Flammenwerfer.jpg Der Flammenwerfer ist eine Kriegswaffe aus der Gruppe der Brandwaffen, die dazu dient, einen langen Strahl eines flüssigen, brennenden Mineralölprodukts unter hohem Druck auf ein Ziel zu sprühen.
Ursprünglich wurden Flammenwerfer im Ersten Weltkrieg in Deutschland als Waffe gegen befestigte Stellungen und Bunker entwickelt und auch eingesetzt. Der Gegner sollte durch die Angst vor dem Feuer demoralisiert, in Panik versetzt und aus den Stellungen getrieben werden.
Als Treibgas findet in der Regel unbrennbarer Stickstoff oder auch Kohlendioxid Verwendung. Es werden aber auch brennbare Gase wie Butan eingesetzt, wobei dann das Treibgas gleichzeitig zur Speisung der Zündflamme verwendet wird. Die mancherorts angegebene Nutzung von Wasserstoff als Treibgas beruht jedoch auf einem Missverständnis im Zusammenhang mit dem Wasserstoff-Zündsystem des Standardflammenwerfers FmW 41 der deutschen Wehrmacht.
Das Flammöl besteht im einfachsten Fall aus gewöhnlichem Dieselkraftstoff. Benzin ist im reinen Zustand ungeeignet, da es zu schnell verbrennt. Dieselöl brennt länger und heißer, und obwohl damit bereits ein zufriedenstellender Betrieb des Flammenwerfers möglich ist, wird in der Regel ein weiter optimiertes Gemisch verwendet. So werden Benzin oder Benzol zugesetzt, um den relativ hohen Flammpunkt des Dieselöls herabzusetzen, damit ein zuverlässiges Durchzünden, auch bei sehr niedrigen Temperaturen oder widrigen Witterungseinflüssen, gewährleistet ist. Gleichzeitig werden dem Flammöl Verdickungsmittel zugesetzt, um ein vorzeitiges Zerstäuben zu verhindern und damit die Wurfweiten zu vergrößern. Dadurch wird auch bessere Haftfähigkeit an Panzerfahrzeugen erreicht.
Ein druckfester, mineralölbeständiger Gummischlauch verbindet die Tanks mit dem entfernt einem Gewehr ähnelnden Flammenrohr. Im Flammenrohr selbst befindet sich ein selbstschließendes Ventil, ein Abzugsmechanismus und am Ende eine Düse mit einer Zündvorrichtung.
Wenn das Ventil durch den Abzug geöffnet wird, drückt das Treibgas das Flammöl durch den Schlauch ins Flammenrohr, an dessen Ende es beim Austritt aus der Düse vom Zündsystem entfacht wird.
Die effektive Schussweite eines Ein-Mann-Tornister-Flammenwerfers liegt etwa zwischen 20 und 25 m, die maximale Reichweite bei ca. 30 m.
Die Reichweite größerer und schwererer Modelle, z. B. bei ortsfest installierten Flammenwerfern oder bei Flammpanzern, kann allerdings auch bis zu 100 m betragen. Die Kapazität vieler im Zweiten Weltkrieg üblichen Modelle reichte je nach Länge des einzelnen Flammstoßes für 2 bis 15 Würfe.
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Die Ursprünge des Flammenwerfers reichen zurück bis ins 5. Jahrhundert vor Christus. Im Jahr 678 zerstörte die byzantinische Flotte die Schiffe der Sarazenen mit dem „Griechischen Feuer“, einer Mischung aus Schwefel, gebranntem Kalk, Erdölprodukten und anderen Substanzen wie Harzen und vielleicht Kalisalpeter, die auch auf dem Wasser brannte. Chronisten berichten übereinstimmend von dünnflüssigen Stoffgemischen („flüssiges Feuer“), so daß Erdöldestillate nach Art des Benzins die Grundlage darstellten.Das Gemisch wurde mittels einer einfachen Balg- oder Kolbenpumpe durch Kupfer- oder Bronzerohre gepumpt und brennend auf den Gegner geschleudert. Durch die strikte Geheimhaltung sicherte dieser technologische Vorsprung der byzantinischen Flotte eine Vormachtstellung, die selbst dann noch Bestand hatte, als Byzanz selbst keine bedeutende Rolle mehr spielte. Auch im Landkrieg wurde das "flüssige Feuer" verwendet.
Der nächste technologische Fortschritt gelang den Chinesen mit der Einführung einer Pumpe mit zwei Kammern. Diese ermöglichte es in einer einzigen Bewegung in der einen Kammer anzusaugen und gleichzeitig aus der anderen auszustoßen. Bei der rückläufigen Bewegung tauschen dann die Kammern mittels Ventilen ihre Funktion und die nun gefüllte Kammer wird geleert, während die die andere wieder ansaugt. Erst damit wurde ein durchgängiger, wenn auch pulsierender, Strahl möglich.
Noch bis ins 13. Jahrhundert setzte man Waffen dieser Art im Seekrieg ein und ihre Verbreitung reichte von Europa über den Mittelmeerraum bis hin nach China.
