Finowkanal-nordweg.jpg | Carl Blechen 010.jpg Der Finowkanal erstreckt sich über eine Länge von ca. 32 km von Zerpenschleuse im Westen bis kurz hinter das Schiffshebewerk Niederfinow im Osten. Er mündet an beiden Enden in den Oder-Havel-Kanal, welcher später errichtet wurde.
Der Finowkanal ist die älteste künstliche Wasserstraße in Deutschland, die noch in Betrieb ist.
Infolge des Dreißigjährigen Krieges wurde der Kanal fast vollständig zerstört und die einzelnen Kanalabschnitte verfielen. Der Finowkanal geriet in Vergessenheit.
Die Gesamtlänge des Kanals betrug zu seiner Bauzeit ca. 43 Kilometer, es war ein Höhenunterschied von 38 Meter zu überwinden. Die Standorte der zehn Schleusen orientierten sich an den Standorten des ersten Finowkanals. Den Abmessungen der Schiffe (26,67 m lang, 3,11 m breit) waren die Schleusen in Kesselform angepasst. Am 16. Juni 1746 wurde der zweite Finowkanal für den Verkehr freigegeben.
Von 1747 bis 1753 wurde der Kanal in östlicher Richtung erweitert, es wurden weitere sieben Staustufen errichtet. Im 19. Jahrhundert war der Bau größerer Schleusen notwendig geworden, da das Verkehrsaufkommen stark angestiegen war. In den Jahren 1841 bis 1850 wurden durchschnittlich 14.000 Kähne und ca. 53.000 Floßhölzer geschleust, ab 1845 erfolgten auch Nachtschleusungen. Ab 1874 wurde dann der Bau einer zweiten parallelen Schleuse je Staustufe begonnen.
Fahrrad-ostern-2006-bluefish-52.jpg]] Auf einer Länge von 29,7 Kilometer wird ein Höhenunterschied von 36 Meter durch zwölf Schleusen ausgeglichen: Schleuse Ruhlsdorf (bei km 59,2), Leesenbrück (km 61,1), Grafenbrück (km 63,3), Schöpfurth (km 67,5), Heegermühle (km 71,0), Wolfswinkel (km 72,9), Drahthammer (km 73,9), Kupferhammer (km 75,9), Eberswalde (km 77,9), Ragöse (km 81,0), Stecher (km 84,4), Liepe (km 88,9). Die Schleuse Eberswalde ist die älteste noch betriebsfähige Schleuse im Bereich der Märkischen Wasserstraßen, sie wurde 1831 fertiggestellt.
Der Finowkanal ist ein wichtiger Aspekt der Tourismusbranche der Region und Anziehungspunkt für Wassertouristen und Tagesausflüge aus Berlin. Durch den Ausbau des Treidelweges von Finowfurt bis zum Schiffshebewerk Niederfinow zu einem Rad- und Wanderweg erblühte der Finowkanal seit etwa 2000 erneut. Befahrbar ist der Kanal zwischen Zerpenschleuse und Liepe. (Der sich westlich anschließende Lange Trödel wurde bereits 1925 abgetrennt.)
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