KoblenzMosel.jpg | Panorama_Festung_Ehrenbreitstein.jpg | Fort Konstantin Koblenz.jpg | Fort Asterstein.jpg | Feste Franz Koblenz.jpg | Karte-ko1888.png Die Festung Koblenz oder genauer Festung Koblenz und Ehrenbreitstein ist die Bezeichnung für ein System von preußischen Festungswerken, bestehend aus den Stadtbefestigungen von Koblenz und Ehrenbreitstein sowie deren vorgelagerten Festungswerken in Gestalt von Festungen, Fleschen, Schanzen und Forts. Die gesamte Anlage wurde im Zeitraum von 1815 bis 1834 erbaut. Die einzelnen Teile der Festung sind entweder zu großen Teilen erhalten (Festung Ehrenbreitstein) oder im Laufe der Zeit durch Schleifung und spätere Abrisse völlig verschwunden (Feste Kaiser Alexander).
Die Festung Koblenz bestand aus folgenden Festungsbauten:
An der Stelle der 1801 gesprengten kurtrierischen Festung Ehrenbreitstein auf dem Ehrenbreitstein errichteten die Militäringenieure unter dem Kommando von Gustav von Rauch und Ernst Ludwig von Aster eine weitläufige Zitadelle, die bis heute das Stadtbild beherrscht. Es entstand das größte militärische Bollwerk am Mittelrhein, eine der stärksten Bastionen, die heute noch fast vollständig erhalten ist. Als weitere Festungsanlagen entstanden in Koblenz das Fort Asterstein, die Feste Kaiser Franz in Lützel und die Feste Kaiser Alexander mit dem vorgelagerten Fort Konstantin auf der Karthause. Von den zu den Festungen gehörenden Fleschen ist heute nur noch ein Teil der Neuendorfer Flesche erhalten geblieben.
Neben den Festungen in Gibraltar und Paris sowie der Festung Köln war die Festung Koblenz mit 14 Kilometern Umfang damals eine der bedeutendsten Befestigungsanlagen Europas. Am Rhein besetzte sie zwischen den Festungen Köln und Mainz eine Schlüsselstellung, die sich aus der Lage am Zusammenfluss von Rhein und Mosel und der zuletzt in den Koalitionskriegen erkannten Bedeutung der Rheinübergänge bei Koblenz und Neuwied ergab, wenn auch nur bedingt mit einem Hauptstoß der französischen Gruppen direkt auf Koblenz gerechnet wurde.
Die drei Hauptbefestigungswerke der Festung Koblenz sollten die Namen der drei Monarchen der an den Befreiungskriegen beteiligten Länder Preußen, Österreich und Russland erhalten, die sich zur Heiligen Allianz zusammengeschlossen hatten. So war die Feste Kaiser Alexander nach dem russischen Zaren Alexander I. und die Feste Kaiser Franz nach Kaiser Franz I. von Österreich. Kurzzeitige Überlegungen, die Festung Ehrenbreitstein nach dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. Feste Friedrich Wilhelm zu nennen, setzten sich nicht durch.
Da nach dem deutsch-französischen Krieg Metz und Straßburg die vordersten deutschen Festungen Richtung Frankreich waren und ein Ausbau der Festung Koblenz zu aufwendig gewesen wäre, wurde sie 1886 als minder wichtig eingestuft. Es folgte ab 1890 die Auflassung der linksrheinischen Festungswerke, wobei insbesondere die Stadtbefestigung abgerissen wurde. Das Siedlungsgebiet der Stadt konnte nun erstmals aus den engen Stadtgrenzen ausbrechen. Die Festungswerke auf der rechten Rheinseite mit der Festung Ehrenbreitstein im Mittelpunkt blieben aber bis zum Ersten Weltkrieg einsatzbereit.
Infolge des Versailler Vertrages wurde die Festung Koblenz in den 1920er Jahren entfestigt. In der Regel wurden größere Teile der Festungswerke zerstört, um sie unbrauchbar zu machen. Von dieser Schleifung blieb nur die Festung Ehrenbreitstein verschont, deren historische Bedeutung und ihr landschaftsprägender Charakter die Interalliierte Militär-Kontrollkommission 1922 bewog, hier von der Entfestigung abzusehen. Das Votum des Kommandierenden Generals der amerikanischen Streitkräfte im Rheinland, Henry T. Allen, trug einiges zu dieser Entscheidung bei.
Der nach der 1927 abgeschlossenen Entfestigung verbliebene Bestand der Festungswerke erlitt weitere Einbußen durch Abrisse bis in die 1990er Jahre hinein. Das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Koblenz und die Bundesrepublik Deutschland als Eigentümer von Festungswerken sowie mehrere Fördervereine bemühen sich seit den 1990er Jahren verstärkt um die Erhaltung des Bestandes. Dieser Bestand ist nicht nur vom Zahn der Zeit bedroht, sondern auch von neuen Projekten wie dem Vorschlag, das letzte intakte Stück Rheinuferbefestigung am Schloß zu durchbrechen.