Mit der Entdeckung und steigenden Verbreitung des Schießpulvers verlor sie jedoch zunehmend an Bedeutung und kam schließlich gänzlich außer Gebrauch.
Die deutschen Streitkräfte führten die neue Waffe allerdings erst 1911 bei der Truppe ein. Es wurde ein neues Sonderregiment mit zwölf Kompanien aufgestellt und mit Flammenwerferapparaten ausgestattet.
Der erste großangelegte Einsatz von Flammenwerfern fand am 26. Februar 1915 gegen die französischen Truppen bei der Schlacht um Verdun statt. Der nächste Einsatz fand fünf Monate später, im Juli 1915, gegen britische Stellungen und Gräben nahe Hooge statt.
Im Einsatz zeigten sich allerdings schnell bestimmte Nachteile der sich noch im Frühstadium ihrer Entwicklung befindlichen Flammenwerfer. Obwohl sie getragen werden konnten, waren sie für den Einsatz im Feld zu groß und zu schwer und trotz oder sogar wegen des primitiven Aufbaus schwierig zu bedienen. So gab es z.B. noch keine selbstregelnden Ventile, die den Druck konstant halten konnten, so dass die Ventile an den Tanks permanent mittels Handrädern nachgestellt werden. Je nach Typ waren auf diese Weise bis zu drei Mann allein zum Betrieb des Flammenwerfers notwendig, und da diese Bedienmannschaft keine weiteren Waffen tragen und verwenden konnte, wurde ihr zusätzlich noch zwei einfache Soldaten zu ihrer Verteidigung zur Seite gestellt. Somit war ein Flammenwerfertrupp mit seinem Gerät ziemlich auffällig, langsam und in der Beweglichkeit stark eingeschränkt – für einen Infanteristen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs denkbar schlechte Voraussetzungen zum Überleben. Darüber hinaus war der Flammenwerfer selbst auch noch äußerst empfindlich gegen Beschuss und Splitterwirkung, mit den entsprechend katastrophalen Folgen für die Bedienung selbst und allen anderen im näheren Umkreis. Zudem wurden Flammenwerferträger auch nur sehr selten gefangen genommen, besonders dann nicht, wenn ihre Ziele den Einsatz der Waffe überlebten.
Die einzige relativ sichere Methode zum Einsatz der Flammenwerfer bestand also darin, sie aus dem Schutz des eigenen Schützengrabens heraus abzufeuern. Damit beschränkte sich die sichere Nutzung auf Gebiete, in denen sich die Gräben der Gegenseite in Reichweite des Flammenwerfers, also weniger als 18 Meter entfernt, befanden – was im Kriegsverlauf nicht oft vorkam.
Briten und Franzosen testeten in dieser Zeit ebenfalls Flammenwerfersysteme, verwarfen die Entwicklung aber bald.
Die deutsche Armee setzte die Nutzung von Flammenwerfern, üblicherweise in Gruppen zu je sechs Geräten, in mehr als 300 Einsätzen, den ganzen Krieg über fort.
Die grundlegenden Probleme und Unzulänglichkeiten, mit denen schon Fiedlers erste Modelle behaftet waren, konnten nicht gelöst werden. Tragbarkeit und geringes Gewicht bedeuten eine Reduzierung des Flammölvorrats, dem steht jedoch der Wunsch nach längeren und mehr Flammstößen mit größerer Reichweite entgegen – aber dies wäre wiederum nur mit einem größeren Flammölvorrat zu bewerkstelligen. Auch die große Empfindlichkeit gegen Beschuss und Splitter konnte bis heute nicht gelöst werden. Hinzu kommt die Möglichkeit einer spontanen Selbstentzündung und Explosionen des Geräts durch technisches Versagen oder Bedienfehler, selbst bei modernen Modellen. Mitunter gibt und gab es auch schwere Unfälle durch menschliches Versagen. So feuerte ein Rekrut der US-Armee bei der Ausbildung seinen Flammenwerfer senkrecht in die Luft ab, und das Napalmgel regnete anschließend auf ihn selbst nieder. Der Ausbilder, der ihm zur Hilfe eilte, kam ebenfalls zu Tode, als sich in Folge der Hitzeeinwirkung die Hand des Rekruten zusammenzog und den Flammenwerfer erneut abfeuerte, bis der gesamte Napalmvorrat aufgebraucht war. Flammenwerfer blieben also eine äußerst gefährliche Waffe – auf beiden Seiten der Mündung.
Die Verwendung mechanisierter Flammenwerfer in Form von z. B. Flammpanzern löst zwar das Problem der geringen Reichweite und Menge des Flammöls und reduziert auch die Empfindlichkeit gegen Beschuss und Splitterwirkung, aber sie sind im Gegensatz zum Infanteristen zu Fuß nicht unter allen Umgebungsbedingungen einsetzbar. Im Häuserkampf, in urbaner Umgebung, sind sie nicht nur wenig bis gar nicht geeignet, sondern sogar selbst höchst verwundbar.
