Fidel Alejandro Castro Ruz (* 13. August 1926 in Birán bei Mayarí in der damaligen kubanischen Provinz Oriente) führt seit 1959 Kuba als Regierungschef und seit 1976 als Staatspräsident. Er war mit der "Bewegung des 26. Juli" (M-26-7) treibende Kraft der kubanischen Revolution gegen den Diktator Batista 1959 auf Kuba.
Für seine Anhänger und Verteidiger gilt er mit seinem Programm einer sozial gerechteren Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums zugunsten der ärmeren Schichten der Bevölkerung nicht nur in Kuba als Vorreiter der antiimperialistischen Bewegung und der sozialen Revolution in der sogenannten „Dritten Welt“ nach dem 2. Weltkrieg.
Menschenrechtsorganisationen werfen ihm ein auf seine Person ausgerichtetes, diktatorisches Regime und zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vor.
Leben
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Fidel Castro wurde, wie seine vier Geschwister, als uneheliches Kind eines Großgrundbesitzers geboren. Seine Eltern waren
Ángel Castro Argiz, Sohn spanischer Emigranten aus der
galicischen Stadt
Lugo, und
Lina Ruz González, aus einer Bauernfamilie aus der kubanischen Provinz
Pinar del Río. Sein Vater hatte sich vom ärmlichen Bediensteten der spanischen Armee zum Großgrundbesitzer hochgearbeitet. Trotz des Familienreichtums kam er häufig mit der armen Landbevölkerung in Berührung. Mit seinem Bruder,
Raúl Castro Ruz (*1931), lernte er im Jesuitenkolleg in
Santiago de Cuba. Er eckte in seinen jungen Jahren immer wieder an und konnte Autoritäten schwer akzeptieren. So soll er mit dreizehn Jahren versucht haben, die Plantagenarbeiter seines Vaters zu einem Streik zu bewegen. 1942 ließ er von seinem Vater seine Geburtsurkunde fälschen (weswegen als offizielles Geburtsdatum 1926 genannt ist) und wechselte (nun alt genug) zum Jesuitenkolleg in
Havanna. Dort zeigte er gute Leistungen, galt jedoch auch als jähzornig. 1945 begann er sein
Jura-Studium an der
Universität von
Havanna. Hier fiel er durch politisches Engagement auf, wurde Vorsitzender der Vereinigung der Jurastudenten, gründete einen Studentenausschuss gegen Rassendiskriminierung und schloss sich 1947 der
Orthodoxen Partei von
Eduardo Chibás an, die gegen die korrupte Regierung von
Carlos Prío Socarrás und für eine auf nationale Interessen orientierte Wirtschaftspolitik eintrat. Seine erste militante Aktion war seine Beteiligung an dem Versuch mit 3000 Mann im Jahr 1947 den Diktator der
Dominikanischen Republik,
Rafael Trujillo, zu stürzen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, da die Expeditionsschiffe von kubanischen Kriegsschiffen abgefangen wurden. Castro konnte sich jedoch einer Verhaftung entziehen, indem er zusammen mit zwei anderen von Bord sprang und drei Meilen zur Küste schwamm. 1948 heiratete er
Mirta Díaz Balart, eine Philosophiestudentin aus einer ebenfalls wohlhabenden kubanischen Familie, sogar Diktator Batista schickte ein Hochzeitsgeschenk. Die Ehe wurde 1955 auf Castros Wunsch wieder geschieden. Während der
kubanischen Revolution wurde die
Guerillera Celia Sánchez (1920-1980) seine Lebensgefährtin.
Während dieser Zeit Ende der 40er Jahre wurde er für seine durch José Martí beeinflusste antiimperialistische Einstellung und seine Ablehnung des US-amerikanischen Einflusses auf Kuba bekannt. 1950 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften und eröffnete eine Rechtsanwaltskanzlei, die er bis 1952 führte.
Im Juni 1952 beabsichtigte er, mit der Orthodoxen Partei, deren Vorsitzender er nach dem Selbstmord seines Vorgängers und Parteigründers Eduardo Chibás im Jahr 1951 geworden war, bei den Parlamentswahlen anzutreten. Der Staatsstreich am 10. März, der von General Fulgencio Batista angeführt wurde und die Regierung von Carlos Prío Socarrás absetzte, verhinderte jedoch sein Vorhaben, da die Wahlen gestrichen wurden. Er verklagte Batista daraufhin wegen Verfassungsbruch, seine Klage wurde jedoch abgelehnt.
