| Fianna Fáil | |
|---|---|
| Vorsitz | Bertie Ahern |
| Gründung | 23. März 1926 |
| Parteisitz | 65-66 Lower Mount Street, Dublin 2 |
| Ideologie | Konservatismus / Nationalismus |
| Farbe | grün |
| Website | http://www.fiannafail.ie |
| (Stand: Februar 2006) | |
Fianna Fáil * (Abkürzung FF; irisch für Soldaten des Schicksals) ist die größte Politische Partei der Republik Irland. Seit Ihrer Gründung in den frühen 1920er Jahren wandelte sich die Partei von einer radikalen Mitte-Links-Partei zur dominaten Volkspartei in Irland seit den 1930er Jahren. Fianna Fáil ist seit 1932 die am stärksten im Unterhaus (Dáil Éireann) vertretene Partei und seitdem bis auf 19 Jahre immer an der Regierung beteiligt - damit ist FF hinter den schwedischen Sozialdemokraten die Partei mit der größten Zahl an Amtszeiten. Im Europaparlament ist FF ein führendes Mitglied der Fraktion Union für ein Europa der Nationen, einer kleinen Gruppierung von rechtskonsevativen, nationalistischen und europasekeptischen Parteien. Kürzlich hat die Partei die erste Zweigstelle in Nordirland (Derry) eröffnet.
Fianna Fáil verweigerte ursprünglich, wegen des umstrittenen Treueeids gegenüber der Freistaaten-Verfassung sowie dem (britischen) König, die Teilnahme am Freistaaten-Unterhaus. Doch schließlich beschloss man, den Eid als "leere Formulierung" anzusehen und legte ihn ab.
Der erste Parteivorsitzende war Eamon de Valera. Weitere Gründungsmitglieder waren u.a. Seán Lemass, Sean T. O'Kelly und P.J. Ruttledge. Die Zielgruppe der Partei waren zu dieser Zeit die Unterstützer der Vertragsgegner sowie die Arbeiterklasse.
Im Mai 1936 schaffte de Valera den Seanad Éireann ab und vekündete den Entwurf einer neuen Verfassung. Am 1. Juli nahm das irische Volk unter der Regierung von Fianna Fáil die neue Verfassung an.
1939, vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, verkündete de Valera die Neutralität Irlands - ein Schritt, der die Briten sehr verärgerte.
Bei der Wahl 1948 verlor Fianna Fáil (obwohl sie stärkste Partei war) die Macht an die erste Mehrparteienregierung. 3 Jahre später, von 1951 bis 1954 stellte Fianna Fáil wieder die Regierung, aus der jedoch keine frischen Ideen kamen. Daraus resultierte von 1954 bis 1957 die zweite Mehrparteienregierung ohne Fianna Fáil.
1957 übernahm de Valera, mittlerweile 75 Jahre alt und nahezu blind, letztmalig das Amt des Taoiseach. Er gestattete jedoch seinem "zweiten Mann" Seam Lemass sein Programm für wirtschaftlichen Aufschwung umzusetzen. Am 23. Juni 1959 wurde de Valera zum dritten irischen Präsidenten gewählt und Lemass wurde am gleichen Tag sein Nachfolger als Parteivorsitzender von Fianna Fáil.
Der Erfolg von Lemass in wirtschaftlichen Belangen führte Fianna Fáil zum Sieg bei der Wahl 1961 und Lemass begann weitergehende Änderungen durchzuführen. Dieses Vorgehen umfasste auch neue Personalien im Kabinett, u.a. Brian Lenihan, Charles Haughey, George Colley and Patrick Hillery. Obwohl Fianna Fáil eine Minderheitsregierung führte, wird diese Amtszeit von vielen als produktivste und beste in Irland angesehen.
Während der Zeit großer Veränderung in Irland in den 1960er Jahren, begann die Fianna Fáil-Regierung unter Lemass sich mit Nordirland auszusöhnen. Am 9. Januar 1965 reiste Lemass im Geheimen nach Stormont, um sich mit dem nordirischen Premierminister Terence O'Neill zu treffen. Im Februar reise O'Neill im Gegenzug nach Dublin.
Im November 1966 verkündete Lemass seinen Rücktritt als Vorsitzender von Fianna Fáil sowie als Taoiseach - nach 50 Jahren Dienst für Irland.
