Ein Flamen (Plural: flamines) war in der altrömischen Religion der Einzelpriester einer bestimmten Gottheit.
Die drei wichtigsten Flamines (flamines maiores) waren für den Kult der Götter Jupiter (Flamen Dialis), Mars (Flamen Martialis) und Quirinus (Flamen Quirinalis) zuständig. Daneben gab es zwölf flamines minores für weitere Götter, die nicht alle bekannt sind:
Alle Flamines gehörten zum Kollegium der Pontifices. Die flamines maiores mussten dem Patriziat entstammen, die flamines minores waren Plebejer oder in der Kaiserzeit Equites.
Das Leben der Flamines unterlag strikten rituellen Regelungen, die wir vor allem beim flamen Dialis kennen. Er musste unter anderem in einer vollgültigen Ehe verheiratet sein, bestimmte Kleidungsvorschriften beachten (eine besondere Mützenform, der apex, war das Symbol für einen Flamen) und durfte nicht mit Toten, Waffen oder einem Heer in Berührung kommen.
Gaius Iulius Caesar war als junger Mann für den Dienst als Flamen Dialis vorgesehen, was ihm nach politischen Veränderungen allerdings erspart blieb.
In der Kaiserzeit wurde auch für die vergöttlichten Angehörigen des Kaiserhauses (divi) nach ihrem Tode jeweils ein Flamen eingesetzt, die "Flamines divorum". Ferner gab es Flamines auch im Kollegium der Arvalbrüder und in einigen Städten des Reiches.
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