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fettsäuren-beispiel.svg | phytanic.pngs auftritt. Die Unfähigkeit zum Abbau dieser Fettsäure führt zu Morbus Refsum]] Fettsäuren gehören zur Gruppe der Lipide und sind Monocarbonsäuren, die aus einer -COOH Gruppe (Carboxylgruppe) und einer unterschiedlich langen Kohlenwasserstoffkette bestehen. Damit sind sie spezielle organische Säuren.

Fettsäuren unterscheiden sich durch die Anzahl der C-Atome (Kettenlänge) sowie die Anzahl und Position ihrer Doppelbindungen. Die Kohlenstoffkette muss mindestens 4 C-Atome lang sein, somit ist die Buttersäure die einfachste Fettsäure.

Natürliche Fettsäuren bestehen in der Regel aus einer geraden Zahl von Kohlenstoffatomen und sind unverzweigt. Doppelbindungen sind cis-konfiguriert und durch mindestens eine CH2-Gruppe voneinander getrennt.

Essentielle Fettsäuren sind solche, die ein Organismus nicht aus anderer Nahrung synthetisieren kann. Für den Menschen sind all jene Fettsäuren essentiell, die mindestens eine Doppelbindung distal (von der Carboxylgruppe weg) von C9 haben.

Die Natrium- oder Kalium-Salze der höheren Fettsäuren sind die Seifen.

Gesättigte/Ungesättigte Fettsäuren


Eine gesättigte Fettsäure ist eine Fettsäure, die keine Doppelbindungen aufweist. Die gesättigten Fettsäuren bilden eine sogenannte homologe Reihe mit der Summenformel CnH2n+1COOH. Gesättigte Fettsäuren sind für den Menschen nicht essentiell (lebensnotwendig), da sie vom menschlichen Körper synthetisiert werden können.

Ungesättigte Fettsäuren besitzen eine oder mehrere Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen der Kette. Da in natürlichen Fettsäuren die Doppelbindungen in der cis-Konfiguration vorliegen, entsteht ein Knick von etwa 30° in der Kohlenwasserstoffkette. Dadurch ist die Van-der-Waals-Wechselwirkung zu anderen Molekülen abgeschwächt und der Schmelzpunkt verringert.

Beispiele


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gesättigte Fettsäuren

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Zahl der C-Atome : Doppelbindungen Trivialname Bruttoformel Stellung der Doppelbindungen Vorkommen Schmelzpunkt
in °C
Chemische Bezeichnung
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4:0 Buttersäure C3H7COOH - Milchfett -8 Butansäure
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6:0 Kapronsäure C5H11COOH - Milchfett -3 Hexansäure
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8:0 Kaprylsäure C7H15COOH - Milchfett, Kokosfett 16 Octansäure
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10:0 Kaprinsäure C9H19COOH - Tier- und Pflanzenfette 31 Decansäure
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12:0 Laurinsäure C11H23COOH - Milchfett, Pflanzenfette 43,2 Dodecansäure
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14:0 Myristinsäure C13H27COOH - Milchfett, Fischöl, Tier- und Pflanzenfette 53,9 Tetradecansäure
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16:0 Palmitinsäure C15H31COOH - Tier- und Pflanzenfette 62,8 Hexadecansäure
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17:0 Margarinsäure C16H33COOH - Tier- und Pflanzenfette 61,3 Heptadecansäure
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18:0 Stearinsäure C17H35COOH - Tier- und Pflanzenfette 69,6 Octadecansäure
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20:0 Arachinsäure C19H39COOH - in geringen Mengen in Pflanzensamen und Tierfetten 75,4 Eicosan-/Icosansäure
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22:0 Behensäure C21H43COOH - in geringen Mengen in Pflanzensamen und Tierfetten, bei Morbus Gaucher   Docosansäure
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24:0 Lignocerinsäure C23H47COOH - einige Pflanzenfett, Bestandteil der Sphingomyeline   Tetracosansäure
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26:0 Cerotinsäure C25H51COOH - Bienenwachs, Carnaubawachs, Montanwachs, Wollschweiß   Hexacosansäure
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einfach ungesättigte Fettsäuren

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16:1 Palmitoleinsäure C15H29COOH 9 Milchfett, Depotfett der Tiere, Fischtran, Pflanzenfett,   Delta-9-cis-Hexadecensäure
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18:1 Ölsäure C17H33COOH 9 in allen Naturfetten 16 Delta-9-Octadecensäure
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18:1 Elaidinsäure1 C17H33COOH 9 im Fett von Wiederkäuern 44–51 trans-Delta-9-Octadecensäure
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18:1 Vaccensäure C17H33COOH 11     cis-Delta-11-Octadecensäure
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20:1 Icosensäure C19H39COOH 11 in Rapsöl 16
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22:1 Cetoleinsäure C21H41COOH 11 Pflanzenöle  
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22:1 Erucasäure C21H41COOH 13 Rapsöl  
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24:1 Nervonsäure C23H47COOH 15    
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mehrfach ungesättigte Fettsäuren