Während seiner ersten Amtszeit musste Lynch diverse Krisen durchleben. 1969 brachen in Nordirland die Unruhen aus und Lynch war damit beschäftigt das Übergreifen auf die Republik zu verhindern.
Ein Jahr später, 1970, entdeckte Lynch, dass zwei seiner Minister, Charles Haughey und Neil Blaney, in einen Plan involviert waren, Waffen für die IRA zu importieren - diese Tat ging als Waffen-Krise in die irische Geschichte ein und führte zu einer Spaltung innerhalb von Fianna Fáil.
Am 1. Januar 1973 wurde Irland Mitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft - eine der größten Errungenschaften von Fianna Fáil unter Jack Lynch (die bereits von seinem Vorgänger Lemass vorbereitet wurde).
Von der Wahl 1973 bis zur Wahl 1977 befand sich Fianna Fáil in der Opposition. Die Wahl 1977 entschied Fianna Fáil mit Rekordergebnis (fast 57% der Stimmen) für sich - ein Sieg, der auf der Wirtschaftspolitik der Partei, der Unzufriedenheit mit der Koalitionsregierung, der großen Popularität Lynchs sowie auf dem Versuch von Minister Tully beruhte, die Wahlbezirke zum alleinigen Vorteil seiner Partei Fine Gael zu verändern.
Doch mangels Konzepten wurde die Regierung unter Lynch mehr und mehr unbeliebt. Schlechte Ergebnisse in den Europawahlen und zwei Nachwahlen, die Fianna Fáil verlor, erhöhten den Druck auf Lynch, der am 5. Dezember 1979 zurücktrat. Zwei Nachfolger standen bereit: George Colley und Charles Haughey.
Parteiintern war Haughey umstritten und er musste sich 1982 und 1983 insgesamt 3 Vertrauensfragen stellen - doch er konnte alle 3 für sich entscheiden.
Die Wahl 1987 gewann Fianna Fáil, jedoch ohne eine absolute Mehrheit zu erreichen. Haughey wurde knapp zum Taoiseach gewählt. In seiner 2. Amtszeit konzentrierte er sich mit seiner Partei auf die Lösung der dramatischen wirtschaftlichen Probleme. Zu dieser Zeit war Irland das Sorgenkind der Europäischen Gemeinschaft und stand kurz davor, wirtschaftlich vom Internationalen Währungsfond übernommen zu werden. 1989 überraschte Haughey alle mit einer vorgezogenen Wahl, um eine absolute Mehrheit zu erreichen. Doch anstatt Sitze zu gewinnen, verlor Fianna Fáil Sitze und wurde zur Koalition mit den Progressive Democrats gezwungen, um an der Macht zu bleiben. Bisher schloss Fianna Fáil Koalitionsregierungen kategorisch aus und viele in der Partei waren mit Haugheys Entscheidung unzufrieden. Dies war der Beginn vom Ende Haugheys.
1991 musste sich Haughey erneut einer Vertrauensfrage stellen, die von Albert Reynolds initiiert wurde, und erneut gewann Haughey - jedoch zeigte das Ergebnis den schwindenden Rückhalt Haugheys in seiner Partei. 1992 stand Haughey im Mittelpunkt eines Skandals, der bereits 10 Jahre zurücklag - das Abhören zweier Journalisten. Obwohl Haughey immer behauptete, davon nichts gewusst zu haben, deuteten die Indizien darauf hin und Haughey trat zurück. Neuer Parteivorsitzender von Fianna Fáil und Taoiseach wurde am 11. Februar 1992 Albert Reynolds.
Bei der Wahl 1992 mussten sowohl Fianna Fáil als auch Fine Gael Niederlagen einstecken und schließlich ging Fianna Fáil eine Koalition mit der Irish Labour Party unter Dick Spring ein.
Eines der wichtigsten Punkte während der Regierungszeit unter Reynolds war das Fortschreiten des Friedensprozesses mit Nordirland und am 15. Dezember 1993 wurde die so genannte Downing-Street-Deklaration von beiden Regierungen unterzeichnet.
1994 gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Koalitionsparteien bezüglich der Einsetzung eines Richtes am Supreme Court. Der Streit darüber führte schließlich zum Rücktritt von Reynolds im November 1994.