Politisches Wirken
Politische Anfänge
Seit ihrer Gründung
1947 war er Mitglied der Revolutionären Jugend (
Juventud Revolucionaria) der
Kubanischen Volkspartei (
Partido del Pueblo Cubano), für die Castro bei den für
1952 geplanten Parlamentswahlen kandidierte. Die Wahlen fanden aber nicht mehr statt, da
Fulgencio Batista zuvor putschte um den wahrscheinlichen Sieg der Orthodoxen zu verhindern. Aufgrund der gescheiterten Anklage vor dem Obersten Gerichtshof gegen Batista erklärte Castro, dass nach Ausschöpfung aller legalen Mittel nun das in der Verfassung von 1940 enthaltene
Widerstandsrecht in Kraft getreten sei, und begann mit den Vorbereitungen eines Angriffs auf die
Moncada-Kaserne in
Santiago de Cuba sowie die Kaserne "Carlos Manuel de Céspedes" in
Bayamo, der ein
Fanal für den Massenaufstand in Kuba sein sollte.
Am 26. Juli 1953 versammelte Fidel Castro seine Mitstreiter um sich. 129 Männer sollten die Moncada-Kaserne mit 810 schwer bewaffneten Soldaten stürmen, um das Regime des Diktators Batista zu stürzen. Er rechnete damit, dass die Truppen wegen der Karnevalsfeiern müde sein würden. Der Versuch scheiterte, machte ihn aber bekannt. Sechs Angreifer und 16 Soldaten wurden getötet. Trotz des ausdrücklichen Befehls Batistas, die Gefangenen sofort zu erschießen, konnte es der Unteroffizier, der die Gruppe von Fidel Castro in den Bergen festnahm, nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, den Befehl auszuführen, so dass die Gefangenen der Justiz überstellt wurden. Am 16. Oktober 1953 fand die Gerichtsverhandlung in Santiago de Cuba statt. In seiner Verteidigungsrede sprach Castro seinen berühmt gewordenen Satz: "Die Geschichte wird mich freisprechen!" ("La historia me absolverá!"). Castro wurde zu 15 Jahren Zuchthaus auf der Isla de Pinos verurteilt, kam aber auf wachsenden Druck der Bevölkerung und seiner einflussreichen Schwiegerfamilie bereits am 15. Mai 1955 nach nur zwei Jahren Haft im Rahmen einer Generalamnestie frei.
Castro verließ im März 1955 die Orthodoxe Partei und gründete zusammen mit seinen Gefährten noch auf Kuba am 12. Juni 1955 die Bewegung des 26. Juli (M-26-7). Die Strategie war der bewaffnete Kampf durch kleine geheime Zellen im Untergrund, die über das ganze Land verstreut waren.
Exil und Vertreibung Batistas
Da auf Kuba eine militärische Ausbildung und Vorbereitung nicht möglich war, ging eine Gruppe von 82 Kämpfern am
7. Juli 1955 nach
Mexiko ins Exil. Unter der Leitung des spanischen Ex-Generals Alberto Bayo, der im
spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik gegen
Francisco Franco gekämpft hatte, begann die militärische Ausbildung der Guerilleros. Dort traf er auch auf
Ernesto Che Guevara. Am
25. November 1956 brach Fidel zusammen mit Che Guevara und weiteren 80 Revolutionären von
Tuxpan (
Mexiko) mit der Yacht "
Granma" nach Kuba auf, wo sie am
2. Dezember 1956 ankamen. Als
Comandante en Jefe (Befehlshabender Kommandant) führte Fidel Castro die
Guerilla der
Rebellenarmee M-26-7 in der
Sierra Maestra an. Nach über zwei Jahren
Guerillakampf gegen die zahlenmäßig weit überlegene
Batista-Armee flüchtete der Diktator
Batista schließlich am
1. Januar 1959 aus Kuba, da die Gewerkschaften und bürgerliche Demokraten sich gegen ihn stellten und die USA nach einem Massaker an Oppositionellen ein Waffenembargo verhängten und militärischen Beistand verweigerten. Trotz dieser Weigerung weiterer Militärhilfe war die CIA bis zum Untergang des Batista-Regimes in Havanna gegen Revolutionsbefürworter und für das alte Regime, besonders in der Festung Havanna, tätig. Nach dem Sieg wurde Castro, der noch vor der Revolution behauptet hatte, er wolle für sich persönlich keine Macht, sondern sich nach dem Sturz des alten Regimes ins Privatleben zurückziehen, der neue Staatschef des Inselstaates.
