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Der Fingerabdruck (oder das Daktylogramm) ist ein Abdruck der Papillarleisten am Endglied eines Fingers. Da bisher keine zwei Menschen mit dem gleichen Fingerabdruck bekannt sind, geht man von der Einzigartigkeit des Fingerabdrucks aus.
Da die Minutienausbildung das Ergebnis eines zufälligen Prozesses ist, haben selbst eineiige Zwillinge unterschiedliche Fingerabdrücke. Zumeist besitzt jeder Mensch einen Fingerabdruck; es gibt jedoch Anomalien durch die kein Fingerabdruck entsteht; fernerhin kann sich ein Fingerabdruck durch Narben-Bildung dauerhaft aber nur lokal verändern.
Man unterscheidet verschiedene Merkmale des Fingerabdrucks:
- grobe Merkmale: Schleifen, Bögen, Windungen
- feinere Merkmale: Minutien
- Porenstruktur
Minutie
Als
Minutien werden die Endungen und Verzweigungen der
Papillarleisten des menschlichen
Fingerabdrucks bezeichnet. Diese charakteristischen Punkte der Hautrillen sind für jeden Menschen und Finger einmalig. Sie sind unveränderlich, weshalb sie für die Authentifizierung mittels Fingerabdruck-Erkennung genutzt werden. Zur Extrahierung der Minutien wird ein spezieller Algorithmus verwendet. Dadurch können die Minutien in eine mathematische Form gebracht werden. Aus dem vom
Fingerabdruck-Scanner gelieferten Fingerabdruck-Bild werden für jeden Fingerabdruck spezifische Daten gesammelt. Ein konkreter Fingerabdruck ist aus den Minutiendaten nicht mehr rekonstruierbar.
Für die Authentifizierung werden mehrere Minutien mit vorhandenen Referenzdaten verglichen. Mit dem
biometrischen Fingerabdruckverfahren (
Daktyloskopie) werden Fingerabdrücke verglichen, um Personen eindeutig identifizieren zu können.
Kriminalistik
In der
Kriminalistik werden am Tatort gefundene Fingerabdrücke eines Verdächtigen mit einer Datenbank abgeglichen, um den Verdächtigen zu identifizieren. Das deutsche
Bundeskriminalamt führt eine Datenbank mit den Fingerabdrücken von über drei Mio. Personen. Der Abgleich von Fingerabdrücken mit großen Datenbeständen wurde erst durch das Aufkommen leistungsfähiger Computer und genauer mathematischer Beschreibung der Eigenschaften eines Fingerabdrucks möglich.
Als Erfinder der Identifizierung von Personen durch Fingerabdrücke gelten der englische Naturwissenschaftler Francis Galton und der kroatische Kriminologe Juan Vucetich.
Die Sicherung von Fingerabdrücken mit Hilfe der sogenannten Lackfilm-Methode geht zurück auf den Geologen Ehrhard Voigt, der sie um 1930 erfand, um Boden- und Sedimentprofile zu konservieren.
Biometrie
Hersteller von
biometrischen Systemen setzen den Fingerabdruck, der zumeist elektrisch kapazitiv gelesen wird, ebenfalls zur Identifikation ein, um berechtigte von unberechtigten Nutzern zu unterscheiden. Um bei imitierten Fingerabdrücken den Zugang zu verweigern, können Temperatur- und Pulssensoren in die Erkennungsgeräte integriert werden, die prüfen, ob ein lebender Finger auf das Gerät aufgelegt wurde („Lebenderkennung“), was ersichtlich nur begrenzt wirksam ist. Da das Erfassen des Fingerabdrucks an eine
hoheitliche Maßnahme erinnert, ist dieses System jedoch nicht bei allen Nutzern beliebt, weshalb oft alternative biometrische Erkennungssysteme zum Einsatz kommen.
Anderes
Der Ausdruck „Fingerabdruck“ wird in manchen Zusammenhängen auch
metaphorisch gebraucht, um einzigartige Eigenschaften einer Person herauszustellen; so spricht man beispielsweise auch vom
genetischen Fingerabdruck oder vom digitalen Fingerabdruck bei der
elektronischen Unterschrift bzw. bei der
Prüfsumme elektronischer Nachrichten.
Siehe auch
Weblinks
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