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Views of a Foetus in the Womb.jpg, ca. 1510-1512]]

Der Fetus (auch der Fötus, nach lateinisch fetus, „die Brut, Nachkommenschaft“) ist die Bezeichnung für den menschlichen Embryo nach Ausbildung der inneren Organe während der Schwangerschaft (ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt).

Andere Formen und Schreibungen sind Fet, Föt und Foetus. Die Mehrzahl wird mit der Endung ~en gebildet: die Feten oder die Föten .

Fetales Kreislaufsystem


Der pränatale Kreislauf eines menschlichen Fetus unterscheidet sich stark vom Kreislauf nach der Geburt. Das liegt vor allem daran, dass die Lungen nicht genutzt werden. Die Versorgung mit Sauerstoff und Nahrung erfolgt über die Plazenta (Mutterkuchen) und die Nabelschnur.

Mit dem ersten Atemzug nach der Geburt ändert sich das Kreislaufsystem schlagartig. Der Widerstand in der Lunge nimmt stark ab. Es fließt mehr Blut aus der rechten Vorkammer (Atrium dextrum) in die rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) und in die Lungenarterien. Es fließt weniger Blut durch die Öffnung in der Vorhof-Scheidewand (Foramen ovale) in die linke Vorkammer. Das Blut fließt durch die Lungenvenen zur linken Vorkammer (Atrium sinistrum) und erhöht dort den Blutdruck. Der gesenkte rechtsseitige und der verstärkte linksseitige Vorkammerdruck drücken das primäre Vorkammerseptum (das Septum primum) gegen das sekundäre Vorkammerseptum (das Septum sekundum).

Auf diese Weise wird die Öffnung in der Vorhof-Scheidewand (Septum foraminis ovalis) geschlossen und fortan zum Fossum ovale (ovale physiologische Vertiefung in der rechten Seite der Vorhofscheidewand des postnatalen Herzens). Die Trennung der ehemaligen direkten Verbindung zwischen rechter und linker Seite des Kreislaufes ist damit besiegelt.

Bei etwa 20 % der Erwachsenen ist die Vorhof-Scheidewand nicht vollständig zusammengewachsen (Vorhofscheidewanddefekt, häufiger Zufallsbefund bei Obduktion), was aber aufgrund des üblicherweise deutlich höheren Blutdrucks im linken Herzen keine Symptome verursacht, da weiterhin wie kurz nach dem ersten Atemzug das Septum secundum dauerhaft gegen das Septum primum gedrückt bleibt, somit das Foramen ovale vollständig abschließend.

Begrifflichkeit


Insbesondere der Aspekt des Schwangerschaftsabbruches, der nur beim Vorliegen bestimmter Kriterien (Indikation) legal ist, ist derzeit der zentrale Grund für die begriffliche Trennung in Embryo, Fetus und Kind. Vielfach kritisiert wird hier das Fehlen eines verbindenden Überbegriffes, der verdeutlicht, dass es sich jeweils um den gleichen Sachverhalt handelt, und lediglich eine Unterscheidung anhand von Entwicklungsschritten vorgenommen wird: „Die Bewertung nach dem Gestationsalter gehört in den Bereich der deskriptiven Ethik, sie ist eine Bezeichnung moralischer Praxis“ (Maier, 2000, S.117); zeitliche Grenzen für die Begrifflichkeiten können darum situationsbezogen variabel sein, da es sich die Wertigkeit an bestimmten Entwicklungspunkten des Embryos bzw. des Fetus orientiert: Z.B. wird „während der Geburt .. der Fet bereits wie ein Kind behandelt - das gilt für einen Feten, der in der 24. SSW geboren wird, ebenso wie für ein reifes Kind“ (ebd.).

Siehe auch


Weblinks


Embryologie | Pränatalmedizin

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