Aufbau des neuen Kuba
Auf Grund seiner sozialen Herkunft und politischen Entwicklung war Castro noch für einige Zeit das Bindeglied zwischen der Revolution und den
bürgerlich-
liberalen Bewegungen, während sein Bruder Raúl und
Ernesto Che Guevara die Aufnahme von Beziehungen zu den sozialistischen Ländern forcierten. Erst nach einem persönlichen Treffen mit
Nikita Chruschtschow am Rand der
UNO-Vollversammlung
1960 wurden Castros Vorbehalte gegenüber der
Sowjetunion und der traditionell reformistischen sozialistischen Partei (
Partido Socialista Popular, im folgenden PSP) langsam abgebaut.
Während Castro, Guevara und andere auf die besondere Rolle Kubas in der revolutionären und sozialistischen Bewegung und unter den nichtpaktgebundenen Staaten Wert legten, wollten die Altkommunisten um Blas Roca und Annibal Escalante die neue Partei und Kuba auf die führende Rolle der Sowjetunion einschwören. Castro setzte sich nach einem Machtkampf im Frühjahr 1962 durch. Das und die Verärgerung Castros und Guevaras über den Abzug der sowjetischen Raketen im Oktober 1962 führten zur Beendigung der Kuba-Krise, ebenfalls jedoch auch zu angespannten Beziehungen zur UdSSR.
Die Spannungen verschärften sich nach dem Sturz Chruschtschows 1964, durch Che Guevaras Sympathien für den Maoismus und nach einem Versuch von Escalante (in Absprache mit Moskau), Castro zu stürzen (Ende 1967). Castro spielte auf einer Kundgebung Abhörbänder vor; Escalante und seine Anhänger wurden im Januar 1968 verhaftet.
Internationalismus
Durch den Einfluss Castros verfolgte Kuba eine Politik des
Internationalismus. Castro entsandte, gewissermaßen als Gegenleistung für die umfangreiche Entwicklungshilfe der Sowjetunion, in enger Anlehnung an die Außenpolitik des Ostblocks, Truppen zur Unterstützung kommunistischer Regime und Bürgerkriegsparteien. Die Regierung unterstützte beispielsweise die
Sandinisten in
Nicaragua, die gegen von den USA unterstützten rechtsgerichteten
Contra-Gruppen kämpften. Darüber hinaus verfolgte Kuba ein kontinuierliches militärisches und geheimdienstliches Engagement in
Zentralafrika, besonders in Äthiopien und
Angola. Dort landeten am Vorabend der
Unabhängigkeit (
1975) kubanische Truppen, um der marxistischen
Volksbewegung zur Befreiung Angolas (
MPLA) unter
Agostino Neto zur Macht zu verhelfen und die
FNLA und die
UNITA zurückzuschlagen. Wesentlicher Teil des kubanischen
Internationalismus ist auch die Entsendung von Ärzten, Lehrern, Technikern und Konstrukteuren in viele Winkel der Welt. So wurden bisher über 15.000 Ärzte in verschiedene Länder geschickt, um dort
humanitäre Hilfe zu leisten. Das jüngste Beispiel hierfür ist der Einsatz von kubanischen Ärzten in den Armenvierteln
Venezuelas. Bei dem Projekt "
Barrio Adentro" (dt. etwa: hinein ins Armenviertel) bezogen Ärzte aus Kuba Quartiere in den Barrios, um den Menschen eine grundlegende medizinische Versorgung zu bieten und so die
bolivarianische Revolution in Venezuela zu unterstützen. Als Gegenleistung liefert Venezuelas Präsident Chavez das Öl seines Landes an Kuba.
Obwohl Castros unorthodoxer Marxismus wie seine politische Praxis zahlreiche Parallelen zu Michail Gorbatschow aufwies, kritisierte Castro heftig und öffentlich Glasnost und Perestroika. Reformen für sein Land lehnte er ab.
Castrotrudeau.jpg Pierre Trudeau]]
Nach 1989
Für Kubas Wirtschaft spielte der
Handel mit Ländern des
RGW eine große Rolle. Als ab
1989 der RGW wegen Systemwechsels in den meisten Mitgliedsländern ausfiel, stürzte Kuba in eine wirtschaftliche Krise, die Fidel Castro zwang, Wirtschaftsreformen durchzuführen (genannt
período especial en época de paz = besondere Periode in Friedenszeiten; kurz: período especial/Sonderperiode). Dazu zählten die
Legalisierung des Dollarbesitzes (seit
8. November 2004 1:1 durch
Peso Convertible ersetzt) sowie die Zulassung selbstständiger Arbeit und freier
Bauernmärkte, begleitet von einer Öffnung des Landes für
Tourismus und Auslandsinvestitionen.
