Ein Fernsehsatellit ist ein Satellit, der zur Übertragung von Fernsehprogrammen direkt an den Zuschauer verwendet wird. Die Programme von Fernsehsatelliten können aber auch noch zusätzlich von Kabelnetzen empfangen werden und diese so mit Fernsehprogrammen versorgen.
Die Breite der einzelnen Transponderkanäle ist bei reinen Fernsehsatelliten für den Analogempfang auf die nötige Bandbreite eines analogen Fernsehprogramms abgestimmt und beträgt deshalb normalerweise 27 MHz. Im Astrasystem wird im digitalen 12 GHz-Bereich eine Kanalbreite von 33 MHz benutzt, weil sie eine höhere Datenrate in MB/s erlaubt als die schmaleren analogen Transponder.
Bei Fernsehsatelliten, die ursprünglich als sogenannte Fernsehverteilsatelliten geplant wurden, um Kabelnetze mit analogen Programmen zu versorgen, wurde, wegen der unvermeidlichen Qualitätsverluste in diesen langen Netzen mit ihren vielen Verstärkern, zur Erhöhung der Bildqualität eine Kanalbreite von 36 MHz gewählt. Einige dieser Satelliten erlangten jedoch auch für den Satellitendirektempfang Bedeutung. Dort spielte die höhere Bandbreite der Signale jedoch keine Rolle, außer dass der Satellitenreceiver darauf eingestellt werden musste.
Einige dieser Satelliten hatten so breitbandige Transponderkanäle (72 MHz oder mehr), dass über jeden Kanal sogar zwei analoge Fernsehprogramme abgestrahlt werden konnten.
Die Fernsehsatelliten benutzen, um die zur Verfügung stehenden Frequenzbereich besser ausnützen zu können, wie Nachrichtensatelliten bei aufeinander folgenden Kanälen unterschiedliche Polarisation. Dadurch können sich die Kanäle teilweise überschneiden.
Stattdessen setzten sich schließlich Fernsehsatelliten mittlerer Sendeleistung, wie ASTRA, durch. Diese senden im Frequenzbereich und mit den Polarisationsrichtungen, die eigentlich nur von Nachrichtensatelliten verwendet werden durften und liefen deshalb anfangs offiziell als Nachrichtensatelliten. Weil die Orbitalpositionen für Nachrichtensatelliten jeweils nur an ein Land vergeben werden und somit der gesamte für Nachrichtensatelliten vorgesehene Frequenzbereich zu Verfügung steht, können diese Fernsehsatelliten über dutzende von Kanälen dutzende Fernseh- und Radioprogramme abstrahlen. Dieses ist jedoch nur möglich, weil die Sendeleistung pro Kanal nicht so hoch ist wie bei den Hochleistungssatelliten und so der Strom, den die Solarzellen erzeugen, für diese vielen Transponder reicht.
Fernsehsatelliten niedriger Sendeleistung, wie z.B. DFS Kopernikus, konnten sich nicht durchsetzen, weil für ihren Empfang etwas größere Antennen als für die Satelliten mittlerer Sendeleistung benötigt werden.
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