Die logische Konsequenz aus diesen Nachteilen war die Abkehr vom klassischen Flammenwerfer. Die Luftwaffe übernimmt dabei die Aufgabe der mechanisierten Flammenwerfer mit Brandbomben bei großflächigem Einsatz bzw. Aerosol oder thermobarischen Gefechtsköpfen, häufig in Kombination mit Lenkeinrichtungen zum Präzisionsabwurf, gegen harte Punktziele wie Bunker. Für den infanteristischen Einsatz ersetzen leichte Ein-Mann-Raketenwerfer wie die RPO-A oder M202 „Flash“ den Flammenwerfer. Projektile dieser Art können bis ca. 50 m punktgenau gegen kleine Ziele wie z. B. Öffnungen, Blenden, Sichtschlitze, Periskope und Waffen von Bunkern und Panzerfahrzeugen eingesetzt werden und übertreffen damit jeden Flammenwerfer in Genauigkeit und Reichweite. Einzelne Fahrzeuge, Gräben, Durchgänge, Bunker, Fenster und Türen können sogar bis etwa 200 m noch mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von 50 Prozent bekämpft werden. Selbst mechanisierte Flammenwerfer erreichen nur etwa die Hälfte dieser Reichweite, wobei allerdings Wirksamkeit und Genauigkeit im Bereich ihrer Maximalreichweite gegen null gehen. Der Beschuss einer größeren Fläche, Fahrzeug- oder Personenansammlungen ist mit diesen Raketenprojektilen sogar noch, ebenfalls mit einer Trefferwahrscheinlichkeit von 50 Prozent, auf Distanzen von etwa 500 bis 600 m möglich.
Die M202(A1) „Flash“ wurde ihrerseits Mitte der 1990er Jahre ebenfalls außer Dienst gestellt und eingelagert. Da in der Folgezeit keinerlei Ausbildung, Einweisung oder Übungen an den eingelagerten Waffen erfolgte und die Haltbarkeit derartiger Gefechtsköpfe bei etwa 10 Jahren liegt, ist nach jetzigem Kenntnisstand wohl davon auszugehen, dass zumindest die Landstreitkräfte der USA über keinerlei tragbare Brandwaffen verfügen.
Diese Waffen befinden sich noch immer in Gebrauch und werden auch exportiert. Von den russischen Streitkräften wurden sie in Afghanistan, Tadschikistan und im Tschetschenien-Konflikt in beiden Grosny Feldzügen, in großem Umfang Eingesetzt. Die russischen Streitkräfte verfügen darüber hinaus über ein gepanzertes Kettenfahrzeug mit einem 30 Schuss Mehrfachraketenwerfersystem zum Verschuss von Brandraketen.
So wurden zum Beispiel in Deutschland während des zweiten Weltkriegs auch an Polizei und Feuerwehr Flammenwerfer ausgegeben um der großen Anzahl an Todesopfern unter der Zivilbevölkerung, als Folge des alliierten Bombardements deutscher Städte, Herr zu werden und die Gefahr von Seuchen einzudämmen. Einsätze dieser Art sind auch aus der jüngeren Geschichte, nach verheerenden Umweltkatastrophen mit vielen Toten, bekannt.
Vereinzelt sollen auch Flammenwerfer zum Legen von Gegenfeuern in der Brandbekämpfung, gegen bedrohliche Insektenplagen und zum kontrollierten Abbrennen des Bewuchses in der Land- und Forstwirtschaft verwendet worden sein. Zumindest der Einsatz in der Landwirtschaft erscheint fragwürdig, da der Boden durch unvollständig verbranntes Flammöl sowie giftige und krebserzeugende Verbrennungsrückstände kontaminiert werden würde.
Die im Zivilbereich vor allem zur Vernichtung von Unkraut und Schädlingen, aber auch die in Filmproduktionen und bei Showveranstaltungen, wie z.B. bei der Fire Show bei Rhein Fire spielen, immer unter Kontrolle der Feuerwehr, genutzten Flammgeräte, verwenden ein brennbares Gas, meist Butan- oder Propangas, als Flammstoff.
Diese mit Gas betriebenen Show- und Gartengeräte sind aber auf gar keinen Fall, weder funktionell und auch ganz besonders nicht in ihrer Wirkung, mit dem militärischen Flammenwerfer vergleichbar.
Am 11. Juni 1964 tötete der psychisch und physisch kranke Frührentner Walter Seifert, in Köln-Volkhoven mit einem, aus einer Unkrautspritze selbstgebauten Flammenwerfer, und einer Lanze, acht Schüler und zwei Lehrer einer katholischen Volksschule und verletzte 21 weitere schwer; anschließend tötete er sich selbst. Mehr zum Amoklauf und den Hintergründen unter: Seite der Kölner Ursula-Kuhr-Schule - Das Attentat von Köln-Volkhoven sowie WDR - Panorama - Mit Flammenwerfer in die Volksschule.
§1 WaffG (Auszug): Waffen sind tragbare Gegenstände, die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen.
Anlage 1:
Tragbare Gegenstände nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a sind insbesondere Gegenstände,
In den USA ist der Privatbesitz militärischer Flammenwerfer teilweise möglich.
Flamethrower | Liekinheitin | Lance-flamme | להביור | 火炎放射器 | Flammekaster | Miotacz ognia | Lança-chamas | Огнемёт | Plamenomet | Eldkastare
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