Unter einer Filmproduktionsgesellschaft versteht man ein Unternehmen, das seine Einnahmen überwiegend aus der Produktion von Filmen erwirtschaftet.
Das Arbeitsgebiet einer Filmproduktionsgesellschaft umfasst dabei alle Phasen der Filmproduktion, von der Produktionsvorbereitung über die Dreharbeiten bis hin zur Postproduktion. Kleinere Unternehmen, die keinen eigenen Verleihbetrieb haben und fertige Produktionen zur Kinoauswertung einem externen Filmverleih anvertrauen, erledigen in der Übergangszeit, bis ein Verleih gefunden ist, auch Aufgaben der Filmherausbringung (Launch) wie die Anmeldung des Films bei der FSK und der Filmbewertungsstelle (beides nur in Deutschland), Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, Festivalbewerbungen und die Organisation einer - oft groß aufgezogenen - Kinopremiere, einschließlich der Einwerbung von Sponsoren- und Fördergeldern zur Finanzierung dieser Arbeiten.
Der in den USA geprägte Begriff „Filmstudio“ bezeichnet im eigentlichen Sinn eine Einrichtung zur Produktion von Filmen. Umgangssprachlich wird dieser Begriff jedoch gelegentlich auch als Bezeichnung für eine Filmproduktionsgesellschaft verwendet.
Filmproduktionsgesellschaften unterscheiden sich hinsichtlich der Dauer ihres Bestehens. Eine der ältesten noch operierenden Filmgesellschaften der Welt ist die 1895 gegründete amerikanische Biograph Company; die älteste deutsche Firma ist die Universum Film AG (seit 1917). Andere Unternehmen sind viel kurzlebiger; oft werden Produktionsgesellschaften für die Herstellung eines einzigen Films gegründet und danach wieder aufgelöst.
Unter "unabhängigen" Filmproduktionsgesellschaften versteht man umgangssprachlich solche Unternehmen, die nicht zu den marktbeherrschenden Großen der Branche gehören. Diese Unterscheidung ist besonders in den USA gängig, wo ein in Hollywood ansässiges Oligopol aus sieben Superkonzernen den Löwenanteil der nationalen Filmproduktion liefert. Das Etikett "Unabhängigkeit" wird in diesem Zusammenhang gern benutzt, um den Anschein zu erwecken, in kleineren, finanziell schwächer ausgestatteten Unternehmen würden grundsätzlich Independentfilme produziert, d. h. solche Filme, die sich auch in ästhetischer Hinsicht vom Mainstream unterscheiden. Dies ist in einigen Fällen zutreffend, meist jedoch nicht.
Einen Sonderfall so genannter "unabhängiger" Filmproduktionsgesellschaften stellen solche Unternehmen dar, die nicht profitorientiert arbeiten. Eines der wenigen Beispiele bildet die Deutsche Film-Gemeinschaft, die 1931 zur Produktion des Films Mädchen in Uniform gegründet wurde.
Ein anderer Sonderfall sind staatseigene Filmproduktionsgesellschaften. In der deutschen Geschichte bildet die Ufa, die sich von 1937 bis 1945 im Staatsbesitz befand, das prominenteste Beispiel (siehe: Nationalsozialistische Filmpolitik). Ein weiteres Beispiel ist die Mosfilm, die in der jungen Sowjetunion als nationale Einheits-Filmgesellschaft gegründet wurde und trotz der Wiederherstellung des Marktes noch nicht privatisiert wurde.
Neben Produktionsgesellschaften, die ausschließlich oder überwiegend Spielfilme herstellen, gibt es Firmen, die auf die Produktion von Animations- oder Dokumentarfilmen spezialisiert sind. Wieder andere Unternehmen produzieren Fernsehfilme, Fernsehserien und nichtfiktionale Filme im Auftrag von Rundfunkanstalten oder Privatsendern.
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