Das Fettgewebe ist eine an verschiedenen Stellen des Körpers auftretende Form des Bindegewebes, die aus Fettzellen (Adipozyten) aufgebaut ist. Grundsätzliche Aufgabe der Fettzelle ist es, in ihrem Zellleib Fett zu speichern und auch wieder freigeben zu können. Man unterscheidet zwei Formen des Fettgewebes mit unterschiedlichen Funktionen, das weiße und das braune Fettgewebe.
Wenn man von Fettgewebe im menschlichen Körper spricht, so ist fast immer das weiße Fettgewebe gemeint, da es sehr viel häufiger als das braune Fettgewebe vorkommt.
Einzelne oder Gruppen von Fettzellen können fast überall im Körper eingelagert ins lockere Bindegewebe vorkommen. Im eigentlichen Fettgewebe in bestimmten Körperregionen dagegen sind zahlreiche Fettzellen durch Bindegewebe in Läppchen zusammengefasst. Fettgewebe sind immer gut mit Blutgefäßen versorgt.
Das weiße Fettgewebe erfüllt drei verschiedene Funktionen:
Nur ganz wenige Körperstellen sind fettfrei (Hand- und Fußrücken, Scrotum, Ohrmuschel). Besonders ausgeprägte Fettdepots befinden sich als mehrere Zentimeter dicke Speckschicht am Bauch und an den Gesäßbacken. Die Dicke des Bauches, sowie Form, Größe und Gewicht der Gesäßbacken werden dabei im wesentlichen durch die Menge des eingelagerten Fettes (Mastfett) bestimmt, hängen also vom Ernährungszustand ab.
Die Adipozyten des weißen Fettes sind recht große Zellen (bis zu 100 µm), deren Zellleib fast vollständig von einem großen Lipidtropfen ausgefüllt ist: Deshalb spricht man von univakuolären Fettzellen. Der Kern ist durch die riesige Vakuole an den Rand gedrückt und abgeflacht, andere Zellorganellen oder viel Zytoplasma sind meist nicht zu erkennen (man spricht von Ähnlichkeit mit einem Siegelring). Die Fettvakuole ist nicht, wie etwa Sekretvesikel, von einer Biomembran umgeben, sondern liegt "frei" im Zytosol vor. Sie ist allerdings von Intermediärfilamenten umsponnen, um sie zusammen und in Form zu halten. Jeder einzelne Adipozyt ist von einer Basallamina und von retikulären Fasern umgeben, die die Zelle auch unter gewisser Krafteinwirkung (siehe Baufett) in Form halten.
Das weiße Fettgewebe erhält seinen Namen daher, dass in histologischen Standardpräparaten fast immer das Fett ausgelöst ist und die Zellen daher völlig leer, das heißt unter dem Mikroskop weiß, erscheinen.
Menschliches Fett ist von der Konsistenz her eher ölig (hoher Gehalt an Ölsäure) und bei Körpertemperatur halbflüssig.
Adipozyten nehmen Fettsäuren aus dem Blut auf und synthetisieren mit Glycerin aus ihrem Stoffwechsel die Lipide, die in der Zelle gespeichert werden (Lipogenese). Bei Bedarf können die Lipide wieder in ihre Bausteine gespalten (Lipolyse) und an das Blut abgegeben werden, so dass andere Zellen sie zur Energiegewinnung nutzen können. Beide Vorgänge, Lipogenese und Lipolyse, werden unter anderem durch die Hormone Insulin und Adrenalin beeinflusst.
Eine Veränderung der gespeicherten Fettmenge geschieht hauptsächlich durch die Vergrößerung der gespeicherten Menge in der einzelnen Zelle. Es können sich aber wohl auch neue Fettzellen aus Stammzellen bilden.
Die Zelle des braunen Fettgewebes hat viele, kleinere Lipidtropfen, sie wird als plurivakuolär bezeichnet. Zudem ist sie reich an Mitochondrien - daher die braune Farbe -, die die ganze Energie aus dem Fett mit einem speziellen Proteinbesatz direkt in Wärme stecken statt wie sonst in die ATP-Synthese.
Bei Neugeborenen nimmt das braune Fett etwa fünf Prozent des Körpergewichts ein und ist am Rücken und entlang der großen Blutgefäße im Brustkorb konzentriert. Säuglinge sind aus verschiedenen Gründen für Unterkühlungen empfindlicher bzw. können nicht wie Erwachsene mit Zittern der Skelettmuskulatur reagieren, so dass die Wärmeerzeugung im braunen Fett lebenswichtig sein kann. Im erwachsenen Körper ist das braune Fett weitestgehend zurückgebildet, nur um die großen Arterien, im Mediastinum, an den Nieren und unter den Achseln können sich noch Reste finden.
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