| Bild
|
| Filzteich.jpg
|
| Daten
|
| Bauzeit: | 1483 - 1485
|
| Höhe über Talsohle: | 4,4 m
|
| Höhe über Gründungssohle: | 5,6 m
|
| Speicherraum: | 0,367 Mio. m³
|
| Höhe der Dammkrone: | 545,15 m ü. NN
|
| Wasseroberfläche: | 23 ha
|
| Kronenlänge: | 240 oder 470 m
|
| Einzugsgebiet: | 5,58 km²
|
Der
Filzteich ist ein
Stausee in
Schneeberg /
Erzgebirge in
Sachsen. Er ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und überwachtes
EU-Badegewässer mit einem Schwimmbad, einer 83 m langen Wasserrutsche, Tretbooten, Ruderbooten und Liegewiesen;
FKK ist möglich.
Der Stausee wurde zwischen 1483 und
1485 angelegt und 1934 saniert. Der Betreiber ist die Stadt Schneeberg.
Der ursprüngliche Zweck des Stausees war die Gewinnung von Aufschlagwasser zur Förderung in den Bergbau-Gruben. Der See war ein Betriebswasserreservoir des Schneeberger Bergbaus. Der Name Filz bedeutet Torf und steht für den moorigen Boden.
Das gestaute Gewässer ist der Zschorlaubach / Filzbach / Seifenbach.
Alter
Der Filzteich wird manchmal als die älteste
Talsperre Sachsens bezeichnet. Damit wäre er auch die älteste Talsperre Deutschlands. Diesen Rang können allerdings auch andere Stauseen beanspruchen, zum Beispiel der
Greifenbachstauweiher Geyer (ebenfalls in Sachsen) und der
Oderteich im
Harz. Der Filzteich und der Geyersche Teich sind aufgrund ihrer geringen Höhe und ihres geringen Stauinhalts aber nur kleine Talsperren.
Dammbruch
Am
4. Februar 1783 kam es zum
Dammbruch des Filzteich. Die Bruchstelle ist heute mit einem Schild markiert. Damals war der Damm, des durch Regen- und Schmelzwasser ungewöhnlich angeschwollenen Filzteiches, beim Ausfluss in den Kanal, in einer Breite von 30 bis 40
Ellen gebrochen, und das Wasser stürzte in das Tal nach
Zschorlau und
Auerhammer. Es wurden 4 Häuser weggeschwemmt und über 30 sehr beschädigt oder sind eingestürzt, einige Mühlen ganz mit fortgerissen und 18 Menschen in den Fluten begraben. Die Gewalt des Wassers verhinderte jedoch das Eindringen des Wassers in die Bergwerke, da die Flut die Tür des Wasserhauses zudrückte und mit fortgerissenem Erdreich verschloss. Die 40 eingefahrenen Bergleute überlebten unversehrt und die
Zechen blieben gangbar. Die Hauptursache des Unglücks war das Verfaulen des hölzernen Teichzapfengerinnes, indem die darauf ruhende Erde nach und nach einbröckelte und sich dadurch im
Damm eine Öffnung bildete.
