Flächenversiegelung oder Bodenversiegelung bezeichnet das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke des Menschen. Von Flächenversiegelung wird deshalb gesprochen, weil in den Boden kein Niederschlag mehr eindringen kann und so viele der dort normalerweise ablaufenden Prozesse gestoppt werden. Zur Versiegelung werden auch nicht sichtbare Bauwerke unter der Erdoberfläche gezählt, wie z.B. Leitungen, Kanäle, Fundamente sowie stark verdichtete Böden, insbesondere verdichtete Kriegsschutthorizonte der Städte.
Besonders negativ können sich „unterirdische Versiegelungen" auswirken, wie Tunnelbauten oder besonders tiefe Keller, die das Strömungsverhalten des Grundwassers besonders in Hanglagen negativ beeinflussen.
Primär werden durch den Bau von Straßen, asphaltierten Wegen und Plätzen, Häusern, Gewerbe- und Industrieanlagen freie Flächen in so großem Umfang versiegelt, dass Oberflächenwasser (Regenwasser) nicht mehr versickern kann und der natürliche Wasserkreislauf empfindlich gestört wird.
Sehr weit vorangeschritten ist die Bodenversiegelung in Städten und den umliegenden Agglomerationsräumen. Vor allem in der Innenstadt hat meist nur noch ein geringer Prozentsatz des Erdbodens direkten Kontakt zur Luft. Allerdings treibt die Zersiedelung, als Folge der Suburbanisierung, die Bodenversiegelung immer weiter in noch unbebaute Bereiche hinein. Ein Hauptgrund für die wachsende Bodenversiegelung ist der Ausbau von Gewerbegebieten und Verkehrsanlagen wie Straßen und Flughäfen.
Die Flächenversiegelung stellt in dicht besiedelten Gebieten der industrialisierten Länder eines der drängendsten ökologischen Grundprobleme dar, weil z.B. die im Boden befindlichen Lebewesen nicht mehr zur Erdoberfläche vordringen können.
Zum anderen vermischen sich die Konsequenzen der Versiegelung mit den von Landschaftsverbrauch und Flächenverbrauch. Gerade der Straßenbau verhindert durch die Parzellierung der Landschaft die freie Beweglichkeit von terrestrischen Lebewesen, wodurch sie von Futterquellen, Brut- oder Laichplätzen abgeschnitten werden und genetische Verarmung durch erzwungene Inzucht eintritt. Ebenso wird auch die Ausbreitung der natürlichen Flora durch Versiegelung verhindert. Die einzelnen Ursachen sind in ihren Konsequenzen nicht immer zu trennen.
Ein weiteres Problem der Versiegelung ist, dass die überwiegend dunklen versiegelten Flächen, (Asphalt der Straßen) sehr viel Wärme absorbieren. So kommt es im Sommer zu einer starken Erwärmung der Stadt.
Die „Gebäude und Freiflächen" enthält nicht nur Gebäudeflächen sondern auch Grünanlagen und Gärten. Die Kategorie „Erholungsflächen" wird zur überbauten Fläche gezählt. Die Flächenerhebung des statistischen Bundesamtes ist somit nur sehr schwer für die Berechnung der tatsächlichen Fläche zu verwenden. Alternativ sind hier methoden der Fernerkundung (Satelitenbilder) anzuwenden. Hier besteht noch Forschungsbedarf.
Die Aussage, dass In Deutschland täglich eine unbebaute Fläche von ca. 129 Hektar oder 175 Fußballfeldern versiegelt wird, basiert auf den Zahlen des Statistschen Bundesamtes und spiegelt nur die Flächenumwidmungen und nicht die tatsächliche Versiegelung wieder. Das Problem der Flächenversiegelung besteht aber weiter.
Siehe auch: Umweltschutz
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