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Flüchtling ist eine Person, die durch politische Zwangsmaßnahmen, Kriege oder existenzgefährdende Notlagen veranlasst wurde, ihre Heimat vorübergehend oder auf Dauer zu verlassen.

Definitionen


Ein engerer Begriff als in der Alltagsprache üblich wird im internationalen Flüchtlingsrecht durch die Genfer Flüchtlingskonvention zur Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1951 begründet. Danach gilt als Flüchtling, wer ''"aus der begründeten Furcht vor Verfolgung aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt, und den Schutz insbesondere der Kriegsflüchtlinge.

Diese Definition klammert folgende Gruppen aus:

  • Die auf rund 25 Millionen geschätzten Binnenflüchtlinge (internally displaced persons), die nicht ins Ausland geflohen sind.
  • Die wachsende Zahl der Elends- und Umweltflüchtlinge. Zukünftig werden Umweltprobleme zu einem vermehrten Flüchtlingsstrom beitragen. Wissenschaftler gehen laut einer aktuellen UNO-Studie davon aus, dass es bereits im Jahr 2010 50 Millionen Umweltflüchtlinge geben wird, Menschen, die aus Umweltgründen aus ihrer Heimat flüchten.
  • Sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge, die ohne ernsthafte Bedrohungslage ihre Heimat freiwillig aus ökonomischen Erwägungen, in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebenssituation, verlassen haben. Die Unterscheidung zwischen Freiwilligkeit und "ökonomischem Zwang" gestaltet sich schwierig.
Die beiden letzteren werden von vielen Staaten nicht als Flüchtlinge anerkannt und erhalten kein Asyl. Sie werden "illegale Einwanderer" genannt.

Ausserdem gibt es sogenannte Steuerflüchtlinge, die der Abgabenlast in ihrem Heimatland zu entkommen versuchen. Siehe Steuerflucht.

Situation der Flüchtlinge


Flüchtlinge haben ihre Heimat verlassen, weil sie dort verfolgt, oft auch misshandelt und gefoltert wurden. Viele haben schreckliche Erlebnisse hinter sich, wurden vergewaltigt, haben miterlebt, wie Angehörige ermordet wurden. Die Flucht verläuft oft unter dramatischen und strapaziösen Umständen. Neben körperlichen leiden sie auch unter seelischen Verletzungen, sie sind traumatisiert. Zu erwähnen ist noch, dass sich unter den Flüchtlingen eine große Zahl von Kindern befindet, die von all dem besonders stark betroffen sind.

Jeder Flüchtling hat das Recht in einem Land aufgenommen zu werden, dort wieder Sicherheit zu erfahren und bei der Verarbeitung der Flucht Unterstützung zu bekommen. Die Wirklichkeit sieht oft anders aus: Staatlichen Stellen geht es primär darum, die Aufenthaltsdauer so kurz wie möglich zu halten. Allgemeine Rechte wie das auf Freizügigkeit, Arbeit, menschenwürdige Unterkunft, medizinische Versorgung und Psychotherapie werden vorenthalten. Dies und die dauernde Bedrohung, jederzeit abgeschoben zu werden, wirkt oft retraumatisierend. Viele private Hilfsorganisationen und Initiativen versuchen, für die Flüchtlinge die Lebensbedingungen erträglicher zu gestalten

Rechtliche Aspekte


Bis Flüchtlinge einen offiziellen Flüchtlingsstatus erhalten haben, gelten sie als Asyl Suchende oder Asylbewerber. Wird ihr Status als Flüchtling anerkannt, erhalten sie politisches Asyl und haben Anspruch auf einen Reiseausweis für Flüchtlinge. Manche Staaten sind relativ tolerant und akzeptieren häufig Asylansprüche; andere lehnen sie nahezu rigoros ab.

Länder, die der Flüchtlingskonvention von 1951 und dem Protokoll 1967 beigetreten sind, sind zum Schutz der Flüchtlinge verpflichtet und können nicht willkürlich Flüchtlinge in ihr Herkunftsland abschieben. Flüchtlinge können sich auch an den UN-Hochkommissar für Flüchtlingsfragen (UNHCR) wenden. Nicht alle Nationen der Welt sind der Genfer Flüchtlingskonvention beigetreten - einige ignorieren gegenwärtig diesen internationalen Standard.

Die Palästinensischen Flüchtlinge infolge des Palästinakriegs von 1948 und ihre Nachkommen fallen nicht unter die 1951 abgeschlossene Konvention bzw. den UNHCR, jedoch unter die zuvor beschlossene UNRWA-Agenda. Somit unterliegen sie einem Sonderstatus; siehe: Palästinensische Flüchtlinge.

Siehe auch


Asylrecht (Deutschland), Asylrecht (Schweiz), Boat People, Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, Flucht, Flüchtlingshilfe, Innerdeutsche Grenze, Nansen-Flüchtlingspreis, Reiseausweis für Flüchtlinge, Wir Flüchtlinge

Indirekte Kritik zu Flüchtlingsthemen liefert z.B. der Film The Day After Tomorrow.

Literatur


Weblinks


Asylrecht

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