Die Koalitionsregierung hielt nur bis zur Wahl 1997 und Fianna Fáil konnte, mit Ahern als Taoiseach, eine Koalition mit den Progressive Democrats eingehen. Die Arbeit von Ahern und seiner Regierung (sowie die von Tony Blair auf Seiten von Großbritannien) führte schließlich zum Karfreitagsabkommen, einem neuen Meilenstein der Beziehungen zwischen Irland und Nordirland.
Während der Amtszeiten von Bertie Ahern sah sich Fianna Fáil des öfteren mit Vorwürfen von Korruption konfrontiert. Ray Burke musste aus diesem Grund als Außenminister zurücktreten und Liam Lawlor geriet ins Fadenkreuz wegen erhaltener Zahlungen. Beide wurde später inhaftiert.
Doch bei der Wahl 2002 verzeichnete Fianna Fáil deswegen keine Einbußen, was vor allem auf den 1997-2001 erfolgten Wirtschaftsboom (Celtic Tiger) zurückzuführen ist, und scheiterte nur knapp an der absoluten Mehrheit, was zu einer erneuten Koalition mit den Prograssive Democrats führte - zum ersten Mal seit 1969 wurde damit eine Regierung wiedergewählt.
Obwohl seit es seit der Wahl einige Kandidaten zur Nachfolge von Ahern gibt, u.a. Brian Cowen und Micheál Martin, betont dieser, keinen Gedanken an einen Rücktritt zu verschwenden und will die Partei auch in die nächste Wahl führen.
Bei den Kommunalwahlen 2004 verzeichnete Fianna Fáil das schlechteste Ergebnis seit den 1920er Jahren. Dies ist hauptsächlich auf die schlechten finanziellen Entscheidungen der Regierung sowie deren Nichteinhaltung von Wahlversprechen zurückzuführen.
Im Gespräch waren aber trotzdem drei weitere Kandidaten:
Doch als sich Fianna Fáil am 22. Juni zur Wahl versammelte, schlug MacEntee Lemass als neuen Vorsitzenden vor und Aiken unterstützte diesen Vorschlag, so dass Lemass ohne Gegenkandidat gewählt wurde.
Der zurückgetretene Lemass selbst hatte Patrick Hillery und Jack Lynch angesprochen und eine Teilnahme vorgeschlagen - beide lehnten ab. Als es den Anschein hatte, dass kein weiterer Kandidat neben Colley und Haughey antreten würde, entschied sich Neil Blaney ins Rennen einzusteigen - er konnte sich einer großen Unterstützung vom republikanischen Flügel der Partei sicher sein. Der drohende Zerfall der Partei in drei Flügel erhöhte den Druck auf Lynch, sich doch zur Wahl zu stellen - war er doch als Finanzminister der naheliegde (weil mächtigste) Kandidat bei der Wahl. Weiterhin hatte er 20 Jahre Erfahrung, war seit 9 Jahren im Kabinett und bekannt als Gewinner von nationalen Meisterschaften in den Sportarten Hurling und Gaelic Football. Nachdem diverse Abgeordnete eine "Holt Jack!"-Kampagne starteten, gab Lynch schließlich nach und trat zur Wahl an. Nach dem Eintritt von Lynch in die Wahl zogen Haughey und Blaney ihre Kandidatur als Unterstützung von Lynch zurück. Colley hingegen weigerte sich zu verzichten und so kam es am 9. November zu einer Wahl zwischen ihm und Lynch, die Lynch deutlich gewinnen konnte.
Um zu beweisen, dass Lynch ihm diesen Schritt nicht übel nahm, blieb Colley in seinem Kabinett. Colley im Gegenzug gewährte Lynch die vollste Unterstützung und wurde mit der Zeit sein größter Verbündeter im Kabinett.
Lynchs Wunschkandidat war George Colley und man hoffte durch die schnelle Rücktrittsentscheidung andere Kandidaten zu überraschen. Doch man hatte die Rechnung ohne Charles J. Haughey gemacht. Beide Kandidaten standen sich bereits im Vorfeld der Vorsitzendenwahl 1966 gegenüber und beide vetraten noch dieselben Flügel ihrer Partei.
