| Ferrari Testarossa, 512TR, F512M | |
|---|---|
| Hersteller: | Ferrari |
| Klasse: | Mittelmotor coupe |
| Produktion: | 1984 — 1996 |
| Vorgänger: | Ferrari 512 |
| Nachfolger: | Ferrari 550 Maranello |
| Ferrari Testarossa | |
| Produktion: | 1984 — 1991 |
| Karosserie: | Berlinetta |
| Motor: | 4,9 l F12 |
| Ferrari 512TR | |
| Produktion: | 1991 — 1993 |
| Karosserie: | Berlinetta |
| Motor: | 4,9 l F12 |
| Ferrari F512M | |
| Produktion: | 1994 — 1996 |
| Karosserie: | Berlinetta |
| Motor: | 4,9 l F12 |
Der Name, der soviel wie „roter Kopf“ bedeutet, kommt von den rot lackierten Zylinderköpfen des 12-Zylinder-Flachmotors. Eigentlich ist das schon das dritte Testarossa-Modell, die ersten beiden (der Vier- und der Zwölfzylinder aus den 1950ern) schrieben sich allerdings ohne ersichtlichen Grund Testa Rossa. Der Motor ist technisch gesehen ein 180°, da sich jeweils die Pleuel zweier gegenüberliegender Kolben eine Kurbelwellenkröpfung teilen, und befindet sich weit hinten, womit sich das Gewicht etwas ungleichmäßig verteilte. Beim Motor handelt es sich um einen DOHC mit einer Bosch K-Jetronic Benzineinspritzung. Die Leistung beträgt 291 kW (390 PS). Da das Auto aber relativ groß ist und die Aerodynamik nur mittelmäßig, erreicht es „nur“ etwa 270 km/h, die Zeiten eines 320 km/h-Ferrari schienen längst vergangen. Wenn man jedoch in Betracht zieht, dass der Testarossa über 1.600 kg wiegt, erscheint die Höchstgeschwindigkeit umso beeindruckender, ebenso wie die Beschleunigung von 5,2 s von 0-100 km/h und von 0-200 km/h in unter 25 s.
Das Auto gewann viele Vergleichstests und fand viele Verehrer. Fast 10.000 Testarossa, 512 TR und 512 M wurden hergestellt, und sind damit einige der gängigsten Ferrari-Modelle, trotz des hohen Preises.
Das Auto basiert auf dem 512 BB. Beide teilen sich die gleiche Basisplattform, denn unter der Karosserie befand sich ein recht konventioneller Leiterrahmen mit Längs- und Querträgern. Das Chassis unterschied sich von konventionellen Strukturen durch einen Hilfsrahmen, in den das Antriebsaggregat integriert war. Dieser konnte vom Rahmen abgetrennt werden, um im Bedarfsfall den Zugang zu dem Zwölfzylinder-„Boxermotor“ (wiederum ein Hubzapfen pro Pleuel) zu erleichtern. Wegen der ungünstigen Gewichtsverteilung besaß der Testarossa Coilover-Stoßdämpfer zusätzlich zu den Double wishbones am Heck und war mit doppelten Dreiecksquerlenkern und Schraubenfedern ausgerüstet. Abgeschwächt wurde das Ungleichgewicht ferner durch unterschiedliche Reifengrößen, die die Bodenhaftung optimierten - auf der Vorderachse waren 240/45, auf der Hinterachse breitere 280/45 Reifen montiert. Ein bedeutsamer mechanischer Unterschied war der Kühler: Der 512 BB besaß einen einzelnen Kühler in der Front, während der Testarossa ein Paar auf jeder Seite vor den Hinterrädern besaß. Dies machte die Seitenschlitze und die breite Karosserie nötig. Ferrari_Testarossa_V12_Motor.jpg Der Testarossa war auch bekannt für sein Erscheinen in der 1980er Jahre Fernsehserie Miami Vice. Dies machte ihn zu dem bekanntesten Ferrari seit dem 308 GTS in der Serie Magnum. Der Testarossa wurde auch in Segas erfolgreichem Automatenspiel Out Run verwendet.
Der originale Testarossa wurde 1991 modifiziert und erschien als 512 TR. Die Leistung der 4,9 Liter-Maschine wurde auf 319 kW (428 PS) erhöht. Optisch hebt sich der 512TR nur bei genauem Hinsehen vom Testarossa ab. So ist der „Höcker“ auf dem Motorgrill flacher und mit einem zusätzlichen Kühlschlitz versehen; die gelochten Metallbänder an den beiden Finnen der Motorhaube fehlen und die Heckschürze bildet eine Einfassung für die Abgasrohre.
Der Modificata F 512 M war 1994 der letzte Testarossa mit einer 324 kW (440 PS)-Maschine. Er war der letzte Mittelmotor-12-Zylinder mit Ausnahme des F50 und Enzo, und besaß den letzten Flachmotor der Firma. Er wurde 1996 von dem Frontmotor-getriebenen 550 Maranello ersetzt.
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