Inzwischen hat sich die Versorgungslage, trotz einiger noch immer bestehender Engpässe, gebessert. Das politische System wurde allerdings nicht reformiert. Insbesondere aufgrund von Unterdrückung von politischer Opposition und freier Meinungsäußerung wird die kubanische Regierung von verschiedenen Gremien und Organisationen, darunter die UN-Kommission für Menschenrechte, das Europäische Parlament sowie die Menschenrechtsorganisation amnesty international, regelmäßig ermahnt, sich an die UN-Menschenrechtskonventionen zu halten, die sie unterzeichnet hat.
Castro bewunderte anfangs die USA. Er erhielt aus dem Land Unterstützung und ihr galt 1959 auch sein erster Staatsbesuch. Trotz seines Wunsches empfing ihn jedoch Präsident Eisenhower nicht, sondern schickte nur seinen Vize Nixon. Nach zahlreichen feindlichen Akten beiderseits und insbesondere zahlreichen Versuchen der CIA ihn zu ermorden, sind die USA aber Castros Hassobjekt Nummer eins, was sich auch in der Darstellung der Vereinigten Staaten als den allgegenwärtigen Hauptfeind in den Medien, und den auch nach Ende des kalten Krieges immer noch sehr schlechten Beziehungen der beiden Staaten, niederschlägt.
Für den Fall seines Todes hat Castro bereits seinen Bruder Raul Castro als Nachfolger in der Herrschaft über Kuba designiert, doch ist die definitive Nachfolge noch unsicher. Raul Castro gilt als Hardliner und hat möglicherweise zu wenig Rückhalt in Staatsführung und Volk, um sich gegen inner- wie außerparteiliche Opponenten zu behaupten. Vorsorglich hat Castro ihm bereits die Kontrolle über die Armee übertragen; er ist Verteidigungsminister.
Attentate/Sturzpläne
Seit dem Amtsantritt Castros hat es zahlreiche Mordanschläge und Pläne seines Sturzes gegeben. Belegt sind Dutzende Attentatspläne von denen mindestens 8 Attentate durch die
CIA, Exilkubaner oder amerikanische Mafiosi ausgeführt wurden. Die Palette der eingesetzten Mittel reichte von Gift in Zigarren oder Essen über Haarausfall bewirkende Chemikalien oder LSD bis zu Schusswaffen oder Bomben
[U.S. Senate Select Committee to Study Governmental Operations with Respect to Intelligence Activities - Alleged Assassination Plots Involving Foreign Leaders,
20. November 1975, S. 71-180, (auch "Church Commitee Reports" genannt)][New York Times, 22. November 1964, S.26][M.E. Monroe: Common Courage 1995, Appendix III, S. 453].
Auch die von den USA gegen Kuba verhängten Wirtschaftssanktionen waren dem Sturz Fidel Castros gewidmet.
Robert Torricelli , Initiator des
Torricelli Act erklärte 1992 das Ziel der Sanktionen sei die Lahmlegung der kubanischen Ökonomie in einem Ausmaß das innerhalb weniger Wochen zum Sturz des kubanischen Präsidenten
Fidel Castro führen sollte
[Cuba-Related Legislation]. US-Außenminister
Colin Powell legte am 1. Mai 2004 einen 500-seitigen Bericht der »Beratungskommission für ein freies Kuba« vor, in welchen innerhalb von sechs Monaten unter Mitarbeit des kubanischstämmigen US-Wohnungsbauminister
Mel Martínez »Maßnahmen für einen schnellen Regimewechsel« auf Kuba erarbeitet wurden
[Harald Neuber: US-Plan kontra Kuba. jungeWelt, 4. Mai 2004][Commission for Assistance for a free Cuba: Report to the President Mai 2004].
