| Der 550 Maranello Berlinetta war auf der Teststrecke deutlich schneller als der 512 BB, ein Beweis für Ferraris Ingenieurskunst und der ausgezeichneten Aerodynamik des Coupés. | |
|---|---|
| Maranello.JPG | |
| Daten | |
| Karosserie: | Stahl/Aluminiumaufbau (Coupé) |
| Motor: | V12 DOHC |
| Hubraum: | 5.474 cm³ |
| Leistung: | 357 kW (485 PS) |
| Chassis: | Selbsttragend |
| Aufhängung: | Einzelrad rundum mit Dreieckslenkern, Schraubenfedern, Dämpfern und Drehstabilisatoren |
| Beschleunigung (0-100 km/h): | 4,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit: | 320 km/h |
Der Ferrari 550 ist ein Gran Turismo von Ferrari. Er wurde als Coupé 550 Maranello und Cabrio 550 Barchetta angeboten.
Die Karosserie des Maranello stammte natürlich von Pininfarina, sie baute auf die klassische Kombination von Frontmotor und Heckantrieb in einem zweisitzigen Coupé. Einen ungefähren Eindruck seiner Fahrleistungen vermittelt die Information, dass das Coupé auf der Ferrari-Teststrecke Fiorano pro Runde 3,2 s schneller war als der 512 BB mit Mittelmotor.
Die unauffällige GT-Form täuscht über 4800 Stunden Entwicklung im Windkanal hinweg, die zu einem cW-Wert von 0,33 führten. Er wurde durch den flachen Unterboden ermöglicht, außerdem waren die Scheinwerfer zugunsten der Aerodynamik in die Front eingepasst, um ferner die Windgeräusche bei Nachtfahrten zu vermindern. Nebelscheinwerfer waren in der vorderen Stoßstange integriert, die elektrisch versenkbaren Seitenscheiben schlossen bündig mit der Karosserie ab. Die Karosserie des 550 bestand aus einer speziellen Aluminiumlegierung mit dem Namen Feran. Diese Legierung wurde mit dem Stahlrohrrahmen verschweißt. Der Motor des 550 Maranello war ein 5,5-Liter-V12 aus Aluminium mit 357 kW (485 PS), Vierventiltechnik und der Bosch Motronic M5,2. Die Aluminiumzylinder waren mit Nikasil beschichtet, die Pleuelstangen bestanden aus Titan, die Mahle-Kolben aus Aluminium, außerdem gehörte eine Trockensumpfschmierung zur Grundausstattung. Ferrari hatte ein variables Einlass-System entwickelt, um Drehmoment und Leistung zu erhöhen. Besonderes Augenmerk wurde auf das Auspuffsystem verwendet, das mit variablem Gegendruck arbeitete, um sowohl das Drehmoment bei mittlerer Zuladung zu verbessern als auch die Fahrleistungen bei hohen Geschwindigkeiten und voller Zuladung. Das Sechsgang-Schaltgetriebe wurde in das Hinterachsdifferential integriert.
Um das Gewicht des Wagens möglichst niedrig zu halten, wurden belüftete Scheibenbremsen, Bremssättel und Achsschenkel aus Aluminium sowie Felgen aus Magnesium verwendet wurden. Der 136-Liter-Tank bestand ebenfalls aus Aluminium und saß über der Hinterachse. Der 550 Maranello besaß Einzelradaufhängung rundum mit Dreiecklenkern vorn, Trapezquerlenkern hinten sowie Gasdruckstoßdämpfern mit Koaxialfedern und Drehstabilisatoren vorn und hinten. Die vordere Spur war breiter als die hintere, um das Einlenkverhalten in Kurven zu verbessern, außerdem gab es vorn ein Anti-Dive-System gegen das Eintauchen beim Bremsen.
Das Federungssystem konnte über einen Schalter am Armaturenbrett von „normal“ auf „sportlich“ umgeschaltet werden. Je nach Einstellung wurde das Drehmoment des Motors begrenzt, außerdem bremste das ESP-System die Hinterräder bei Bedarf individuell. Dies war das erste Antriebschlupf-System, das vom Fahrer aus kontrolliert werden konnte. Das aus der Formel 1 abgeleitete Bremssystem wurde unter Mitarbeit von Brembo entwickelt und besaß 4-Kolben-Bremssättel, belüftete Scheibenbremsen und spezielle Bremsbeläge. Das 4-Kanal-ABS wartete mit elektronisch gesteuerter Bremskraftverteilung auf. Dadurch wurde ein Durchdrehen der Räder mittels der hinteren Bremsen und Motormanagament-Systems verhindert. Die ZF-Zahnstangenlenkung besaß eine geschwindigkeitsabhängige Servounterstützung.
Der Innenraum sah mit der Lederausstattung und dem verchromten Schaltknüppel so aus, wie man es von einem Ferrari Grand Touring erwartete. Die Sitzposition war achtfach verstellbar, fünf Positionen waren elektronisch gespeichert, die Pedale aus durchlöcherten Aluminiumplatten im Renn-Look gehalten. Analoge LCD-Instrumente beherrschten das Armaturenbrett, eine Klimaautomatik war serienmäßig. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 320 km/h, die 100 km/h aus dem Stand wurden in 4,3 s erreicht.
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