Wasserturm_Steglitz.JPG Der Fichtenberg ist mit 68 Metern die höchste Erhebung im Berliner Stadtteil Steglitz. Der Berg trug bis zum 20. Oktober 1913 den Namen Kiefernberg, um den herum das 1242 erstmals erwähnte Dorf Stegelitze entstand, das zu Steglitz wurde. Ein imposanter Wasserturm steht als Wahrzeichen auf dem Gipfel des Berges. Die Gegend um den Berg galt schon im 19. Jahrhundert als eine bevorzugte Wohnlage mit entsprechendem Ambiente und auch heute zählt sie noch zu den gediegenen Berliner Villenvierteln. Darüber hinaus ist der Fichtenberg Quell des historisch und landschaftlich interessanten Bäkefließes.
Fichtenberg1.JPG Als erhabener, trockener Hügel am sumpfigen Bäketal mit seinen fischreichen Seen war der Fichtenberg schon sehr früh ein bevorzugtes Siedlungsgebiet, wie der Fund von 8.000 bis 10.000 Jahre alten Steinbeilen aus der letzten Periode der Altsteinzeit bezeugt, aus der Zeit also, in der in diesem Raum gerade die letzte Eiszeit zu Ende ging. Menschen aus der mittleren Steinzeit hinterließen auf dem Berg Feuersteinmeißel. Bei Ausschachtungen auf dem Klinikumgelände der Freien Universität, das unmittelbar an den heutigen Bäkepark grenzt, stießen Archäologen auf ein Dorf aus der Eisenzeit vor rund 2.500 Jahren. Die bäuerliche Siedlung lag auf einem Hang über dem Fluss- und Sumpfgebiet und bestand aus Pfostenhäusern mit Lehmwänden.
Das von dem Markgrafen zugewiesene Gebiet umfasste das spätere Schmargendorfer, Schöneberger und Mariendorfer Feld und erstreckte sich südlich bis zum ehemaligen Birkbusch, einem besonders morastigen Gebiet an der Mündung der Lanke (Lankwitz) in die Bäke; Birkbusch und Lanke sind heute verschüttet und nahezu vollständig überbaut. Ebenfalls noch im 13. Jahrhundert gründeten Flämische Siedler wenige Kilometer flussabwärts das Dorf Lichtervelde (Lichterfelde), das 1870 zu Steglitz und mit Steglitz 1920 zu Berlin kam.
Villa_Anna_Wasserturm.JPG Den Gipfel krönt seit 1886 ein imposanter, 40 Meter hoher Wasserturm, den der Architekt und Landesbaurat Otto Techow entworfen hatte. Das Wahrzeichen des Berges wurde in jüngerer Zeit vom Institut für Meteorologie der Freien Universität genutzt, dient derzeit allerdings nur noch als Wetterstation.
Der Schauspieler Andreas Grothusen, der seit rund 50 Jahren auf dem Berg wohnt, schreibt in seinem 2000 erschienenen Buch „Die dort Droben": Man hatte verschnörkelte Perdeställe, geräumige Eiskeller, Remisen für die Kutschen, komfortable Garagen mit hauseigener Benzinzapfsäule für die Maybachs und Horchs. Dass die Gärten, darinnen Schwanenteiche, Pavillons, Grotten, Marmorstatuen und Kegelbahnen waren, zu Recht Parks genannt wurden, versteht sich. Anfangs hatten die Fichtenberger, DIE DORT DROBEN, auch noch aparten Rundumblick auf Berlins Türme, zur Stadt Charlottenburg, nach den Feldern Dahlems, dem Grunewald und das rasant wachsende Groß-Lichterfelde.
Die so bevorzugt domilizierten waren Professoren en masse, und Bankiers zu Hauf. National bekannte Verleger (Wasmuth und Sachs) und namhafte Literaten (Rudolf Paulsen, Otto zu Linde, Rudolf Pannwitz, Adolf Heilborn und Franz Kafka.) Glückhafte, zu Goldmarkmillionären gewordene Erfinder (Carl Schliekeysen, der die Dampfziegelpresse erfunden hat und Max Krause, der sich seine Idee, Briefpapier in Portionen verpackt auf den Markt zu bringen, hatte patentieren lassen, und damit der deutsche Papierkönig geworden war).
(Anmerkung: Franz Kafka zog 1923 nach Berlin und starb ein Jahr später in Österreich.)
Anschließend zählt Grothusen unter anderem Minister, Musiker, Kirchenfürsten, weitere Schauspieler und Ägyptologen bis hin zum Schlagerstar der 50er Jahre, Bully Buhlan, auf, die auf dem Berg heimisch waren.
Das Bäketal wurde zum großen Teil für den Bau und Lauf des Teltowkanals genutzt, so dass die Bäke weitgehend in diesem Kanal aufgegangen ist; zwei von ihr gebildete Seen wurden mit dem Kanalbau gleichfalls vernichtet. Neben dem kurzen Berliner Teilstück im Bäkepark gibt es südlich des Teltowkanals noch ein rund drei Kilometer langes Teilstück der Bäke, das durch den Kanal von seiner ursprünglichen Quelle Fichtenberg abgeschnitten ist und heute allein aus den Wiesen am Kleinmachnower Weinberg gespeist wird und am „Schwarzen Weg" beginnt. Dieses Bäkestück führt an der Bäkemühle mit einem romantischen, außen liegenden Wasserrad vorbei, dann durch den ehemaligen Schlosspark Kleinmachnow und mündet wenige Meter nach der Schleuse Kleinmachnow ebenfalls in den Teltowkanal.
Gleichwohl bildet die Bäke auf diesem kurzen Stück auch heute noch einen Teil der einst ausgedehnten abwechslungsreichen Landschaft aus: das seit 1995 als Naturschutzgebiet ausgewiesene „Bäketal" (siehe dazu und zur folgenden Namensbestimmung ausführlich: Bäke).
Der am Fichtenberg entspringende Bach gab dem Teltow den Namen. Nach den Analysen von Gerhard Schlimpert geht das Wort Teltow auf den ursprünglichen germanischen Namen Telte der Bäke zurück, der in der Slawenzeit das Suffix -ow (ov) (Tel-tova) erhielt und mit größter Wahrscheinlichkeit das »Land an der Telte« bedeutete.
Siehe auch: Liste der Erhebungen in Berlin
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