Privates
Castro war einst römisch-kath. Am 3. Januar 1963 wurde Fidel Castro exkommuniziert, da er den Weihbischof von Havanna aus Kuba ausgewiesen, Maßnahmen gegen katholische Schulen unternommen und die katholische Kirche in ihren Pflichten behindert hatte. Somit wurden staatliche Mittel für katholische Schulen und Kirchen gestrichen, und Castro wurde aufgrund seiner Politik in katholischen Predigten als gottlos bezeichnet. Er selbst bezeichnet sich als Atheist, beruft sich aber zu politischen Zwecken hin und wieder auf die Bibel und das Christentum. Dies entspricht seiner eher unorthodoxen Art Ideologien und Religionen als Mittel zum Zweck zu sehen, sie eher zu gebrauchen als sich in ihren Dienst zu stellen. Seit einiger Zeit tritt er verstärkt als Globalisierungskritiker und selbsternannter Sprecher der Dritten Welt auf.
Castros Gesundheitszustand wird von der Weltöffentlichkeit aufmerksam beobachtet, da nach dem Ende der Ära Castro mit dramatischen Veränderungen in Kuba zu rechnen ist. Ein Rücktritt als Staatschef aus freien Stücken wird als unwahrscheinlich angesehen. Am 20. Oktober 2004 stürzte Castro nach einem öffentlichen Auftritt eine Treppe hinunter, was viele Medien zu der absichtlich doppeldeutigen Schlagzeile Castro gestürzt veranlasste. Castro hat sich dabei die linke Kniescheibe zertrümmert und den rechten Oberarm angebrochen, wie von der kubanischen Regierung bestätigt wurde. Schon am nächsten Tag nahm er wieder an einer Sitzung teil. Im November 2005 ließ die CIA verlauten, die Symptome der Parkinson-Krankheit, an der Castro leiden soll, hätten sich in den letzten Monaten stark vermehrt. Der kubanische Staatschef dementierte und hielt wenige Tage später eine fünf Stunden dauernde Rede durchgehend im Stehen.
Mit Venezuelas Präsident Hugo Chavez, seinem engsten Verbündeten, verbindet ihn, laut eigener Aussage, eine persönliche Freundschaft.
Selbstdarstellung
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Um Castro ist ein Personenkult entstanden, der sich neben einer ständigen kritiklosen Medienpräsenz vor allem durch eine allgegenwärtige Darstellung auf Postern, Plakaten, Bildern und – sehr selten – Briefmarken auszeichnet, gerne auch mit der Nationalflagge oder anderen Nationalsymbolen und einfachen Parolen. Neben sich lässt er nur bekannte historische Persönlichkeiten abbilden – insbesondere Ernesto Guevara – deren politisches Erbe er für sich beansprucht. Dies hat in Verbindung mit seiner langen Herrschaft und der konsequenten Unterdrückung jedweder Opposition dazu geführt, dass innerhalb wie außerhalb Kuba weitgehend mit der Person Castros identifiziert wird. Dementsprechend lässt Castro es auch nicht zu, dass sein Privatleben in den Medien thematisiert wird. Er selbst bestreitet allerdings, dass es auf Kuba einen Personenkult gibt und gibt sich gerne bürgernah und bescheiden.
Inwiefern die dargestellte Unterstützung für Castro innerhalb der Bevölkerung echt ist, ist aufgrund fehlender Meinungsfreiheit oder gar freier Wahlen, schwer festzustellen. Zumal es angesicht von gleichgeschalteten Medien dem durchschnittlichen Kubaner auch erschwert ist, sich eine andere Meinung zu bilden. Viele Beobachter gehen davon aus, dass Castro als Person bzw. Symbol weit aus mehr Sympathie in der Bevölkerung genießt als seine Politik bzw. die Lage Kubas.
Castro ist berühmt für die Länge seiner Reden; teilweise konnte eine einzige Ansprache bis zu 12 Stunden dauern, wobei von den Zuhörern erwartet wird, von Pausen abgesehen, bis zum Ende zuzuhören. Diese Reden hält er gern auf inszenierten Massenversammlungen. In der Regel spricht er in der Uniform des Militärs zu den Zivilisten. Während Grundschüler glorifizierende Gedichte und Lieder über den "maximo lider" (deutsch: "Großer Führer") lernen, müssen ältere Schüler seine Reden studieren.
