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Pfahlbauten Unteruhldingen 2005 05.jpg Feuchtbodensiedlung ist ein archäologischer Begriff, der im zirkumalpinen Raum den älteren und bekannteren Begriff Pfahlbausiedlung ersetzte, weil die neuere Forschung davon ausgeht, dass diese Bauweise nicht nur im Uferbereich von Seen (also an offenen Gewässern) existierten, sondern auch in sumpfigem Gelände, das gegebenenfalls erst durch einen Seespiegelanstieg überflutet wurde. Dank dieses Luftabschlusses und der Konservierung durch das Wasser blieben organische Stoffe an diesen Stellen gut erhalten. Ein Beispiel ist Ljubljanska Barje (im Laibacher Moor), Slowenien. Damit wird aber auch die angedachte Funktion der Plätze als Siedlungen infrage gestellt. Es handelt sich offenbar vielmehr um eine besondere Bauweise, den Pfahlbau, den es zu verschiedenen Zeiten, in Asien bis zur Gegenwart, gibt.

Verbreitung


Während die Pfahlbauten zunächst als stein-bronzezeitliches und zentraleuropäisches Phänomen galten, ist inzwischen klar, dass sie auch noch eisenzeitlich vorkommen und es sie vorzeitlich z.B. auch auf den Britischen Inseln gab (Feuchtbodensiedlungen Flag Fen (Sussex) 1400 - 900 v. Chr. und nahe Eastbourne, in Somerset 800 - 600 v. Chr.). In Irland und Schottland einschließlich Orkney ist der Crannóg eine sehr häufig auftretende Entsprechung der zirkumalpinen Pfahlbausiedlung, die in der Po-Ebene als Terramare bezeichnet wird.

Auf Gotland findet man im flachen Wasser des Tingstädeträsk die Pfähle des wikingerzeitlichen Bulverket (Pfahlwerk), eines Quadrates mit 175 m Seitenlänge mit einer sehr großen mittigen Freifläche. Daneben gibt es die jungslawische Feuchtbodensiedlung von Löddigsee, Kr. Parchim. Neuzeitliche Pfahlbauweisen finden sich vor allen in den Regenwaldzonen Asiens.

Einer der bestuntersuchten Plätze ist der schweizer Platz Arbon-Bleiche III am Bodensee. In prähistorischer Zeit verlief das dortige Ufer mehrere hundert Meter landeinwärts. Die Bucht war in der Jungstein- und Bronzezeit eine Siedlungskammer. 1885 kamen in der Flur Bleiche Pfähle, Keramik und Steinwerkzeuge zum Vorschein. 1944 entdeckte man das frühbronzezeitliche Dorf Bleiche 2 (17. – 16. Jahrhundert v. Chr.). Im Zuge einer Grabung wurde von 19931995 das jungsteinzeitliche Dorf Arbon-Bleiche 3 grossflächig untersucht und dendrochronologisch genau datiert (3384 – 3370 v. Chr.).

Funktion


Gegen die ursprüngliche Funktion der Stellen als Siedlungen sprechen einige Gesichtspunkte. Beispielsweise war ein ortsnaher Ackerbau den die beteiligten Kulturen betrieben, kaum möglich. Einige Pfahlbauten standen sogar auf kleinen Inseln in Seen. Die Funde modellierter Brüste als Wandschmuck sprechen eher für einen Kultbau. Die Nutzungszeit von Arbon-Bleiche III dauerte nur 15 Jahre, bei irischen Crannogs, wo sich eine Ballung von 360 Bauten in einem See findet, wurden dendrochronologisch fast generell nur 19 Nutzungsjahre festgestellt. Beides Zeiten die für Siedlungen ungewöhnlich kurz sind.

Literatur


  • Helmut Schlichterle (Hrsg.): Pfahlbauten rund um die Alpen. Theiss, Stuttgart 1997. ISBN 3-8062-1146-9 (Archäologie in Deutschland. Theiss, Stuttgart 1992ff. Sonderheft.)

Pfahlbauten | Archäologischer Fachbegriff

 

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