Seit 2002 sind die einzelnen Festungsanlagen Teil des von der UNESCO ausgezeichneten Weltkulturerbes "Oberes Mittelrheintal".
Die Festung Koblenz und Ehrenbreitstein war zur preußischen Zeit von 1814 bis 1918 eine große Garnison mit Infanterie-, Artillerie-, Pionier- und Train-Einheiten. Die Einheiten wechselten oft, bis sich Ende des 19. Jahrhunderts eine konstante Belegung herausbildete. Zur Erleichterung der Orientierung sind die Einheiten hier mit ihren zuletzt gültigen Namen wiedergegeben.
In der Garnison Koblenz und Ehrenbreitstein lagen Teile folgender Infanterie-Einheiten: Königin-Augusta-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4: 1860-93 in Koblenz. Infanterie-Regiment von Courbière (2. Posensches) Nr. 19: 1833-36 und 1864-66 in Koblenz. Infanterie-Regiment von Lützow (1. Rheinisches) Nr. 25: 1817-64 in Koblenz und Ehrenbreitstein. Infanterie-Regiment von Goeben (2. Rheinisches) Nr. 28: 1820-23 in Koblenz und Ehrenbreitstein; 1831-32; 1839 (in Ehrenbreitstein); 1851-60 in Koblenz (und 1859 auf der Feste Ehrenbreitstein; 1877-1918 (auf der Feste Ehrenbreitstein und in Koblenz) Infanterie-Regiment von Horn (3. Rheinisches) Nr. 29: 1815-20 und 1833-48 in Koblenz und Ehrenbreitstein; 1866-77 in Koblenz. Infanterie-Regiment Graf Werder (4. Rheinisches) Nr. 30: 1817-20 und 1849-60 in Koblenz und Ehrenbreitstein. 6. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 68: 1860-1918 in Koblenz (1860-77 auch Festung Ehrenbreitstein). 7. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 69: 1860-61 in Koblenz. Füsilier-Regiment General-Feldmarschall Graf Moltke (Schlesisches) Nr. 38: 1832-33 in Koblenz. Niederrheinisches Füsilier-Regiment Nr. 39: 1850 und 1860/ 61 in Teilen und 1861-66 komplett in Koblenz. Füsilier-Regiment Fürst Karl Anton von Hohenzollern (Hohenzollernsches) Nr. 40: 1833 in Koblenz und Ehrenbreitstein.
Folgende Pionier-Einheiten lagen in Teilen in Koblenz und Ehrenbreitstein: Garde-Pionier-Bataillon: 1816 eine Feldkompanie in Ehrenbreitstein. Mansfelder Pionier-Bataillon: 1815 in Ehrenbreitstein. Westfälisches Pionier-Bataillon Nr. 7: 1817-33 in Koblenz und Ehrenbreitstein. Rheinisches Pionier-Bataillon Nr. 8: 1816-20 und 1824-1918 in Koblenz (komplett). 3. Rheinisches Pionier-Regiment Nr. 30: 1913-18 komplett in Ehrenbreitstein.
Teile der folgenden Artillerie-Einheiten lagen in Koblenz und Ehrenbreitstein. Da die Artillerie oft umstrukturiert wurde, wechselten die Namen sehr häufig. Die hier als Feldartillerie-Regimenter aufgeführten Einheiten stellten bis 1870 auch einen Teil der Festungsartillerie: 1. Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 7: 1816-32 in Koblenz. Feldartillerie-Regiment von Holtzendorff (1. Rheinisches) Nr. 8: 1820-60 in Koblenz und Ehrenbreitstein. 2. Rheinisches Feldartillerie-Regiment Nr. 23: 1887-1918 in Koblenz. Bergisches Feldartillerie-Regiment Nr. 59: 1899-1901 in Koblenz. Fußartillerie-Regiment Encke (Magdeburgisches) Nr. 4: 1877-93 in Ehrenbreitstein. Rheinisches Fußartillerie-Regiment Nr. 8: 1864-77 in Koblenz und Ehrenbreitstein. Schleswig-Holsteinisches Fußartillerie-Regiment Nr. 9: 1893-1918 in Ehrenbreitstein.
Ehrenbreitstein war zudem die Heimat der 1. Rheinischen Train-Abteilung Nr. 8. In Koblenz lag das Telegraphen-Bataillon Nr. 3.
Im Von-der-Leyenschen Hof in der Stadt Koblenz befand sich 1814 bis 1918 das Generalkommando des VIII. preußischen Armee-Korps, das die preußischen Truppenteile und Verbände in der Rheinprovinz kommandierte. Einige seiner Kommandierenden Generäle fanden ihre letzte Ruhe auf dem Koblenzer Hauptfriedhof.
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