| Lein | ||||||||||||
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| Illustration Linum usitatissimum0.jpg (Linum usitatissimum)]] | ||||||||||||
| : | Bedecktsamer (Magnoliophyta) |
| : | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida) |
| : | Rosenähnliche (Rosidae) |
| : | Malpighiales |
| : | Leingewächse (Linaceae) |
| : | Lein |
Der große Aufwand und das Aufkommen der Baumwolle im 19. Jahrhundert haben den Anbau in Europa nach und nach zurückgeträngt. In Form von Redewendungen bleiben die Arbeitsschritte, die über Jahrhunderte das bäuerliche Leben mitprägten, im kollektiven Gedächtnis fest verankert.
Ausflug "Fahrt ins Blaue" von den blaublühenden Flachsfeldern.
"Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen, Spinne am Abend erquickend und labend" Arm ist wer schon am Morgen (und damit den ganzen Tag)spinnen musste; abendliches Spinnen dagegen galt durchaus auch als Zeitvertreib besserer Kreise.
"Flachsen" als Synonym für Spaßen oder Albern geht zurück auf die gemeinschaftliche Arbeit der Frauen bei der Flachsverwertung. Und hier wurde auch "durchgehechelt": zum einen der Pflanzenbast, zum anderen wohl auch dieses oder jenes Ereignis.
Etliche Mythen ranken sich um die wertvollen Textilpflanzen und die Geräte ihrer Bearbeitung: Man denke nur an die Bedeutung des Spinnrades in den Grimmschen Märchen (Dornröschen) oder um die Forderung an die Königstochter, Stroh zu Gold zu spinnen (Rumpelstilzchen). Die drei Spinnerinnen, Das spinnende Gretchen in Goethe's Faust
Ebenso bedeutsam war das lebendige Brauchtum rund um die Flachsbereitung. Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es die sog. Spinnabende oder Spinnstuben, ein geeigneter Treffpunkt für die Mädchen und Burschen im ländlichen Raum. Eine ähnliche Funktion hatten mancherorts auch die Schwingabende (z. B. belegt aus dem Raum Kürten bei Köln). - - Das Schwingen war ein wichtiger Bestandteil der Flachsbearbeitung. Einfache Schwingen bestanden aus einem aufrecht stehenden Brett mit einem Fuß. Der Schwinger nahm mit der linken Hand eine Handvoll Flachs und legte ihn auf die Oberkante des Brettes, so dass die halbe Länge des Flachses an der vorderen Seite des Brettes frei herabhing. Mit der rechten Hand führte er das Schwingholz, ein flaches, am Rande etwas angeschärftes Brett, und schlug dann die Reste der holzigen Teile heraus. Nach dem Schwingen des Flachses trafen sich die Mädchen, die dabei geholfen hatten, mit den Burschen des Dorfes zu Spiel und Tanz auf den sogenannten Schwingabenden. Diese Abende arteten oft in grobe Raufereien aus.
Bereits vor 6000 Jahren wurden die ägyptischen Pharaonen vor der Mumifizierung in "Gewebtes Mondlicht" Leintücher gehüllt.
Im europäischen Raum war Flachs bis weit in das 18. Jahrhundert die wichtigste Pflanzenfaser und neben Wolle der wichtigste textile Rohstoff.
Während des 19. Jahrhunderts verlor das Leinen durch das Vordringen der amerikanischen Baumwolle zunehmend an Bedeutung.
Früher: Raufen. Von Hand gerntet, mit den Wurzeln ausgezogen, damit möglichst lange Fasern verbleiben. Nach dem Trocknen in der Rotte Röste folgt die Weiterverarbeitung: Riffeln, Brechen, Schwingen, Hecheln, Spinnen, Weben.
Heute wird Flachs maschinell in drei Schritten geerntet: Raufen, Wenden, Pressen. Zwischen dem Raufen und Pressen muss der Flachs rösten (rotten). Dazu lässt man das Flachsstroh über Wochen auf dem Feld liegen, und setzt es Regen und Trockenheit aus. Bodenbakterien übernehmen den Verrottungsprozess. Beim Verarbeiten wird das Flachsstroh geriffelt (Entfernen der Samenkapseln), gebrochen, geschwungen und gehechelt (lange Faser=Schwungflachs) oder kardiert (kurze Faser=Schwungwerg). Aus den so entstandenen Bändern werden Garne gesponnen.
Die Fasern sind der (einzige) Rohstoff zur Herstellung von Leinengarnen. Aus den langen Fasern werden die feinen Garne und aus den kurzen Fasern (Werg) die gröberen Garne gesponnen. Die Flachsfasern können aber auch zur Herstellung von technischen Fasern (Dämmstoffe, Automobilinnenverkleidungen, Bremsbeläge) dienen.
Die nicht in der textilen Verwendung einsetzbaren Fasern können als Rohstoff in der Papierherstellung eingesetzt werden. Die Flachsschäben (holzartiges Beiprodukt der Fasergewinnung) werden als Einstreu in der Tierhaltung (beispielsweise alternative Boxeneinstreu bei Pferden) eingesetzt.
Des Weiteren sind in Mitteleuropa folgende Arten heimisch:
Weitere Arten sind:
كتان | Hør | Linum | Lino | Lino | Linum | Linas | Flass | Len | Linho | Лён