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Das Flüchtlingslager Traiskirchen ist als Bundesbetreuungsstelle für Asylwerber eine in Traiskirchen ca. 20 km südlich von Wien gelegene Einrichtung der Republik Österreich.

Geschichte


Das ehemalige Schloss Möllersdorf in Traiskirchen wurde im Jahr 1781 unter Kaiser Joseph II. in eine Kaserne umgewandelt. 1800 wurde ein Militärspital errichtet, das 1873 in eine Militärstrafanstalt umgebaut wurde. 1903 bis 1918 diente das Gelände als Artillerie-Kadettenschule, von 1919 bis 1938 als Bundeserziehungsanstalt, die bis 1945 von den Nazi zur NAPOLA umgewidmet wurde. Von 1945 bis 1955 war das Gebäude im Besitz der russischen Besatzungsmacht.

Seit dem Herbst 1956, als der niedergeschlagene Ungarische Volksaufstand einen riesigen Flüchtlingsstrom von über 200.000 Ungarn brachte, dient "Traiskirchen" als Flüchtlingslager. Weitere große Flüchtlingsströme gab es im Zuge der Machtwechsel in Polen (1980 bis 1989), der DDR und Rumänien (1988/1989) sowie im Verlauf der Jugoslawien-Krise seit Anfang der 90er-Jahre.
Im März 1990 wurde nach langer und heftiger Diskussion die Zahl der Asylwerber am Standort Traiskirchen auf 1.000 beschränkt, um die Konflikte mit der örtlichen Bevölkerung zu mindern. Seit 1992 ist Traiskirchen eine Bundesbetreuungsstelle für Asylwerber. Diese Bundesbetreuungsstellen (in Bad Kreuzen, Mödling-Vorderbrühl, Thalham und Traiskirchen) sind per Rechtsverordnung für die Betreuung hilfsbedürftiger Asylwerber zuständig.

Aktuelle Situation


Das Flüchtlingslager in Traiskirchen ist immer wieder Gegenstand politischer und medialer Debatten in Österreich. So wird den unter beengten Verhältnissen lebenden Flüchtlingen immer wieder vorgeworfen, dass Drogenhandel und Eigentumsdelikte an der Tagesordnung seien und auch immer wieder Gewaltdelikte vorkämen. Von der Gegenseite wird der Exekutive oftmals überhartes und teilweise rechtswidriges Verhalten z.B. bei Razzien vorgeworfen.

Im November 2005 setzte die Wiener Stadtverwaltung in der Badener Bahn, die in der Nähe des Lagers Traiskirchen vorbeifährt, verstärkt Polizeibeamte ein, um die Sicherheit besorgter Zuggäste zu gewährleisten. Als Grund wurden Befürchtungen genannt, dass es zwischen den Flüchtlingen und anderen Fahrgästen zu Übergriffen kommen könnte. Auch diese Maßnahme führte in Wien zu politischen Diskussionen, da sie von einigen Seiten als unnötig und politisch motiviert betrachtet wird.

Weblinks


www.no-racism.net Artikel-Sammlung zum Flüchtlingslager Traiskirchen

Politik (Österreich) | Bauwerk in Niederösterreich

 

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