| Fentanyl.png | |
| Allgemeines | |
|---|---|
| Name | Fentanyl |
| Andere Namen | 1-Phenethyl-4-N-propionyl- anilinopiperidin Fentanil, Fentanila |
| Summenformel | C22H28N2O |
| CAS-Nummer | 437-38-7 |
| PubChem-Nr. | 3345 |
| Kurzbeschreibung | weißes körniges bis kristallines, glänzendes, bitter schmeckendes Pulver |
| Eigenschaften | |
| Molmasse | 336,49 g/mol |
| Aggregatzustand | fest |
| Schmelzpunkt | 87,5 °C |
| Löslichkeit | 200 g/l in Wasser |
| Sicherheitshinweise | |
| R- und S-Sätze | R: 26/27/28-32-50/53 S: 1-7-28.1-29-45-60-61 |
| MAK | ? mg/m3 |
| LD50 (Mensch) | 3,1 mg/kg |
Fentanyl ist ein synthetisches Opioid, das als starkes Schmerzmittel vor allem in der Anästhesie (bei Narkosen) sowie in der Krebs-Therapie angewandt wird. Fentanyl fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz.
Fentanyl ist lipophil und deshalb gut fettlöslich. Es verteilt sich in fetthaltigem Gewebe schnell. Es wird durch den Leberstoffwechsel nur zu kleinen Teilen abgebaut, größtenteils wird Fentanyl über die Nieren unverändert wieder ausgeschieden.
Abhängig von der Dosis und dem Gesamtzustand des Patienten beeinträchtigt Fentanyl die Wahrnehmungsfähigkeit, wirkt beruhigend und führt zu Bewusstseinstrübungen bis hin zu einem schlafähnlichen Zustand. Deshalb wird es im klinischen Bereich zur Anästhesie (Teil- oder Voll- Narkose) eingesetzt. Haupteinsatzgebiet ist die Gabe als Schmerzmittel bei Operationen in Verbindung mit einem Schlafmittel und wahlweise einem muskelentspannenden Mittel (Muskelrelaxans). Je nach Wahl des Schlafmittels spricht man von „balancierter Anästhesie“ oder „totaler intravenöser Anästhesie“ (TIVA). Fentanyl beeinträchtigt das Atemzentrum und führt bei höherer Dosierung zu einer Hypoventilation - ein Atemstillstand kann zu Koma oder zum Tod führen. Deshalb ist eine ständige Überwachung mit Beatmungsmöglichkeit erforderlich. Eine Ausnahme bilden Patienten, die auf Fentanyl-haltige Wirkstoffpflaster eingestellt wurden. Durch die gleichmäßige Wirkung und die im Vergleich zur Anästhesie meist deutlich geringeren Dosen ist nach einer Einstellungsphase keine dauerhafte Überwachung der Vitalfunktionen nötig.
Wegen seiner stark schmerzstillenden Wirkung wird Fentanyl in Form von Hautpflastern als Analgetikum bei starken und chronischen Schmerzen eingesetzt, insbesondere vor und nach Operationen und in der Analgesie von Krebskranken.
Aufgrund der Lipophilie wird Fentanyl teilweise schwer kontrollierbar im Fettgewebe eingelagert und wieder freigegeben. Deshalb werden heute anstelle von Fentanyl häufig die verwandten Stoffe Alfentanil, Remifentanil und Sufentanil verwendet.
In April und Mai 2006 wurde in den USA eine Häufung von Fentanylvergiftungen, teilweise mit Todesfolge, bei Drogenkonsumenten beobachtet; betroffen waren dabei insbesondere die Ostküstenstädte Detroit, Philadelphia und Chicago. Das Fentanyl, das meist zum Strecken von Heroin und vereinzelt auch Kokain verwendet wurde, soll illegal hergestellt worden sein.
Neben ihrem Einsatz in der Medizin wurden Fentanyl-Derivate auch auf ihre Verwendbarkeit als chemische Kampfstoffe hin untersuchtQuelle nennen!. Es wurden Vermutungen darüber angestellt, ob ein besonders potentes, in der Humanmedizin nicht zugelassenes Fentanyl-Derivat, das Carfentanyl, in Aerosol-Form bei der Geiselbefreiung im Moskauer Dubrowka-Theater im Oktober 2002 zum Einsatz kam und dabei für 127 Todesfälle mitverantwortlich war.
Arzneistoff | Chemische Verbindung | Opioid
Fentanyl | Fentanyyli | Fentanyl | Fentanil | フェンタニル | Fentanyl | Fentanyl | Fentanil | Фентанил | Fentanyl | เฟนทานิล
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