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18:2 Linolsäure C17H31COOH 9, 12 Pflanzenöle -5 Oktadecadiensäure
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18:3 Linolensäure C17H29COOH 9, 12, 15 einige Pflanzenöle -11 Oktadecatriensäure
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20:4 Arachidonsäure C19H31COOH 5, 8, 11, 14 Tierfette, Fischtran  
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20:5 Timnodonsäure C19H29COOH 4, 8, 12, 15, 18 Fischöle  
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22:5 Clupanodonsäure C21H33COOH 4, 8, 12, 15, 19 Fischöle  
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1Anmerkung: Die Elaidinsäure (das trans-Isomere der Ölsäure) entsteht bei der Fetthärtung zur Herstellung von Margarine durch partielle Hydrierung mehrfach ungesättigter Fettsäuren. In der Natur kommt sie im Fett von Wiederkäuern (Milch, Butter, Rindertalg) vor, da deren Pansenorganismen ebenfalls hydrierende Enzyme besitzen.

Stoffwechsel


Fettsäureabbau

Fettsäuren werden als Triglyceride im Fettgewebe gespeichert. Bei Bedarf, der durch die Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin, Glucagon oder ACTH angezeigt wird, findet dort eine Lipolyse statt.

Die freien Fettsäuren werden dann im Blutkreislauf zu den energiebenötigenden Zellen transportiert, wo sie zuerst unter ATP-Verbrauch an Coenzym A (CoA) gebunden (aktiviert) werden. Diese Reaktion wird durch die Hydrolyse des dabei entstehenden Pyrophosphats zu 2 Phosphaten (Pi) vorangetrieben.

RCOOH + CoA-SH + ATP => RCO-S-CoA + 2Pi + H+ + AMP

Danach werden sie durch das Enzym Carnitin-Acyltransferase I an Carnitin gebunden und in die Matrix der Mitochondrien transportiert, wo sie durch Carnitin-Acyltransferase II wieder an CoA gebunden werden.

In der Matrix des Mitochondriums findet dann die ß-Oxidation der Fettsäuren zu Acetyl-CoA statt, welches im Citratzyklus weiterverwendet werden kann, um ATP zu gewinnen. Bei längeren Hungerperioden oder unausgewogener Ernährung mit sehr wenig Kohlehydraten, wie zB der Atkins-Diät, werden die Fette stattdessen zu Ketonkörpern verstoffwechselt.

Zusätzlich zur mitochondrialen Fettsäureoxidation findet auch in den Peroxisomen eine Verwertung von Fettsäuren statt. Vor allem sehr langkettige Fettsäuren werden meist dort zuerst verkürzt, ehe sie in den Mitochondrien weiterverarbeitet werden können. Diese peroxisomale Funktion ist erheblich. Ein Ausfall führt zu Adrenoleukodystrophie.

Fettsäurespeicherung

Die Fettsäuresynthese erfolgt im Gegensatz zum Abbau im Cytosol. Bei höheren Organismen sind alle dafür notwendigen Enzyme in einem einzigen Enzymkomplex, der Fettsäure-Synthase zusammengefasst.

Dazu wird zuerst Malonyl-CoA aus Acetyl-CoA unter ATP-Verbrauch durch Carboxylierung gebildet. Dieses wird dann zu Malonyl-ACP umgewandelt, denn im Gegensatz zum Abbau dient bei der Synthese Acyl carrier protein (ACP) statt CoA als Carriermolekül. Die Nachfolgende Kondensationsreaktion ist im Grunde eine Umkehr der Fettsäureoxidation.

Siehe auch:

Literatur


  • W. H. Kunau: Chemie und Biochemie ungesättigter Fettsäuren. Angewandte Chemie 88, 97 (1976)
  • J. Ernst, W.S. Sheldrick und J.-H. Fuhrhop: Die Strukturen der essentiellen ungesättigten Fettsäuren. Kristallstruktur der Linolsäure sowie Nachweis für die Kristallstrukturen der Linolensäure und der Arachidonsäure. Z. Naturf. 1979, 34b, 706-711
  • P. Nuhn, M. Gutheil, B. Dobner: Vorkommen, Biosynthese und Bedeutung verzweigter Fettsäuren Fette-Seifen-Anstrichmittel 87, 135 (1985)

Weblinks


Stoffgruppe | Öl und Fett

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