz und Lactoseintoleranz (Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker) kann es zu starker Flatulenz kommen, dann auch z.T. verbunden mit Durchfällen.

Weitere Ursachen oder zumindest Verstärker der Flatulenz sind:

  • übermäßiger Konsum von Alkohol (besonders Bier),
  • Nikotin
  • zu viel Kaffee

Behandlung


Es gibt mehrere Wege, Flatulenz zu behandeln:

  • Weglassen oder Reduzierung des Bestandteils der Nahrung, der besonders blähungstreibend wirkt (z. B. im Falle von Lactoseintoleranz der Milchzucker). Im Fall von Histamin-Intoleranz Reinhard Jarisch (2004): Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit. Thieme, ISBN 3-13-105382-8 4.6:77-110. (Histaminose) ist der Auslöser meist Rotwein oder Käse.
  • Langsame Gewöhnung des Körpers an bestimmte Nahrungsmittel, zum Beispiel durch langsame Steigerung der Ballaststoffzufuhr.
  • Bei Babys besonders hilfreich ist die Bauchmassage, bei der der Bauch im Uhrzeigersinn kreisend sanft massiert wird. Dabei lösen sich eventuell festsitzende Gasblasen, die schmerzhaft drücken können. Auch bei Erwachsenen ist diese Methode oftmals hilfreich.
  • Verwendung so genannter Carminativa wie z. B. Kümmel. Das sind ätherische Öle, die die Verkrampfung des Darms lösen und für einen leichteren Abgang der Darmgase sorgen. Diese Mittel verhindern Blähungen allerdings nicht, sondern sorgen nur für einen diskreten Gasstrom anstelle von größeren „Entladungen“. Ätherische Öle sollten bei Babys aber nur begrenzt eingesetzt werden.
  • Verwendung von Simeticon (Simethicon), das in Apotheken erhältlich ist und entschäumende Wirkung hat, wobei schaumartige Ansammlungen von Gas im Darm aufgelöst werden. Dieser Wirkstoff kann auch - mit entsprechender Vorsicht - bei Babys eingesetzt werden.

Quellen


Siehe auch


Weblinks


Krankheitssymptom | Gastroenterologie | Allergologie

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