article

Astra 2D 3A sp.JPG

Ein Fernsehsatellit ist ein Satellit, der zur Übertragung von Fernsehprogrammen direkt an den Zuschauer verwendet wird. Die Programme von Fernsehsatelliten können aber auch noch zusätzlich von Kabelnetzen empfangen werden und diese so mit Fernsehprogrammen versorgen.

Technik


In Europa werden nur geostationäre Fernsehsatelliten verwendet.

Die Breite der einzelnen Transponderkanäle ist bei reinen Fernsehsatelliten für den Analogempfang auf die nötige Bandbreite eines analogen Fernsehprogramms abgestimmt und beträgt deshalb normalerweise 27 MHz. Im Astrasystem wird im digitalen 12 GHz-Bereich eine Kanalbreite von 33 MHz benutzt, weil sie eine höhere Datenrate in MB/s erlaubt als die schmaleren analogen Transponder.

Bei Fernsehsatelliten, die ursprünglich als sogenannte Fernsehverteilsatelliten geplant wurden, um Kabelnetze mit analogen Programmen zu versorgen, wurde, wegen der unvermeidlichen Qualitätsverluste in diesen langen Netzen mit ihren vielen Verstärkern, zur Erhöhung der Bildqualität eine Kanalbreite von 36 MHz gewählt. Einige dieser Satelliten erlangten jedoch auch für den Satellitendirektempfang Bedeutung. Dort spielte die höhere Bandbreite der Signale jedoch keine Rolle, außer dass der Satellitenreceiver darauf eingestellt werden musste.

Einige dieser Satelliten hatten so breitbandige Transponderkanäle (72 MHz oder mehr), dass über jeden Kanal sogar zwei analoge Fernsehprogramme abgestrahlt werden konnten.

Die Fernsehsatelliten benutzen, um die zur Verfügung stehenden Frequenzbereich besser ausnützen zu können, wie Nachrichtensatelliten bei aufeinander folgenden Kanälen unterschiedliche Polarisation. Dadurch können sich die Kanäle teilweise überschneiden.

Geschichte


In Europa wurde Ende der 1970er Jahre festgelegt, dass Fernsehsatelliten nur das jeweilige Herkunftsland mit Fernseh- und Radioprogrammen versorgen sollten. Jedem Land wurde zusammen mit anderen Ländern eine Orbitalposition, exklusiv fünf Frequenzen, die Polarisationsrichtung, die Sendeleistung, und eine auf Größe und Form des jeweiligen Landes abgestimmte Ausleuchtzone zugewiesen. Sie mussten im Vergleich zu damaligen und heutigen Nachrichtensatelliten eine extrem hohe Sendeleistung je Kanal besitzen, damit der Zuschauer trotz der damals wesentlich schlechteren Empfänger mit einer nur 90 cm großen Parabolspiegelantenne auskommen konnte. Die so geplanten Fernsehsatelliten hoher Sendeleistung (sogenannte High Power DBS Satelliten) sollten ab den 1980er Jahren jeweils 5 zusätzliche Fernsehprogramme oder eine Mischung von Fernseh- und Radioprogrammen (mehrere Radioprogramme pro Kanal) für die einzelnen Länder ausstrahlen. Die meisten dieser Satelliten scheiterten bereits in der Planungsphase. Nur wenige wie das von der Deutschen Bundesregierung finanzierte TV-SAT Projekt wurden verwirklicht und scheiterten dann in der Zuschauergunst an der zu niedrigen Programmzahl und der neuen Fernsehnorm D2-MAC, die gleichzeitig mit eingeführt werden sollte.

Stattdessen setzten sich schließlich Fernsehsatelliten mittlerer Sendeleistung, wie ASTRA, durch. Diese senden im Frequenzbereich und mit den Polarisationsrichtungen, die eigentlich nur von Nachrichtensatelliten verwendet werden durften und liefen deshalb anfangs offiziell als Nachrichtensatelliten. Weil die Orbitalpositionen für Nachrichtensatelliten jeweils nur an ein Land vergeben werden und somit der gesamte für Nachrichtensatelliten vorgesehene Frequenzbereich zu Verfügung steht, können diese Fernsehsatelliten über dutzende von Kanälen dutzende Fernseh- und Radioprogramme abstrahlen. Dieses ist jedoch nur möglich, weil die Sendeleistung pro Kanal nicht so hoch ist wie bei den Hochleistungssatelliten und so der Strom, den die Solarzellen erzeugen, für diese vielen Transponder reicht.

Fernsehsatelliten niedriger Sendeleistung, wie z.B. DFS Kopernikus, konnten sich nicht durchsetzen, weil für ihren Empfang etwas größere Antennen als für die Satelliten mittlerer Sendeleistung benötigt werden.

Siehe auch


Satellitenfernsehen | Kommunikationssatellit

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Fernsehsatellit".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld