Ferenc_Molnar.jpg]] Ferenc Molnár * (deutsch auch Franz Molnar, * 12. Januar 1878 in Budapest als Ferenc Neumann, † 1. April 1952 in New York) war ein ungarischer Schriftsteller und Journalist. Er gilt als der bedeutendste ungarische Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Werk ist das Theaterstück Liliom (1909).
Molnár wuchs in Budapest als Sohn eines jüdischen Militärarztes auf und besuchte dort das Gymnasium. Ab 1896 studierte er Rechtswissenschaften in Genf und später in Budapest. In dieser Zeit veröffentlichte er auch Artikel in verschiedenen Budapester Tageszeitungen (u. a. Budapesti napló) und arbeitete daneben auch an literarischen Texten und Theaterstücken, beeinflusst von den Werken Arthur Schnitzlers. Um als ungarischer Autor kenntlich zu sein, änderte er seinen deutschen Nachnamen Neumann in Molnár. Ab 1901 veröffentlichte Molnár Prosawerke. 1906 heiratete er Margit Vészi. Die Ehe war jedoch unglücklich und wurde bald darauf wieder geschieden. 1907 hat er einen ersten Erfolg als Theaterautor mit Der Teufel. Ab 1908 wurde Molnár durch Aufführungen seiner Theaterstücke in Budapest, Wien, Berlin und auch im Ausland (z. B. in Italien und den USA) bekannt, die aufgrund der schonungslosen Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft der Zeit und ihrer Moral vielfach Skandale auslösten und von der Kritik als „unsittlich“ diffamiert wurden. In dieser Zeit publizierte auch in der 1854 gegründeten deutschsprachige ungarische Zeitung Pester Lloyd.
Sein größter internationaler Erfolg war die „Vorstadtlegende“ Liliom, die die Erlebnisse eines Budapester Karussell-Ausrufers darstellt. Obwohl die Uraufführung in Budapest 1909 noch bei Publikum und Kritik durchgefallen war, folgten nach der deutschsprachigen Erstaufführung (Wien, Theater in der Josefstadt, 1912, Übersetzung: Alfred Polgar) weitere Inszenierungen an zahlreichen Theatern. Liliom wurde 1934 von Fritz Lang verfilmt und diente 1945 Rodgers und Hammerstein als Vorlage für das erfolgreiche Broadway-Musical Carousel.
1910 schrieb Molnár den Roman Die Jungen der Paulstraße, der die sozialen Probleme der Budapester Jugend durch die realistische Darstellung einer Jugendgang beschreibt. Seine Erfahrungen als Kriegsberichterstatter in Galizien (Ukraine) während des Ersten Weltkriegs verarbeitete er 1916 in dem Buch Memoiren eines Kriegsberichterstatters. 1922 heiratete er Sári Fedák; auch diese Ehe wurde bald wieder geschieden. In den 1920er und 1930er Jahren schrieb er zahlreiche zwischen Traum und Wirklichkeit angesiedelte Boulevardstücke, die oft Liebesbeziehungen und Alltagsszenen in psychologisierender oder auch zynischer Form auf die Bühne brachten und durch ihren eleganten und in einem kosmopolitischen Stil seinen Ruf als führender Bühnenautor seiner Zeit festigten.
1937 floh er vor den Nationalsozialisten zunächst in die Schweiz, wo er sich in Genf häufig mit Emmerich Kálmán traf. 1939 emigrierte er nach New York und schrieb trotz schwerer Depressionen Filmdrehbücher und Theaterstücke. 1949 wurde am Broadway sein Stück Panoptikum aufgeführt. In dritter Ehe war er mit der Schauspielerin Lili Darvas verheiratet. 1952 starb Molnár in New York.
Bis 1940 erschienen Molnárs Werke zuerst auf Ungarisch und etwas später in deutscher Übersetzung. Ab 1940 erschienen seine Werke zuerst auf Englisch. Das für die Bühnenwerke angegebene Jahr bezieht sich auf die Uraufführung (auf Ungarisch, Deutsch oder Englisch).
Außerdem zahlreiche Einakter und Szenen.
Viele Theaterstücke Molnárs wurden in den USA und in Europa neu bearbeitet und verfilmt. Eine Auswahl:
Im kommunistischen Ungarn war die Aufführung von Molnárs Werken verboten. Seit 1989 erlebt er jedoch dort eine Renaissance. Zahlreiche ungarische Theater haben teilweise mehrere seiner Stücke im Spielplan.
Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Ungarisch) | Exilliteratur | Drama | Mann | Geboren 1878 | Gestorben 1952
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