| Fischotter | ||||||||||||
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| Fischotter, Lutra Lutra.JPG | ||||||||||||
| : | Raubtiere (Carnivora) |
| : | Hundeartige (Canoidea) |
| : | Marder (Mustelidae) |
| : | Otter (Lutrinae) |
| : | Altweltotter (Lutra) |
| : | Fischotter |
Fischotter haben eine Schulterhöhe von etwa 25 bis 30 Zentimeter. Ausgewachsene Fischotter können ein Körpergewicht bis zu 12 kg erreichen. Im Schnitt wiegen die Weibchen allerdings etwa 7,4 und Männchen 10,5 Kilogramm. Der Körper ist gestreckt und walzenförmig und die Beine kurz, der Kopf rundlich und stumpfschnauzig, und an der Schnauze befinden sich lange Tasthaare, die für ihn ein wichtiges Sinnesorgan in trüben Wasser darstellen. Die Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden. Seine Farbe ist hellbraun. Mit zunehmendem Alter färben sich seine Kehle und sein Vorderhals weißlich.
Der Pelz des Fischotters bietet aufgrund der ungewöhnlichen Struktur seiner Haare eine besonders wirkungsvolle Isolation gegen Kälte und Nässe: die Haare sind, wie bei einem Reißverschluss, mittels mikroskopisch kleiner, ineinander greifender Keile und Rillen miteinander verzahnt. Es entsteht ein außerordentlich dichtes Pelzgeflecht, welches isolierende Luftblasen festhält, gleichzeitig aber Wasser abweist. Auf diese Weise bleibt die Haut des Otters trocken und der Körper warm, obwohl dieser im Unterschied zu Delfinen, Walen, Eisbären oder Seelöwen über keine dicke Fettschicht verfügt. Insgesamt schützen 80 bis 100 Millionen Haare den Fischotter vor einem Wärmeverlust; das sind bis zu 50.000 Haare pro Quadratzentimeter. Der Haarwechsel beim Fischotter vollzieht sich nur sehr langsam und etwa 10 Prozent seiner Wachzeit verbringt das Tier damit, sein Fell zu pflegen.
Innerhalb dieses großen Verbreitungsgebietes werden bis zu 13 Unterarten beschrieben. Die genaue taxonomische Gliederung ist immer noch nicht abschließend geklärt. In Mitteleuropa ist die Nominatform Lutra lutra lutra beheimatet, die 1758 von Carl von Linné beschrieben wurde.
Seine Anwesenheit verrät er durch gut getarnte Ausstiege am Ufer. Entlang der gelegentlich ausgetretenen Otterpfade lassen sich Otterkot sowie Beutereste finden. Auf schlammigem Untergrund oder in Schnee sieht man nicht nur die Trittspuren, sondern auch die Schleifspur des Schwanzes ist erkennbar.
Am Ufer gräbt der Fischotter einen Bau, dessen Eingang etwa 50 cm unter der Wasseroberfläche liegt; die Wohnkammer befindet sich über der Hochwassergrenze und bleibt trocken. Ein Luftschacht verbindet sie mit der Außenwelt.
Die Tragzeit des Weibchens beträgt zwischen 58 bis 62 Tage. Dann werden die ein bis vier Jungen geboren, die normalerweise einen Wurf ausmachen. Die Jungtiere sind bei ihrer Geburt blind, wiegen etwa 80 bis 100 Gramm und haben eine Körperlänge, die selten 15 Zentimeter überschreitet. Die anfangs hilflosen Tiere krabbeln erstmals in einem Lebensalter von zwei Wochen im Bau umher, die Augen öffnen sie frühestens an ihrem 31. Lebenstag. Die ersten Schwimmversuche unternehmen sie ab der 6. Lebenswoche. Von der Mutter werden sie zwischen acht und 14 Wochen gesäugt; sie bleiben jedoch in der Regel vierzehn Monate in der Nähe in der Mutter, um von ihr die Jagd zu erlernen.
Männliche Fischotter sind mit zwei Jahren geschlechtsreif, Weibchen pflanzen sich dagegen erst in ihrem dritten Lebensjahr fort.
Zu den Feinden des Fischotters zählen der Wolf, der Luchs, der Seeadler sowie frei laufende Hunde. Es sind allerdings vor allem weniger erfahrene Jungtiere, die ihnen zum Opfer fallen.
Der gefährlichste Feind des Fischotters ist allerdings der Mensch. Lebensraumzerstörung und die Verschmutzung der Gewässer, Nahrungsverknappung, Straßenverkehr und Fischreusen sind die Hauptursache, warum Fischotter kein hohes Lebensalter erreichen.
Überreste, die eindeutig dem Eurasischen Fischotter zugeordnet werden, sind etwa 120.000 Jahre alt und stammen aus der Riss-Würm-Warmzeit. Weitere Fossilfunde unter anderem aus Österreich sind mit einem Alter zwischen 18.000 und 10.000 Jahren deutlich jünger. Sie zeigen, dass der Otter bereits in vorgeschichtlicher Zeit ein typisches Element der alpinen Fauna war.
Heute steht der Fischotter in den meisten Ländern unter Schutz. In Deutschland fällt der Fischotter zwar immer noch unter das Jagdgesetz, allerdings ist die Jagd auf ihn seit 1968 untersagt. Der Schutz des Otters setzte dabei zu einem Zeitpunkt ein, zu dem der Bestand der Tiere bereits nachhaltig dezimiert war. In den meisten Ländern galt er zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung als vom Aussterben bedrohte Tierart. In Deutschland zeigte sich, dass trotz der Unterschutzstellung die Fischotterbestände zurückgingen. Dazu trugen die Verbauung von Gewässern, umfangreiche Trockenlegungen von für ihn wichtigen Lebensräumen und großräumiges Abholzen von Ufervegetation bei. Gleichzeitig bewirkten Schwermetalle, Pestizide und polychlorierte Biphenyle, dass viele Fischotter nicht mehr in der Lage waren, sich fortzupflanzen.
In Deutschland nehmen die Bestände in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in Sachsen dank guter Schutzmaßnahmen seit etwa 1990 wieder zu. Erfolgreiche Wiederansiedlungen wurden außerdem in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorgenommen. In Niedersachsen kommt er wieder in allen geeigneten Lebensräumen vor. In Nordhessen und Baden-Württemberg gibt es Restbestände, die streng geschützt sind. Nach Thüringen sind bereits wieder Tiere aus Nachbarregionen eingewandert. In Nordrhein-Westfalen fand man bisher nur vereinzelt eingewanderte Tiere. In Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie in den Stadtstaaten fehlt der Fischotter.
In Österreich kommt er hauptsächlich im Wald- und Mühlviertel vor. Einige Ansiedlungen gibt es auch im südlichen Burgenland und der Oststeiermark. Seit etwa zehn Jahren nimmt der Bestand wieder zu.
In vergangenen Jahrhunderten bewohnte der Fischotter auch die Küsten und schwamm regelmäßig zu den Inseln in Nord- und Ostsee. Dies kommt heute in Deutschland nicht mehr vor, allerdings gibt es noch immer Fischotter in den schwedischen Schären.
In der Schweiz fand man eine letzte Spur eines Fischotters 1989 am Neuenburgersee. Projekte zur Wiederansiedlung befinden sich noch in der Abklärungsphase. Priorität hat hingegen die Erhaltung des Bestandes in den Nachbarländern.
In Tschechien breitet sich der Fischotter seit Anfang der 1990er Jahre wieder aus und besiedelt nun wieder etwa die Hälfte des Landes.
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