Siehe auch
Werke
- Fanal Cuba: Reden und Schriften 1960 - 1962. - Berlin : Dietz, 1963
- Die Geschichte wird mich freisprechen. - Bellnhausen/Gladenbach : Hinder & Deelmann, 1968
- Fidel Castro speaks / hrsg. von James F. Petras. - London : Lane, 1970
- Unsere Stärke liegt in der Einheit. - Berlin : Dietz, 1973
- Ausgewählte Reden. - Berlin : Dietz, 1976
- Die ökonomische und soziale Krise in der Welt. - Dresden : Zeit im Bild, 1983
Literatur
Sachbücher
- Frei Betto: Nachtgespräche mit Fidel. Union-Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-372-00220-2
- Peter G. Bourne: Fidel Castro. Der "Maximo Lider" der kubanischen Revolution. Heyne, München 1990, ISBN 3-453-04257-3
- Leycester Coltman: Der wahre Fidel Castro. Biographie. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2005, ISBN 3-538-07200-0
- Alina Fernández Revuelta: Ich, Alina. Mein Leben als Fidel Castros Tochter. Rowohlt, Reinbek 2000, ISBN 3-499-60941-X
- Jeanette E. Heufelder: Fidel. Ein privater Blick auf den Máximo Líder. Eichborn, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-8218-3980-5
- Klaus Huhn: O Companero Castro. Auf Kubas steinigem Weg. Spottless-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-9289-9961-3
- Thomas M. Leonard: Fidel Castro. A biography. Greenwood, Westport, Conn. 2004. - ISBN 0-313-32301-1
- Marita Lorenz: Lieber Fidel. Mein, Leben, meine Liebe, mein Verrat. Ullstein, München 2002, ISBN 3-548-36364-4
- Robert E. Quirk: Fidel Castro. Die Biographie. edition q, Berlin 2001, ISBN 3-86124-538-8
- Volker Skierka: Fidel Castro. Eine Biographie. (Rowohlts Monographien; 623) Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-61386-7
- Fidel mon père, confessions de la fille rebelle de Castro, Alina Fernández, Omnibus, 1999, ASIN 2259187765
- Dissidents ou mercenaires ?. Des Etats-Unis à l'Europe pour déstabiliser Cuba ,Hernando Calvo Ospina , EPO, 2000, ISBN 2872621350
- Mes années de jeunesse, Fidel Castro, Préface de Gabriel Garcia Marquez, Stanke Alain 2003, ISBN 2760408892
- Fidel Castro : el comandante, Volker Skierka, Alvik Editions, 2004, ISBN 2914833148
- Castro, l'infidèle / Serge Raffy. - Fayard, 2003. - ISBN 2-213-61257-9
- Cuba nostra, les secrets d'états de Fidel Castro, Alain Jammar,Juan Vivès, Jacobo Machover, Plon, 2005, ISBN 2259201156
Belletristik
- Robert Merle: Moncada. Fidels erste Schlacht. Goldmann, München 1988, ISBN 3-442-08957-3
Zitate
- "Clinton ist für mich kein kriegslüsterner Präsident, sondern ein Mann des Friedens, der etwas für das amerikanische Volk erreichen will.(aus "Die Woche" vom 22.12.)"
- "Die Frau ist die Werkstatt der Natur, in der das Leben geschaffen wird."
- "Ein Kuss ist wie jeder Kuss, aber die Liebenden werden trotzdem nie müde.(An Natalia Revuelta)"
- "Ich habe versucht, die Welt zu verändern ... Aber es ist eine Illusion. (Paris Match)"
- "Johnson ist ein mittelmäßiger Bandit, während Kennedy ein intelligenter Bandit war."
- "Revolutionäre gehen nie in Pension."
- "Wir werden uns allein verteidigen, umgeben von einem Ozean des Kapitalismus."
- "Verurteilt mich, die Geschichte wird mich freisprechen."
- "Wer zum Glück in der Welt beitragen möchte, darf keine Rücksicht auf seine nähere Umgebung nehmen."
- "Die Imperialisten schwimmen in einem Meer von Triumphalismus und reden wie die Herren der Welt. Die Herren der Welt können sie aber nicht sein, denn zumindest unsere Herren sind sie nicht."
Filme
- Oliver Stone: Comandante. Optimum Home Entertainment, London 2002, Dokumentation
- Oliver Stone: Looking For Fidel. 2003, Dokumentation
- David Attwood: Fidel & Che. USA 2002, 123 Min., Drama/Biografie
- Daniel Leconte: Fidel Castro - Der Weg zur Macht. Frankreich 2004, Dokumentation
Weblinks
Quellen
Staatsoberhaupt | Präsident (Kuba) | Politiker (Kuba) | Politiker (20. Jh.) | Revolutionär | Volksheld | Träger des Leninordens | Militärperson (Kuba) | Kubaner | Mann | Geboren 1928 | Kubanische Geschichte
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