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Feridun Zaimoğlu (* 4. Dezember 1964 in Bolu, Türkei) ist ein deutschsprachiger Schriftsteller und bildender Künstler.
In Fachkreisen weit mehr geschätzt als dieser Erstling, sind seine bis heute nachgefolgten Werke, zu denen zahlreiche Romane, Erzählungen, Theaterstücke, aber auch Drehbücher gehören. Die Erzählung Häute erhielt beispielsweise den Jurypreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb des Jahres 2003.
Theaterfassungen und Drehbücher schreibt Zaimoğlu, der bereits 1998 den Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein erhielt, heute vor allem mit seinem Freund Günter Senkel. 2003 wurde die Spielzeit der Münchner Kammerspiele mit der Zaimoğlu/Senkel-Bearbeitung von „Othello“ eröffnet. Es folgten Casino leger in Frankfurt am Main, Ja. Tu es jetzt in Bremen und im Juni 2004 die Uraufführung des Auftragswerks Halb so wild im Studio des Schauspielhaus Kiel. Als Fortsetzung der engen Zusammenarbeit mit dem Kieler Autorenteam kam die kraftvoll-poetische Bearbeitung von Romeo und Julia auf der großen Bühne des Schauspielhauses zur Uraufführung. Im März 2006 folgte die vielbeachtete (u.a. Titelthema und Stückabdruck bei Theater heute) Uraufführung des Stückes Schwarze Jungfrauen von Zaimoglu/Senkel im Berliner Hebbel am Ufer.
Neben seinen schriftstellerischen Aktivitäten ist er zudem als bildender Künstler tätig. Unter dem Titel Kanak Attack – Die dritte Türkenbelagerung führte Zaimoğlu vom 7. bis 28. März 2005 in der Kunsthalle Wien eine Fahneninstallation durch.
Auch in politische Debatten schaltet der Autor sich ein. In der ersten Hälfte des Jahres 2006 wandte sich Zaimoğlu (z. B. in der Kultursendung polylux und in einem Leitartikel für die Wochenschrift Die Zeit) massiv gegen die einseitig-negative Berichterstattung weiter Teile der deutschen Medien über eine behauptete schlechte Integration von Einwanderern in Deutschland, die unter anderem von den Vorgängen an der Rütli-Schule und um die Mohammed-Karikaturen ausgelöst worden waren.
Im Mai/Juni 2006 wurde Zaimoğlu von einer anonymen Literaturwissenschaftlerin unterstellt, er habe mit seinem Roman „Leyla“, der hervorragende Kritiken erhalten hatte, weite Teile des Romans „Karawanserei“ von Emine Sevgi Özdamar plagiiert. Dies wurde mit Parallelen in der Handlung sowie vergleichbaren Metaphern begründet. Zaimoğlu bestritt, „jemals eine Zeile“ von Özdamars Roman gelesen zu haben. Auch Özdamar sprach den Autoren vom Plagiatsvorwurf frei (Frankfurter Rundschau 10.06.06).
Das Land Schleswig-Holstein ehrte den bereits vielfach ausgezeichneten Zaimoglu 2006 als „einen der wichtigsten jüngeren deutschsprachigen Autoren der Gegenwart“ mit seinem Kunstpreis.
Mann | Türke | Deutsch-Türke | Persönlichkeit (Kiel) | Autor | Drehbuchautor | Erzählung | Literatur (20. Jh.) | Literatur (21. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Roman, Epik | Geboren 1964
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