Wiederaufbau
Da nun hölzernes Gerinne immer schwer und nicht ohne Gefahr auszubessern ist, und um die Wiederkehr eines solchen Zufalls zu verhüten, so wurde bei der kostspieligen Wiederherstellung des Teichdamms anstatt des bisherigen hölzernen Teichgerinnes und des innerhalb des Teiches senkrecht stehenden hölzernen Zapfens ein ganz steinernes Zapfengerinne auf einer 4 Ellen breiten, von allen Seiten mit
Letten (Lehm) fest ausgerammelten Grundmauer erbaut, damit weder die letztere, noch das Gerinne selbst, vom Druck des Wassers und der Dammerde Schaden leiden könne. Dieses Zapfengerinne besteht jetzt aus einzelnen, 1 bis 2 Ellen langen Granitstücken, welche von oben nieder senkrecht, und unten am Boden des Gerinnes rund ausgehauen sind: Im Lichten ist dieses Gerinne eine Elle weit, und von der Spur an gerechnet 18 Zoll hoch. Die Deckgranitstücke des Gerinnes sind an den Fugen wie jene gearbeitet, und die Leisten oder die Borden der einen passen in die Falze der andern. An den Wechseln befestigte man diese Gerinnstücke mit eisernen, in Blei gegossenen Klammern, und vergoss die Fugen mit guter
Wasserkütte; die Fugen und Falze der Decksteine hingegen wurden nur in Kalk gesetzt. In der Landseite des Dammes hat man an das gedachte steinerne Gerinne eine 2 Ellen hohe und 1 Elle weite gemauerte Schleuse angestoßen, deren Sohle aus großen, doppelt über einander liegenden Steinplatten besteht und deren Seitenmauern 1 ¼ Elle Stärke haben und überwölbt sind. Zur Vermeidung des Aufhebens der Decke am Kopf- und an den nächsten Gerinnstücken sind auch die Decksteine mit den Gerinnsteinen durch in Blei gegossene eiserne Klammern miteinander verbunden und überdies noch durch einen zwei Zoll breiten, eingelassenen Schramm befestigt. Durch den 11 Zoll starken Deckstein des Kopfstückes sind nebeneinander zwei kegelförmige, unten 6 und oben 9 Zoll im Durchmesser haltende Zapfenlöcher durchgehauen, und dieselben bis zu einer Tiefe von 6 Zoll von oben herein mit einem starken Messingblech ausgefüttert, dessen Rand umgebogen, eingelassen, eingeküttet und mit 4 durch den Deckstein gehenden kupfernen Schrauben befestigt ist. Die Verschließung dieser Zapfenlöcher geschieht durch zwei kieferne, an der inneren Böschung des Damms hereingeführte zylindrische, nach der konischen Form der Löcher genau gearbeiteten Zapfen, welche mit einem ledernen Schuh versehen sind, und deren gewaltsames Einschließen in die Löcher durch die im Kopfstücke, aus Granit gearbeitete, und senkrecht eingelassene Zunge verhindert wird. Um aber die
Striegel vor Wind und Eis besser zu schützen, und auch die aus Granit gearbeiteten Leitungen und Unterlagen derselben gehörig befestigen zu können, ist in der Terassenmauer ein Schramm angelegt, in welchem die Striegel mit ihren Leitungen gehen. Anstatt der sonst bei Teichzapfen gewöhnlichen hölzernen Schlammkästen ist hier eine aus Bruchsteinen mit gutem Kalk verfertigte Verwölbung angebracht, die nach außen zu offen, aber mit einem Gitter versehen ist. Die zugleich das Kopfstück des Gerinnes mit fassenden Seitenmauern zu dieser Verwölbung sind 1 ½ Ellen stark und flach nach der Böschung des Teichdammes 3 ½ Ellen in die Höhe geführt. In diesem, mit doppeltem Pflaster von sehr großen Steinen überlegten Gewölbe des Schlammkastens ist ein 5/4 (Zoll?) breites viereckiges Loch für eine hölzerne Fahrt gelassen, um in das Kopfstück gelangen zu können. Im Zapfenhause am Striegel ist eine Schraube ohne Ende angebracht, deren Kurbel 80 mal umgedreht werden kann, ehe der Striegel um 1 Zoll von seiner flachen Höhe gehoben wird, wodurch das Ablassen des Teichs nicht nur sehr leicht und sicher vonstatten geht, sondern man hat zugleich die herausgehende Wassermenge aufs genaueste in der Gewalt. Die Erbauung dieses Gerinnes, die Wiederherstellung des Damms, die Anlegung eines steinernen Fluters haben über 17.000 Taler gekostet und wurden im Jahr 1786 vollendet. Die Aufsicht über diesen Kunstteich führt ein in der Nähe wohnender Bergmann. Das in den Kanal abfließende Wasser verursacht ein donnerähnliches Getöse. Gleich bei dem Kanal beurkundet ein Stein mit Inschrift jenen fürchterlichen Dammbruch.
Sonstiges
Der Filzteich bei Schneeberg ist seiner guten und großen Karpfen wegen berühmt.
Ein weiterer Filzteich bei Niedercrinitz ist unter den Koordinaten 50° 37' 30,38" N, 12° 29' 27,24" O zu finden.
Siehe auch:
Weblinks
Stausee | Staudamm | Stauanlagenunfall | Erzgebirge | Bergbau (Erzgebirge)