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Filzmoos
 

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Filz ist ein Vliesstoff aus Wolle und/oder anderen textilen Fasern. Die gereinigte, gekämmte und bis zum Vlies aufbereitete und eventuell gefärbte Rohwolle oder Fasern werden durch eine meist mechanische Bearbeitung (Filzen und Walken) in einen festen Stoff gebracht (textiles Flächengebilde mit definierten Eigenschaften laut DIN 61205). Die einzelnen Fasern sind dabei miteinander ungeordnet verschlungen.

Herstellungsmethoden


Nassfilzen oder Walken (laut DIN 61210 unter dem Begriff Walkfilze zusammengefasst) des ungebundenen Vlies mit warmem Wasser (Dampf) und Seife (alkalische Filzhilfe) ist die traditionelle, handwerkliche Verarbeitung der Wolle oder von Tierhaaren. In Kombination mit warmem Wasser und Seife stellt sich die oberste Schuppenschicht (Cuticula) die Schuppen der Haare auf. Gleichzeitig durchgeführtes Walken bewirkt ein gegenseitiges Durchdringen der einzelnen Fasern. Die aufgestellten Schuppen verkeilen sich so stark ineinander, dass sie nicht mehr zu lösen sind. Das Werkstück schrumpft dabei stark und es ergibt sich ein fester Stoff (textiles Flächengebilde). Die endgültige Form kann dabei nahtlos aus einem Stück herausgearbeitet werden. Filzwalken wird in Europa aufgrund seines hohen Zeitaufwandes nur noch kunsthandwerklich, im Hobby- oder Pädagogikbereich durchgeführt. Gewalkter Filz wird auch noch in Europa industriell hergestellt. Dann hat er in den DIN-Normen DIN 61200 und DIN 61206 Nr. 2.1 normierte Eigenschaften aufzuweisen. Die Festigkeit des Walkfilzes wird durch sein spezifisches Gewicht festgelegt. Da Walkfilze aus tierischen Fasern, zum Teil unter Beimischung von Zellwolle, besteht, handelt es sich dabei um ein Naturprodukt, das biologisch abbaubar ist.

Beim Trockenfilzen wird die trockene Wolle mit Hilfe spezieller Nadeln in eine Form gebracht. Diese Methode ist der Vorläufer des Vernadelns mit einem Nadelbalken. Nadelfilz wird mechanisch mit zahlreichen Nadeln mit Widerhaken hergestellt. Hierbei sind die Widerhaken umgekehrt wie bei einer Harpune angeordnet, so dass die Fasern in den Filz gedrückt werden und die Nadel leicht wieder herausgeht. Durch wiederholtes Einstechen werden die Fasern miteinander verschlungen und eventuell anschließend chemisch oder mit Wasserdampf nachbehandelt. Solche Nadelvliesstoffe lassen sich nicht nur aus Wolle, sondern auch aus praktisch allen anderen Fasern herstellen. Nadelfilz ist der heute übliche industriell hergestellte Filz. Außerdem ist noch das Verhaken mit einem gepulsten Wasserstrahl oder mit einem Bindemittel möglich. Hier können auch Fasern ohne Schuppenstruktur eingesetzt werden (z. B.: Polyamid, Polyester). .Windfee.jpg

Loden (Walkstoff) wird zunächst gewebt und erst anschließend verfilzt. Loden spielt insbesondere in bayrischen und österreichischen Trachten eine wichtige Rolle. Das Wort Loden ist im 10. Jhdt. als lodo (gewalktes Wollgewebe) belegt, kann aber auch vom mittelhochdeutschen lodi (Mantel) oder altnordischen lodi (zottiger Mantel) stammen.

Die kunsthandwerkliche Tradition des Filzens wird in jüngerer Zeit von vielen Menschen und Kleinbetrieben wieder entdeckt. Dabei entsteht eine Gebrauchskunst, die vor allem robuste, wärmende und schöne Kleidungsstücke (z. B. Schals, Jacken, Westen, Hüte, Hausschuhe und Pantoffel) umfasst, aber zunehmend auch figürliche Arbeiten einschließt. Dieses kunshandwerkliche Filzen wird zunehmend auch als Freizeithobby entdeckt. Filzkurse und Filzbücher zeigen, wie es geht.

Anwendungsgebiete


Übertragene Bedeutung


  • Als Filz wird auch verstanden, wenn eine Gruppe von Personen so von einander abhängig sind, dass sie sich bei jeder Korruption gegenseitig unterstützen müssen. In Folge dessen spricht man auch von einem verfilzten System.
  • Bestimmte einheitliche Kleidungsstücke waren früher aus Filz(-stoffen) gefertigt. Daher Filz, als ein die Gesellschaft organisierendes Phänomen.

Politisches Schlagwort

Textilindustrie | Hobby

Felt | Felto | Fieltro | Huopa | Feutre | フェルト | Vilt (textiel) | Filc |

 

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