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Feldwebel (Abk.: Fw, in Listen F) bezeichnet in der Bundeswehr einen Soldaten in der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere mit Portepee.

Bundesrepublik Deutschland

Der Feldwebel bezeichnet in Deutschland einen Soldaten im niedrigsten Feldwebeldienstgrad bei der Bundeswehr.

Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Bootsmann. Angehörige der Laufbahngruppe der Offiziere durchlaufen diesen Dienstgrad als Fähnrich.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VVO) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.

Feldwebel werden nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A7 entlohnt.

Österreich und Schweiz

Zur Zeit der österreichisch-ungarischen K.u.K. Monarchie wurde der Dienstgrad Feldwebel bei der Infanterie geführt. Ihm kam der Feuerwerker der Artillerie gleich, bei der Kavallerie und beim Train der Wachtmeister. Nach 1918 fielen die Bezeichnungen Feldwebel und Feuerwerker weg. Der Wachtmeister wurde nun in allen Truppengattungen üblich. Im österreichischen Bundesheer bilden die Wachtmeister eine eigene Dienstgradgruppe.

In der Schweizer Armee wird der Grad als Feldweibel bezeichnet.

Begriffsgeschichte

In Deutschland entsprach dem Dienstgrad Feldwebel bei der Kavallerie und der Artillerie bis 1945 der Wachtmeister. Als Dienstgrad der Kaiserlichen Marine stand der Feldwebel bei den Landtruppenteilen der Marine. Ihm entsprach an Bord der Wachtmeister.

Als Feldweybel oder Feldweibel erscheint der Feldwebel erstmals als Unteroffizierdienstgrad der Landsknechte. Die Bezeichnung leitet sich wohl ursprünglich von Feldwaibel ab (Waibel = Teil der Webmaschine, das auf und abfährt, um die Fäden in die richtige "Linie" zu bringen). Davon abgeleitet, war der Feldwaibel für das Ausrichten (militärisches Antreten in exakter Linie) der Soldaten verantwortlich, indem er vor der Front auf und abschritt. Auf dem Marsch regulierte der Feldwaibel das Bewegungstempo der Truppe: Wie das "Webschiffchen" eilte er vor und zurück, einerseits um die Kolonnenspitze am zu schnellen Vorauseilen zu hindern und andererseits, um langsame Nachzügler anzutreiben.

In jedem Landsknechtsfähnlein beaufsichtigte ein vom Obristen ernannter Feldweibel die übrigen niederen Chargen. Daneben existierten Troßweibel, Hurenweibel und Gemeinweibel mit gesonderten Aufgabenbereichen. Im 18. Jahrhundert wurden die Begriffe Feldwebel und Sergeant teils bedeutungsgleich verwendet.

Der (etatmäßige) Feldwebel („Spieß“) war in Deutschland bis 1918 der höchste Unteroffizierdienstgrad. In enger Zusammenarbeit mit dem Kompanieführer, zumeist ein Hauptmann, war der Feldwebel mit dem inneren Dienst und Verwaltungsaufgaben betraut. Seine Kompetenzen übernahm in der Reichswehr der „truppendiensttuende planmäßige Oberfeldwebel / Oberwachtmeister“, später in der Wehrmacht der „Oberfeldwebel der Truppe“ bzw. (ab 1938) der Hauptfeldwebel (Dienststellung, kein Dienstgrad !). Diese Funktion übernahm in der Bundeswehr der Kompaniefeldwebel (ebenfalls nur Dienststellung). Im Unterschied zu vielen anderen Staaten gab es in Deutschland nie die Stellung eines Bataillons- oder Regimentsfeldwebels.

In Deutschland war der ranghöchste Feldwebeldienstgrad seit 1938 der Stabsfeldwebel in Heer und Luftwaffe bzw. der Stabsoberfeldwebel (ab 1939) in der Kriegsmarine. Mit Gründung der Bundeswehr 1955 wurde der Dienstgrad Oberstabsfeldwebel (alter Art) eingeführt.

Im Unterschied etwa zu den US-amerikanischen oder britischen Streitkräften ist in Deutschland die Dienststellung des Regimentsfeldwebels ebenso unbekannt wie das Institut des Warrant Officers.

siehe auch:
Feldwebeldienstgrade

Dienstgrad (Bundeswehr) | Unteroffiziersdienstgrad

Feldwebel | Vääpeli | Feldwebel | Feldwebel | Фельдфебель | Fältväbel

 

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