Die Unterstützung für beide war bis zur Wahl auf gleichen Niveau, bis auf einen Unterschied; Colley hatte die Unterstützung von nahezu dem gesamten Kabinett, während Haughey die zweite Reihe der TDs hinter sich wusste. Obwohl Colley glaubte seinen Gegenkandidaten überrascht zu haben und so ein kurzer "Wahlkampf" genügen würde, hatte sich Haughey seit mehreren Jahren auf diesen Tag vorbereitet. Die so genannte "Gang of five", eine Gruppe der fünf Männer Tom McEllistrim, Jr, Mark Killilea, Seán Doherty, Jackie Fahey und Albert Reynolds, hatte bereits seit einigen Monaten damit begonnen, innerhalb der Partei für Haughey zu werben, da sie den Rücktritt von Lynch vorausahnten.
Die geheime Abstimmung fand in den Parteiräumen von Fianna Fáil im Leinster House (Dublin) statt. Noch am Abend zuvor waren beide gleichauf. Doch dann entschied sich Außenminister Michael O'Kennedy, bisher ein Unterstützer von Colley, die Seiten zu wechseln. Haughey gewann die Wahl schließlich knapp mit 44 zu 38 Stimmen.
Die Machtübergabe von Lynch zu Haughey verlief nicht reibungslos. Colley war schwer enttäuscht, auch bei seinem zweiten Anlauf nicht zum Vorsitzenden gewählt worden zu sein. Er verlangte (und bekam) von Haughey ein Vetorecht beim Vorschlag zum Posten des Verteidigungs- und Justizministers. Colley behielt zwar den Posten als Tánaiste, verlor jedoch sein Amt als Finanzminister.
Vier Tage nach der Abstimmung wurde Haughey zum neuen Taoiseach gewählt, er musste sich jedoch sechs Stunden Kritik von anderen TDs anhören, darunter vom Vorsitzenden der Fine Gael Garret FitzGerald. Doch die Wahl von Haughey kostete ihren Preis, denn es folgten zwei Jahrzehnte parteiinterne Streitereien. Trotz alledem ist es Haughey zu verdanken, dass sich die irische Wirtschaft vom nahen Kollaps erholen konnte.
Reynolds war der erste, der sich zur Wahl stellte. Haughey schlug Bertie Ahern vor, der jedoch ablehnte. Reynolds' Wahl war nie gefährdert, obwohl sich auch Michael Woods und Mary O'Rourke zur Wahl stellten. Reynolds gewann mit 61 Stimmen (79%) gegenüber 10 Stimmen (Woods) und 6 Stimmen (O'Rourke).
Der ehemalige Minister Ray Burke, den Bertie Ahern im Jahr 1997 für kurze Zeit in sein Kabinett holte, wurde kürzlich von Fergus Flood, einem ehemaligen Richter des High Court während einer Anhörung als "korrupt" bezeichnet und trat im Januar 2005 eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung an. Die bevorzugte Behandlung von Burke im Gefängnis wurde heftig kritisiert - vor allem von der Opposition um Fine Gael.
Der ehemalige Fianna Fáil-Regierungssekretär Frank Dunlop beschuldigte langjährige Fianna Fáil-Senatoren, Bestechungsgelder angenommen zu haben, um bestimmte Bauunternehmen zu bevorzugen. Im Rahmen dieser Untersuchung (die noch andauert) wird erwartet, dass die Namen von ehemaligen und aktuellen Politikern aller Parteien fallen werden - vor allem aber aus der Partei Fianna Fáil. Über die Stichhaltigkeit der Anschuldigungen von Dunlop hat das Gericht bisher nicht entschieden.
Der ehemalige TD Liam Lawlor wurde ebenfalls beschuldigt, Gelder von Baufirmen erhalten zu haben. Lawlor wurde des öfteren inhaftiert, da er mit dem Untersuchungsausschuss nicht zusammenarbeiten wollte. Er legte aber sein Mandat nicht nieder, nahm an den Unterhaussitzungen teil, und wurde danach wieder ins Gefängnis eingeliefert. Dort genießt er die gleichen Vorzüge wie Ray Burke.
Beverly Cooper-Flynn, TD aus der Grafschaft Mayo wurde zum Austritt aus der Partei gezwungen, nachdem bekannt wurde, dass sie als Finanzberaterin für die National Irish Bank illegale Tipps zur Steuerhinterziehung gegeben hatte.
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